Ukraine-Krise : Merkel fordert sofortige Sanktionen gegen Russland

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Ukraine-Krise : Merkel fordert sofortige Sanktionen gegen Russland

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Angela Merkel dringt darauf, möglichst schnell substanzielle EU-Wirtschaftssanktionen gegen Russland zu verhängen.

Bundeskanzlerin Merkel fordert sofortige Sanktionen gegen Russland. Der Grund: Moskau zeige kein Interesse an der Aufklärung des Flugzeugabschusses. Auch das Auswärtige Amt hat genug von Russlands Untätigkeit.

Bundeskanzlerin Angela Merkel dringt darauf, dass möglichst schnell substanzielle EU-Wirtschaftssanktionen gegen Russland verhängt werden. Da Russland kein Interesse an einer Aufklärung des Flugzeugabsturzes gezeigt habe, halte die Kanzlerin rasche Beschlüsse für nötig, sagte der stellvertretenden Regierungssprecher Georg Streiter am Mittwoch in Berlin. Auch eine Sprecherin des Außenministeriums kritisierte, Russland tue nicht genug. "Jetzt reicht es", sagte sie.

Merkel begrüßte, dass die EU-Kommission am Donnerstag Vorschläge zur Beschränkung des Kapitalmarktzugangs und in den Bereichen Rüstung, Dual-Use-Güter und sensitive Technologien einschließlich des Energiesektors vorlegen soll. Die EU-Botschafter sollten diese Liste nicht nur diskutieren, sondern am Donnerstag Sanktionen gegen erste russische Firmen verhängen, hieß es in Regierungskreisen. Merkel sei auch bereit zu einem EU-Sondergipfel, falls das nötig sei, sagte der Regierungssprecher.

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Umfrage von Yougov Deutsche sind für Sanktionen gegen Russland

Die meisten Deutschen sind nach dem Absturz der MH17 über der Ostukraine für Handelssanktionen gegen Russland - aber gegen ein militärisches Eingreifen in der Region.

Die EU greift durch: Russland drohen weitere Sanktionen. Quelle: dpa

Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) teilte am Mittwoch mit, dass sie einen EU-Gipfelbeschluss von letzter Woche umsetze und keine neuen Kredite mehr in Russland vergebe. Sowohl die Bundesregierung als auch der deutsche Vertreter im Weltfußballverband FIFA, Theo Zwanziger, wiesen Forderungen aus der Politik zurück, die WM 2018 in Russland zu boykottieren.

Die EU-Außenminister hatten am Dienstag auch beschlossen, dass auch solche Personen mit Sanktionen belegt werden können, die russische Entscheidungsträger unterstützen, die für die Eingliederung der ukrainischen Krim oder die Destabilisierung der Krim Verantwortung tragen. Zudem sollen Personen mit Sanktionen belegt werden können, die durch solche Entscheidungsträger begünstigt werden. Damit könnten nach Angaben eines EU-Diplomaten erstmals Personen im direkten Umfeld von Russlands Präsident Wladimir Putin getroffen werden. Die EU nähere sich damit dem Vorgehen der USA an.

Treffen der Außenminister EU droht Russland weitere Sanktionen an

Schon in dieser Woche soll es so weit sein: Dann will die EU diverse neue Sanktionen gegen Russland beschließen - falls Moskau seine Ukraine-Politik nicht noch in letzter Minute ändert.

Die EU greift durch: Russland drohen weitere Sanktionen. Quelle: dpa

Bunderegierung weist Kritik zurück

Der schwedische Außenminister Carl Bildt hatte nach dem Ministertreffen begrüßt, dass erstmals über konkrete Sektoren wie Finanzen, Rüstung oder Energie gesprochen worden sei. Mehrere CDU-Außenpolitiker kritisierten dagegen, dass die Außenminister noch keine neuen Sanktionen verhängten. "Die Beschlüsse sind unzureichend", sagte Karl-Georg Wellmann, der auch Vorsitzender der deutsch-ukrainischen Parlamentariervereinigung ist. Der außenpolitische Sprecher der Union, Philipp Mißfelder, sagte, die Lage in der Ostukraine lasse gar keinen politischen Spielraum mehr, als die Sanktionen zu verschärfen. Der SPD-Finanzpolitiker Joachim Poß unterstützte Finanzsanktionen gegen russische Firmen und Personen.

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Die Bundesregierung wies die Kritik an mangelnder Entschlossenheit zurück. Merkel begrüße, dass die Außenminister die Sanktionsvorbereitung erheblich beschleunigt hätten, sagte Streiter. Für Verärgerung sorgte im Kreis der EU-Außenminister nach Angaben eines Teilnehmers allerdings, dass sich Frankreich weigert, die Lieferung eines Hubschrauberträgers an die russische Marine zu stoppen. Am Dienstagabend stellte sich heraus, dass auch Großbritannien noch Rüstungsgeschäfte mit Russland in zweistelliger Millionenhöhe abwickelt. Deutschland hatte dagegen die Lieferung eines Gefechtsübungszentrums an das russische Heer gestoppt. Der größte Teil der Ausrüstung sei noch nicht ausgeliefert worden, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums.

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