UN-Klimakonferenz: Klima-Schäden in Warschau

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KommentarUN-Klimakonferenz: Klima-Schäden in Warschau

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Der amtierende Bundesumweltminister Peter Altmaier nimmt heute am Mittwoch und am Freitag an der UN-Klimakonferenz in Warschau teil.

von Cordula Tutt

Warum die Mammutdiplomatie zum Schutz der Erdatmosphäre nicht funktioniert und warum das sowohl Regierungen wie Umweltschützer nicht zugeben wollen.

Kein Durchbruch in Sicht, nirgends. Den Klimawandel in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf. Beim Weltklimagipfel in Warschau taugt höchstens das Wort Durchwurschteln für das, was die Vertreter der mehr als 190 Länder seit Anfang voriger Woche zu Stande bringen. Der amtierende Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) nimmt heute am Mittwoch und am Freitag an der Mammutkonferenz teil. Das ist offiziell der Abschlusstag, geplant war mal ein Ergebnis mit greifbaren Regeln zum Schutz der Erdatmosphäre.

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Die Stippvisiten zeigen, dass in der Bundesregierung niemand an großartige Ergebnisse oder Weichenstellungen glaubt. Der Regierungschef des Gastgebers und Kohlelandes Polen, Donald Tusk, bildet nebenher grade sein Kabinett um, auch ein neuer Umweltminister soll her. Der bisherige darf noch auf Abruf die Konferenz weiter leiten. Deutlicher kann es kaum sein, wie ziellos Verhandlungen über den Schutz des Klimas inzwischen sind.

Keine Seite mag das jedoch zugeben: Zu lang ist der Zeitraum, über den sich Staaten zu Bescheidenheit verpflichten sollen. Zu gering ist die Bereitschaft, auf eigenes Wirtschaftswachstum oder Freiheit in der Energieversorgung zu verzichten – sei es für nachfolgende Generationen oder andere Weltregionen, denen der Wandel Hochwasser oder Dürre beschert. Da helfen auch keine Weltklimaberichte, die prognostizieren, dass die Erderwärmung deutlich höher ausfallen wird als zwei Grad im Vergleich zur Zeit vor der Industrialisierung. Auch die allgegenwärtigen Umweltschützer in Warschau scheuen sich einzugestehen, dass die herkömmliche Klima-Diplomatie, ein gemeinsames Handeln vieler Regierungen, nicht mehr recht funktioniert.  Langfristige Verpflichtungen und Verbindlichkeiten sind nicht in Sicht.

Der Klimawandel in Zahlen

  • 70.000km²

    Um 70.000 km² – das entspricht etwa der Größe Bayerns – ist der Eispanzer der Arktis in diesem Sommer gegenüber 2007 geschrumpft. 2050 könnte das nördliche Polarmeer im Sommer eisfrei sein.

  • Fast verfünffacht

    Fast verfünffacht hat sich die Zahl der Wetterkatastrophen in Nordamerika seit 1980. In Asien legte sie um das Vierfache, in Europa um das Zweifache zu.

  • Ein Drittel

    Rund ein Drittelsaurer sind die Meere geworden. Folge: Korallen, Muscheln und Fische wachsen langsamer. Bis 2100 könnte die Versäuerung um 150 Prozent steigen.

  • 0,4°C

    0,4°C ist die Erde seit 1980 wärmer geworden. Bis 2100 könnte sich das Klima um rund vier Grad aufheizen.

  • 5cm

    Um 5 cm sind die Meeresspiegel seit 1990 im Mittel gestiegen. Bei einer globalen Erwärmung um zwei Grad werden die Pegel wahrscheinlich um 2,7 m höher sein.

  • 15 Prozent

    Um 15 Prozent sinkt die Reisproduktion bis 2050 in den Entwicklungsländern als Folge der globalen Erwärmung. Bei Weizen werden 13 Prozent weniger geerntet werden.

Stattdessen müssten sich alle Beteiligten mit Eifer damit beschäftigen, wer wem und mit wie viel Geld  hilft, wenn eben schon Klimaschäden zu beklagen sind.  Die Regierungen zieren sich, schließlich könnte das für die Industriestaaten teuer werden. Die Umweltschützer meiden das Thema noch, weil sie damit eingestehen müssten, dass der Klimaschutz nicht funktioniert, sondern es vorrangig noch darum geht, wie mit den Folgen des Wandels umgegangen wird.

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Und so hat nun das große Pokerspiel begonnen. 100 Milliarden Dollar pro Jahr hatten die Industrienationen schon einmal den Entwicklungsländern in Aussicht gestellt, damit sie die  Folgen von Taifunen und Dürre oder den Verlust von Ackerflächen bewältigen können. Umweltminister Altmaier hat nun wohl jährlich etwa drei Milliarden Euro dafür ab 2020 für Deutschland als möglich bezeichnet.

"Wir erwarten allerdings, dass auch andere Länder ihren Verpflichtungen nachkommen", sagte Merkels Mann in Warschau schnell noch hinterher. Mal wieder – erstmal müssen sich alle bewegen und das ist in Warschau unwahrscheinlicher denn je.

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