Ukraine-Krise: Eskalation im Gasstreit befürchtet

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Ukraine-Krise: Eskalation im Gasstreit befürchtet

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Der Ukraine könnte ab Montag das Gas ausgehen. Russland droht mit einem Lieferstopp, sofern die Gas-Schulden bis dahin nicht bezahlt werden.

Möglicherweise könnten am Montag russische Gaslieferungen an die Ukraine unterbrochen werden. Denn dann läuft eine von Moskau gesetzte Frist aus. Die ukrainische Führung stellt sich schon auf einen Lieferstopp ein.

Im milliardenschweren Gasstreit mit Russland hat die ukrainische Führung die eigene Bevölkerung auf einen bevorstehenden Lieferstopp vorbereitet. Ab Montag sei mit einer Unterbrechung der russischen Lieferungen zu rechnen, teilte der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk am Freitag mit. Dann läuft eine Frist Moskaus aus. Die Fronten sind verhärtet. Ein erstes Telefongespräch der Präsidenten beider Länder, Wladimir Putin und Petro Poroschenko, trug auch nicht zur Entspannung in den umkämpften Regionen der Ostukraine bei.
Bereits in den vergangenen Jahren war es im Streit um offene Rechnungen zu Unterbrechungen der Gaslieferungen an die Ukraine gekommen. Das bekamen auch Abnehmer in der Europäischen Union zu spüren. Die Ukraine ist das wichtigste Transitland für den Energiefluss in den Westen. Kiew hat nach eigenen Angaben nicht ausreichend Mittel im Staatsbudget, um die Schulden bei Russland zu begleichen.

Ukraine-Krise Kiew sollte Gaspreis der Russen akzeptieren

Die ukrainische Regierung lehnt den russischen Gaspreis ab – und riskiert einen Lieferstopp, der Europa treffen würde. Das ist riskant und naiv. Das Land sollte lieber mit dem Energiesparen beginnen.

huGO-BildID: 37409936 A pressure gauge is seen at a gas compressor station near Uzhhorod in this May 21, 2014 file photo. In clinching a $400 billion deal in May, 2014, to buy Russian gas, China may end up helping out its old political and economic rival in a way that matters hugely for Japan - energy security. The China-Russia agreement, the biggest gas deal ever, unlocks new gas supplies and could bring down gas prices across Asia, a development that would pay the biggest dividends for Japan, the world's top buyer of liquefied natural gas. REUTERS/Gleb Garanich/Files (UKRAINE - Tags: ENERGY POLITICS BUSINESS) Quelle: REUTERS


Bei schweren Gefechten vertrieben Regierungseinheiten nach eigenen Angaben die prorussischen Separatisten aus dem Zentrum der Großstadt Mariupol am Asowschen Meer. Die Armee setzte demnach Granatwerfer und gepanzerte Fahrzeuge ein. Mindestens fünf Aufständische seien getötet und vier Soldaten verletzt worden, teilte Innenminister Arseni Awakow mit. „Über dem Rathaus weht wieder die ukrainische Flagge.“
Bei Kämpfen im Gebiet Donezk erlitten die militanten Gruppen dem Verteidigungsministerium zufolge bedeutende Verluste. So seien bei der Ortschaft Stepanowka bereits am Donnerstag mehr als 40 Separatisten getötet worden.
An der Grenze zu Russland brachten Regierungseinheiten nach Kiewer Angaben einen rund 120 Kilometer langen Gebietsstreifen unter ihre Kontrolle. Jedoch sei ein rund 184 Kilometer langer Abschnitt weiter in der Gewalt der Separatisten.
Experten in Kiew schließen nicht aus, dass über diesen Abschnitt aus Russland Waffen an die Aufständischen geliefert werden könnten. Der neue ukrainische Präsident Poroschenko hatte sich beim Telefonat mit Putin am Donnerstag über das angebliche Eindringen russischer Panzer auf ukrainisches Staatsgebiet beschwert. Nach unbestätigten Angaben könnten die Panzer ursprünglich auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim stationiert gewesen sein.

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Ukraine-Krise Gasverhandlungen zwischen Kiew und Moskau stocken

Moskau und Kiew streiten weiter über den Preis russischer Erdgaslieferungen. Beide Seiten sind bei nächtlichen Verhandlungen in Brüssel immerhin bemüht, kein Öl ins Feuer zu gießen.

Unter akutem Zeitdruck setzen Russland und die Ukraine ihre Verhandlungen über ein Ende des Streits um Erdgaslieferungen fort. Quelle: dpa


Im zugespitzten Gasstreit wies Russland Spekulationen über neue Verhandlungen an diesem Samstag zurück. „In den nächsten Tagen ist kein Treffen geplant. Wir warten auf unser Geld“, sagte Sprecherin Olga Golant vom Energieministerium in Moskau der Agentur Itar-Tass. Die Ukraine müsse ihre Schulden bis zu diesem Montag, 8.00 Uhr MESZ, bezahlen. In den vergangenen Tagen waren bereits ähnliche Fristen verstrichen. Der russische Gazprom-Konzern erwartet von der Ukraine die zeitnahe Zahlung von 1,951 Milliarden US-Dollar (rund 1,44 Milliarden Euro).
Derzeit fordert Russland 485,5 US-Dollar je 1000 Kubikmeter Gas. In Verhandlungen hatte Moskau einen Preis von rund 385 US-Dollar angeboten. Die Ukraine will aber nur 268 US-Dollar zahlen.
Die EU-Kommission gab im Rahmen eines milliardenschweren Rettungspakets 250 Millionen Euro Finanzhilfe für das krisengeschüttelte Land frei. Mit der Budgethilfe könne Kiew unter anderem Reformen im Justiz- oder Verwaltungsbereich finanzieren, teilte die Behörde am Freitag in Brüssel mit. Im Rahmen des im März angekündigten EU-Pakets von elf Milliarden Euro für die Ukraine stehen insgesamt 355 Millionen Euro für die Stärkung staatlicher Institutionen zur Verfügung. Die nächste Teilzahlung von 105 Millionen Euro soll in den nächsten Monaten fließen.

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