Donald Trump: „Mit Trump kann es nur schlechter werden“

InterviewTyson Barker: „Mit Trump kann es für Deutschland nur schlechter werden“

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Tyson Barker.

von Thomas Schmelzer

Die Weltpolitik unter Donald Trump besteht vor allem aus Unsicherheit, findet der Politikberater Tyson Barker. Warum das schlecht für Deutschland ist – und wie die Bundesrepublik ihre Außenpolitik aufstellen muss.

WirtschaftsWoche: Herr Barker, wie schlägt sich Donald Trump auf seiner ersten Auslandsreise?
Tyson Barker: Bei den Stationen in Saudi-Arabien und Israel war er gar nicht so übel. Da hat er jedenfalls keine Fehler gemacht. Was für ihn aber noch wichtiger ist: Seitdem er unterwegs ist, sind in den USA die Geschichten über seine innenpolitischen Fehltritte aus den Schlagzeilen verschwunden. Für ihn kommt die Reise zum perfekten Zeitpunkt. Sie verschafft ihm Luft, seine Präsidentschaft noch einmal neu zu erzählen. Für sein politisches Ansehen ist das super gut.

Donald Trump besucht fünf Länder in neun Tagen, er ist beim Papst und trifft Dutzende Regierungschefs. Welche Ziele verfolgt er denn?
Auf den ersten Etappen wollte Trump die alte Allianz mit Saudi-Arabien und Israel wiederbeleben. Im Nahen Osten sind das wichtige Partner für ihn. Anders als Obama betont Trump keine einheitliche Wertevorstellungen, sondern gemeinsame Interessen. So ist auch der Waffendeal mit Saudi-Arabien entstanden. Der ist für beide Seiten ein gutes Geschäft und gut zu verkaufen. Trump liebt solche Deals – und das haben die Saudis erkannt.

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So harmonisch wird es bei der Nato in Brüssel nicht zugehen.
Das glaube ich auch nicht. Es gibt ein paar Anzeichen für eine Annäherung zwischen der Nato und Trump, aber die sollte man nicht überbewerten. Nur weil die Amerikaner ein wenig Geld für das neue Nato-Hauptquartier beisteuern, heißt das nicht, dass Trump das auch gut findet. Ich fürchte, er wird plump auf das 2-Prozent-Ziel drängen. Seine Nato-Rede stammt von Stephen Miller, einem Vertrauten von Steve Bannon. Das ist kein gutes Zeichen.

Zur Person

  • Tyson Barker

    Tyson Barker ist Programmdirektor am Aspen-Institut in Berlin. Zu seinen vorherigen Berufsstationen zählen das Brandenburgische Institut für Gesellschaft und Sicherheit (BIGS), das amerikanische Außenministerium in Washington, D.C. und die Bertelsmann Stiftung, wo Barker als Direktor den Bereich der transatlantischen Beziehungen verantwortete. Sein Studium schloss Barker an der Johns Hopkins School of Advanced International Studies (SAIS) in Washington, D.C. ab.

Eine neue alte Allianz mit Saudi-Arabien und mehr Geld von den Europäern. Sieht so die „Neue Weltordnung“ unter Trump aus?
Wenn es überhaupt so etwas wie eine „Neue Weltordnung“ unter Trump gibt, dann besteht sie aus einer neuen Unsicherheit. Bei Trump steht immer alles auf dem Spiel, nie ist etwas endgültig beschlossen, Trump ist so sprunghaft wie ein kleines Kind. Gut möglich, dass er bald wieder die amerikanische Mitgliedschaft in der NATO in Frage stellt. Wer weiß das schon. Auf diese Unsicherheit müssen sich alle Mächte der Welt einstellen.

Unberechenbarkeit kann auch eine Strategie sein.
Naja, so wollen es einem die Trump-Berater jedenfalls verkaufen. Die merken doch auch, wie sprunghaft ihr Präsident ist. Und daraus haben sie nun eine Scheinstrategie gebastelt. Sie tun einfach so, als sei Trumps Unberechenbarkeit Absicht. So verwandeln sie seine nicht vorhandene Disziplin in eine Tugend. Dabei ist Trump vor allem ignorant und faul. Eine Strategie erkenne ich in seinem Handeln nicht.

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