Ungewöhnlicher Schritt: Nordkorea lässt zwei gefangene US-Amerikaner frei

Ungewöhnlicher Schritt: Nordkorea lässt zwei gefangene US-Amerikaner frei

Nordkorea lenkt ein und lässt auch die letzten im Land festgehaltenen US-Bürger frei. Die USA erreichen das mit einem ungewöhnlichen Schritt: Der Geheimdienstchef kümmert sich persönlich darum.

Nordkorea hat die beiden letzten im Land inhaftierten US-Amerikaner in ihre Heimat ausreisen lassen. Das kommunistische Regime stimmte ihrer Freilassung zu, nachdem der US-Geheimdienstchef James Clapper sich persönlich in Pjöngjang dafür eingesetzt hatte. Über mögliche Gegenleistungen der USA wurde nichts bekannt. Clapper begleitete die beiden US-Bürger Kenneth Bae und Matthew Todd Miller auf ihrem Heimflug. Die drei seien in der Nacht zum Sonntag um 06.15 Uhr MEZ auf dem Stützpunkt Lewis-McChord im US-Staat Washington gelandet, teilte ein Regierungssprecher in der Hauptstadt Washington mit.

Die bisherigen Machthaber Nordkoreas

  • Kim Il-sung

    Kim Il-sung führte das Land von 1948 bis zu seinem Tod 1994 mit einer eigenen Ideologie, die Nordkorea von anderen Staaten abschottete.Er gilt als der Staatsgründer Nordkoreas und wird bis heute als "Ewiger Präsident" verehrt. Sein Sohn Kim Jong-il wurde systematisch als Nachfolger aufgebaut.

  • Kim Jong-il

    Während sein Vater als "Ewiger Führer" verehrt wurde, schreibt die nordkoreanische Propaganda ihm die Attribute "geliebter Führer" und "Sonne des 21. Jahrhunderts" vor. Durch seinen frühen Tod 2011 herrschte er nur 17 Jahre über Nordkorea und machte das Land währenddessen zu einer Atommacht. Überraschend wurde erst ein Jahr vor dem Tod sein drittgeborener Sohn als Nachfolger präsentiert.

  • Kim Jong-un

    Als "Geliebter Führer" wird in der nordkoreanischen Propaganda dargestellt - und er hat mit nur 30 Jahren die Geschäfte in Nordkorea übernommen. Anders als sein Vater konnte er nicht als Nachfolger aufgebaut werden und muss sich seinen Platz in der nordkoreanischen Politik erst erkämpfen: Das macht er, in dem er sich durch hartes Auftreten auszeichnet, aber auch offen Fehler zugibt.

„Ich möchte einfach nur allen meinen Dank sagen, dass sie mich während dieser Zeit unterstützt und an meiner Seite gestanden haben“, sagte Bae nach seiner Rückkehr im Fernsehen. Der 45-jährige Missionar und Fremdenführer koreanischer Abstammung war seit November 2012 in Nordkorea festgehalten worden. Im April 2013 wurde er wegen „feindlicher Handlungen“ zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt. Der 24-jährige Kalifornier Miller war als Tourist nach Nordkorea gereist, im April festgenommen und dann wegen Spionage zu sechs Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Ihm wurde vorgeworfen, sein Visum zerrissen und um Asyl gebeten zu haben - mit der Absicht, im Gefängnis zu landen und dort Informationen über Menschenrechtsverletzungen zu sammeln.

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Geheimdienstchef Clapper war dem Sender CNN zufolge als Gesandter des US-Präsidenten Barack Obama nach Pjöngjang gereist - ein ungewöhnlicher Schritt. Obama sagte am Samstag, er sei dankbar für die Rückkehr der beiden US-Bürger. Die Verhandlungen über ihre Freilassung seien eine schwierige Aufgabe gewesen. Erst vor wenigen Wochen hatte Nordkorea einen anderen US-Bürger, Jeffrey Fowle, nach fünf Monaten Gefangenschaft heimreisen lassen. Nach US-Informationen befinden sich damit keine Amerikaner mehr in nordkoreanischem Gewahrsam. Südkorea begrüßte die Freilassung der beiden Amerikaner und rief Nordkorea auf, nun auch den inhaftierten südkoreanischen Missionar Kim Jeong-wook freizulassen.

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