Ukraine: Poroschenko ist legitimer Präsident der Ukraine

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Ukraine: Poroschenko ist legitimer Präsident der Ukraine

, aktualisiert 26. Mai 2014, 13:49 Uhr

In der Ukraine hat Milliardär Pjotr Poroschenko bei der Präsidentenwahl einen Sieg in der ersten Runde erreicht. Die OSZE hat die Wahl als rechtmäßig eingestuft. Auch Ex-Boxprofi Vitali Klitschko errang einen Wahlsieg.

Rund drei Monate nach dem Sturz von Viktor Janukowitsch soll der Schokoladenzar Petro Poroschenko neuer Präsident der Ukraine werden. Bereits im ersten Wahlgang errang der 48-jährige Milliardär Prognosen zufolge mit über 55 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit. Die Zweitplatzierte Julia Timoschenko landete weit abgeschlagen bei knapp 13 Prozent. Im Osten des Landes hielten bewaffnete prorussische Separatisten die Bürger allerdings von der Stimmabgabe ab. In der Bergarbeiterstadt Donezk mit ihren eine Million Einwohnern blieben alle Wahllokale geschlossen, die Straßen waren menschenleer aus Angst vor Gewalt. Der neue Präsident muss die Ukraine nach der Abspaltung der Halbinsel Krim und den Unruhen im Osten aus einer existenziellen Krise führen. Ob dies gelingt, hängt maßgeblich von Russland ab. Bisher ist jedoch völlig unklar, ob der große Nachbar den Wahlausgang anerkennen wird.

Poroschenko verspricht den 45 Millionen Ukrainern eine engere wirtschaftliche und politische Anbindung an den Westen und trotzt damit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Die Abstimmung habe ihm das Mandat gegeben, seinen Europa-freundlichen Kurs fortzusetzen, erklärte der schwer reiche Süßwaren-Fabrikant nach der Bekanntgabe der Prognosen. Noch in diesem Jahr solle eine Parlamentswahl stattfinden, kündigte er an. Als erstes werde er aber in den Osten des Landes reisen, um "Krieg und Chaos" dort zu beenden. Verhandlungen mit den Separatisten schloss er aus, bis sie ihre Waffen niederlegten.

Russlands "Besatzung der Krim" werde er nie anerkennen, betonte Poroschenko in seiner Wahlkampfzentrale. Dennoch wird sich der schwer reiche Geschäftsmann bemühen müssen, die Beziehungen zum großen Nachbarn im Norden wieder zu flicken. Denn die Ukraine steht finanziell am Abgrund - und Russland liefert ihr nicht nur einen Großteil ihres Erdgases, sondern ist auch der größte Absatzmarkt für ihre Waren. Das endgültige Wahlergebnis wird am Montag erwartet.

Ukraine-Konflikt Zu früh zum Wählen

Dem Referendum für die Unabhängigkeit der Ost-Ukraine mangelt es ebenso an Legitimität wie dies bei den Präsidentschaftswahlen in zwei Wochen der Fall sein wird. Kiew sollte das Land einen – und dann wählen lassen.

Vor einem ukrainischen Wahllokal steht ein Mann mit einem Gewehr Quelle: AP

Poroschenko gilt als Pragmatiker, dem zugetraut wird, die Spaltung der Ukraine in Anhänger und Feinde der Führung in Moskau zu heilen. Der Geschäftsmann diente sowohl im Kabinett des ehemaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch als auch in einer früheren Regierung von dessen Gegnern als Minister. Zuletzt unterstützte er die Proteste der Maidan-Bewegung, die Janukowitsch im Februar aus dem Amt vertrieb. Die Demonstranten setzten sich für eine engere Anbindung ihres Landes an die Europäische Union statt an Russland ein, was Janukowitsch mit seiner Politik vorantrieb.

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