Über 100 Tote: Weltweites Entsetzen nach Terrorwelle in Indien

Über 100 Tote: Weltweites Entsetzen nach Terrorwelle in Indien

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Feuerwehrleute versuchen, die Brände im Hotel "Taj Mahal" in Mumbai (Bombay) zu löschen

Die Terrorwelle in der indischen Finanzmetropole Mumbai (Bombay) mit mehr als 100 Toten und über 300 Verletzten hat weltweites Entsetzen hervorgerufen. Unter den Opfern ist auch ein Deutscher. Mehrere Stunden nach den Anschlägen stürmten Kommandotruppen heute eines der von den Angreifern besetzten Hotels.

Der Einsatz im Luxushotel Taj Mahal und ein Ausgehverbot um das Gebäude markierten den Beginn eines Angriffs von Sicherheitskräften auf die Attentäter, die nach Behördenangaben mehrere Geiseln festhielten. Vor dem Taj Mahal, das teilweise brannte, fuhren Krankenwagen auf. Auch eine Gruppe Manager der Deutschen Bank soll sich nach Informationen des Online-Dienstes "Conference And Incentive Travel" zum Zeitpunkt der Attentate in dem Hotel aufgehalten haben. Journalisten wurden zurückgedrängt. Als die Sicherheitskräfte in das Hotel eindrangen, waren Schüsse zu hören. Mindestens drei Tote wurden am Nachmittag (Ortszeit) aus dem Gebäude geborgen. Auch etwa ein Dutzend ursprünglich als Geiseln festgehaltene Ausländer wurden aus dem Hotel herausgebracht. Soldaten vor dem Hotel erklärten, der Einsatz werde wohl einige Zeit dauern. Die Einsatzkräfte arbeiteten sich auf der Suche nach den Angreifern langsam von Zimmer zu Zimmer vor. Auf den Dächern von umliegenden Gebäuden des nahe gelegenen Oberoi-Hotels waren Soldaten postiert. Auf einem aus einem Fenster gehängten Transparent war zu lesen „Rettet uns“.

In der vergangenen Nacht hatten Gruppen schwer bewaffneter Angreifer zwei Luxushotels gestürmt, außerdem ein beliebtes Restaurant, Krankenhäuser und einen Bahnhof. Bei der Anschlagsserie an mindestens zehn Orten wurden nach Regierungsangaben mindestens 104 Menschen getötet, 314 erlitten Verletzungen. Eine bislang unbekannte Gruppe namens Deccan Mujahideen bekannte sich in E-Mails an indische Medien zu der Anschlagsserie. Augenzeugen zufolge suchten die Angreifer gezielt Briten und Amerikaner. Im Taj Mahal hätten sie gerufen: „Wer hat amerikanische oder britische Pässe?“ sagte der Brite Ashok Patel, der aus dem Hotel entkam. Dort wohnte auch eine europäische Parlamentariergruppe, die sich retten konnte.

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Verletzte und tote Pendler im Quelle: AP

Verletzte und tote Pendler im Bahnhof Chatrapathi in Mumbai

Bild: AP

Die Behörden vermuteten, dass im Taj Mahal 15 Ausländer als Geiseln genommen wurden. Im Hotel Oberoi wurden nach Angaben eines Behördensprechers ebenfalls Geiseln genommen, darunter wohl ebenfalls mehrere Ausländer. Bei dem toten Deutschen handelt es um den Münchner Medienunternehmer Ralph Burkel, wie sein Geschäftspartner Ralph Piller mitteilte. Er habe versucht, sich aus dem Taj Mahal zu retten und sei dabei zu Tode gestürzt. Aus Krankenhäusern verlautete, unter den Toten sei ein Japaner, neun Europäer seien verletzt eingeliefert worden. Alle kämen aus dem Taj Mahal.

Polizeisprecher A. N. Roy sagte, unter den Toten seien drei ranghohe indische Polizisten - darunter auch der Chef der Antiterroreinheit. Nach Behördenangaben wurden bei Gefechten acht Verdächtige erschossen und neun weitere verhaftet. Die Kriegsmarine untersuchte auch einen verdächtigen Frachter, der kürzlich aus Pakistan kam. Nach Angaben der in New York ansässigen Organisation Chabad Lubavitch wurde außerdem der Sitz der ultraorthodoxen jüdischen Gruppe in Bombay von bewaffneten Männern gestürmt. Ein Junge und zwei Frauen seien am Vormittag von der Polizei aus dem Gebäude geführt worden, berichtete ein Augenzeuge.

Bundesregierung verurteilt Anschläge

Bombay ist wiederholt Schauplatz von Terrorakten gewesen, für die meist islamische Extremisten verantwortlich gemacht wurden. Bei einer Serie von Bombenexplosionen im Juli 2006 kamen 187 Menschen ums Leben. Seit Mai hat sich eine Gruppe namens Indian Mujahideen zu mehreren Anschlägen bekannt, bei denen mehr als 130 Menschen getötet wurden. Die Anschlagswelle wurde weltweit scharf verurteilt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bot der indischen Regierung Hilfe bei der Bewältigung der Anschläge an. Der britische Außenminister David Miliband sagte, die Anschläge zeigten erneut das Ausmaß der Bedrohung, das von gewaltsamen Extremisten ausgehe. In Washington sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Tony Fratto: „Wir verurteilen diese Angriffe und den Verlust von unschuldigem Menschenleben.“ Auch NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer verurteilte die Anschläge scharf.

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