U-Bahn-Verkehr: London wird 24-Stunden-Stadt

U-Bahn-Verkehr: London wird 24-Stunden-Stadt

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Das freut die Nachtschwärmer: Die Londoner U-Bahn soll ab 2015 an den Wochenenden 24-Stunden-lang non-stop in Betrieb sein.

von Yvonne Esterházy

In der britischen Metropole werden einige U-Bahnen demnächst am Wochenende rund um die Uhr fahren. Eine gute Nachricht für Restaurants, Bars und Konzertveranstalter. Kritiker fürchten dagegen nächtliche Ausschreitungen, Lärmbelästigung und Sicherheitsprobleme.

Als Aurelie Calliaux an ihrem ersten Wochenende in London morgens um vier Uhr die Disco "Tiger Tiger" verließ, erwartete sie eine unangenehme Überraschung: die U-Bahnstation war abgesperrt, die Tube fuhr nicht mehr. Ein Taxi war der 24-jährigen Französin zu teuer, der Nachtbus zu unheimlich. So campierte das Au-Pair-Mädchen mit zwei Freundinnen bis um sieben Uhr morgens am Fuße der berühmten Eros-Statue am Piccadilly Circus, erst dann nahm die U-Bahn den Betrieb wieder auf.  

Doch ab 2015 wird alles anders. London wird dann - zunächst allerdings nur am Wochenende - wie New York zur 24-Stunden-Stadt und damit zur "city that never sleeps". Bürgermeister Boris Johnson jedenfalls hat soeben angekündigt, dass dann zunächst die fünf wichtigsten U-Bahnlinien Piccadilly, Victoria, Central und Jubilee Lines, sowie Teile der Northern Line von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag rund um die Uhr in Betrieb sein werden. Derzeit fahren die Züge werktags von fünf Uhr morgens bis ein Uhr nachts, sonntags von sieben Uhr morgens bis Mitternacht. Nach und nach sollen nach dem Willen des Bürgermeisters weitere U-Bahnlinien hinzukommen und der 24-Stunden-Betrieb auch auf andere Wochentage ausgedehnt werden. "Das wird Londons Ruf als beste Metropole auf dem Planeten hoffentlich fördern - eine Großstadt in der es sich lohnt zu wohnen, zu arbeiten und zu investieren", schwärmte Johnson.

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Doch die längeren Betriebszeiten kosten mehr Geld. Deshalb sollen alle 240 bemannten Fahrkartenschalter geschlossen und der Ticketkauf künftig nur noch am Automaten möglich sein. Dadurch werden 750 Stellen der derzeit 5750 starken Belegschaft an den U-Bahnhöfen wegfallen und 50 Millionen Pfund im Jahr eingespart. Kritiker befürchten allerdings,  dass die Bahnhöfe damit künftig auch weniger sicher sein werden und dass dies besonders zu Lasten von Frauen und Behinderten gehen dürfte.

Die Betreibergesellschaft Transport for London (TfL) beruhigt zwar, ein Teil der Fahrkartenverkäufer werde künftig in den Schalterhallen eingesetzt, um Passagieren beizustehen und für mehr Sicherheit zu sorgen. Tatsache ist allerdings, dass schon heute spät abends kaum mehr Personal in der U-Bahn anzutreffen ist und Boris Johnson sein Wahlversprechen gebrochen hat: denn während des letzten Wahlkampfs hatte er stets versichert, mit ihm an der Spitze werde es keine Schließung der Fahrkartenschalter und keine unbemannten U-Bahnhöfe geben.

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