Ungarns Rolle im Holocaust: Orban bezeichnet Mitwirkung als Verbrechen

Ungarns Rolle im Holocaust: Orban bezeichnet Mitwirkung als Verbrechen

, aktualisiert 18. Juli 2017, 15:18 Uhr
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Benjamin Netanjahu und Viktor Orban bei einer Pressekonferenz.

Quelle:Handelsblatt Online

Viktor Orban hat die Mitwirkung Ungarns am Holocaust verurteilt. Unter Führung von Staatschef Miklos Horthy kollaborierte Ungarn mit Hitler-Deutschland und beteiligte sich auch an der Deportation jüdischer Menschen.

BudapestDer ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat die Mitwirkung Ungarns am Holocaust mit deutlichen Worten verurteilt. „Ungarn hat ein Verbrechen begangen, als es, anstelle die jüdische Gemeinschaft zu verteidigen, mit den Nazis kollaboriert hat“, sagte der rechts-konservative Politiker am Dienstag in Budapest auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. „Dies darf sich nie wieder ereignen“, fügte er hinzu.

Unter dem ungarischen Staatschef Miklos Horthy (1868-1957) hatten die ungarischen Behörden in Zusammenarbeit mit den Deutschen eine halbe Million ungarische Juden nach Auschwitz deportiert. Die meisten von ihnen kamen dort in den Gaskammern ums Leben. Horthy war im Zweiten Weltkrieg Hitlers Verbündeter.

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Netanjahu war am Montag zu einem mehrtägigen offiziellen Besuch in Budapest eingetroffen. Auf dem Programm stand auch ein Treffen mit den Regierungschefs der Visegrad-Vier (Ungarn, Polen, Tschechien, Slowakie). Ungarn hat in der Staatengruppe seit Beginn dieses Monats den Vorsitz.

Orban, der seit 2010 in Ungarn regiert, äußert sich zum Holocaust in der Regel nicht so deutlich, wie er es am Dienstag tat, als er die Nazi-Kollaboration unter Horthy ansprach. Kritikern zufolge fördert er sonst eher geschichtsrevisionistische Ideologien und antisemitische Stimmungen. Zuletzt sorgten Plakate einer Regierungskampagne für internationale Kritik. Diese hatten den US-Milliardär George Soros, einen Förderer der liberalen Demokratie, mit antisemitischen Untertönen diffamiert.

Quelle:  Handelsblatt Online
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