Ukraine-Krise: Joe Biden wird zum Brandstifter

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Ukraine-Krise: Joe Biden wird zum Brandstifter

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US-Vizepräsident Joe Biden besucht die Ukraine und verspricht militärische Hilfe

von Florian Willershausen

US-Vizepräsident Joe Biden verspricht der Ukraine in Kiew militärische Hilfe – und heizt damit den Konflikt mit Russland weiter an. Ob die Spaltung abgewendet werden kann, bleibt offen.


Je nachdem woher der Wind weht, kann US-Vizepräsident Joe Biden den „Maidan“ riechen, wenn er auf dem Balkon des Hyatt-Hotels am Sophienplatz in Kiew steht. Es ist der Geruch der Lagerfeuer, die sie etwas unterhalb des Hotels abends auf dem Unabhängigkeitsplatz entzünden. Ein halbes Jahr campieren dort schon einige Hundert zerzauster Ukrainer in Armeezelten; die Gesichter meist schwarz vor Ruß, die Tarnfleck-Jacken schmutzig.

Die Reste der Revolution sind oft arme Leute, die in ihrer Zeltstadt Gesellschaft finden und warme Mahlzeiten bekommen.

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Kiew US-Vize Biden trifft ukrainische Führung

Die Ukrainekrise ist längst nicht ausgestanden. Die Fronten zwischen Washington und Moskau sind weiterhin verhärtet. Was US-Vize Biden in Kiew bewirken kann, bleibt abzuwarten.

huGO-BildID: 36536641 U.S. Vice President Joe Biden , left, is greeted upon arrival at Borispol airport outside Kiev, Ukraine, Monday April 21, 2014. U.S. Vice President Joe Biden will meet with Ukraine's acting president, Oleksander Turchinov, and Prime Minister Arseny Yatseniuk on Tuesday, during a visit to Kiev. (AP Photo/Sergei Chuzavkov) Quelle: AP

Joe Biden machte einen großen Bogen um die Lagerfeuer auf dem Maidan. Der Sonnyboy aus Pennsylvania goss im klobigen Regierungssitz dafür reichlich Öl ins Feuer: Zwar fiel seine Finanzzusage von 50 Millionen Dollar Soforthilfe umfänglich bescheiden aus. Aber er kündigte die militärische Unterstützung der Ukraine an, die sich im Osten einer Bedrohung durch russlandnahe Separatisten ausgesetzt sieht. Das dürfte auf Moskau ähnlich provokativ wirken wie der Besuch des CIA-Präsidenten John Brennan ein paar Tage zuvor. Und gibt Wasser auf die Mühlen der russischen Propaganda, die jegliche Form politischer Proteste im Nachbarland als von den USA finanziert und inszeniert abtut.

So kühlt niemand den Konflikt mit Russland herunter, der im Osten des Landes weiterhin am Rande einer militärischen Eskalation steht. Dort war es am Osterwochenende zu einer Schießerei mit fünf Toten gekommen – ein Zwischenfall, für den sich Russen und Ukrainer gegenseitig die Verantwortung zuschieben. Vom diplomatischen Erfolg der ukrainisch-russischen Verhandlungen in Genf ist nicht mehr viel übrig: Ein dünnes Papier schreibt vage den Abzug der Separatisten fest, doch jene pro-russischen Aktivisten im Osten halten weiterhin staatliche Gebäude besetzt. Auch auf dem Maidan sind keine Zeichen von Abzug erkennbar; noch immer ist die Kiewer Stadtverwaltung in der Hand der Demonstranten, weshalb Beamten teilweise in Hotels ihren Job tun müssen. Die Genfer Erklärung wird offenkundig ignoriert, was in Kiew kein großes Aufsehen mehr erregt.

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