Uno-Vollversammlung: Ahmadinedschad beklagt Zustand der Welt

Uno-Vollversammlung: Ahmadinedschad beklagt Zustand der Welt

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huGO-BildID: 28153341 epa03411353 Mahmoud Ahmadinejad, President of the Islamic Republic of Iran, shows a 'V' sign before he addresses the 67th session of the United Nations (UN) General Assembly at UN headquarters in New York City, New York, USA, 26 September 2012. EPA/SVEN HOPPE +++(c) dpa - Bildfunk+++

In den vergangenen Jahren hat der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad immer wieder mit Beschimpfungen für einen Eklat in der Vollversammlung geführt. Diesmal beklagte er den Zustand der Welt, der unter Hochrüstung, Arroganz und Armut leide. Direkte Angriffe richtete er nur gegen Israel.

Auf den ersten Blick ist bei der UN-Generaldebatte in New York alles wie sonst. Wie jedes Jahr logiert Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad mit großem Gefolge im „Warwick“, einem der feinsten Hotels der Stadt, in der 54. Straße, gleich um die Ecke des Central Parks. Fast eine Million Dollar kosten die Zimmer für die 140 Leute, die der Holocaust-Leugner für seinen inzwischen achten Besuch bei den Vereinten Nationen mitgebracht hat. Draußen halten Demonstranten ihre Plakate hoch.

Und wie jedes Jahr wartete die Diplomatenwelt auf den großen Eklat. Aber ausgerechnet bei seinem mutmaßlich letzten Auftritt vor der Vollversammlung zeigte sich der aktuell wohl größte Krawallmacher der internationalen Politik für seine Verhältnisse ungewöhnlich zahm.

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Selbstverständlich ist der 55-Jährige, dessen zweite Amtszeit im Sommer 2013 endet, wieder für Attacken gegen „Welt-Zionismus“ und „Welt-Kapitalismus“ gut. Aber die ganz wüsten Beschimpfungen bleiben zur allgemeinen Überraschung aus.

Nur an einer Stelle in seiner halbstündigen Rede beklagt sich Ahmadinedschad über die „unzivilisierten Zionisten“, die mit ihrer Über-Militarisierung die „große Nation des Iran“ bedrohten. Die neue Friedfertigkeit gipfelt in der Einschätzung: „Ich glaube nicht, dass Muslime, Christen, Juden, Hindus, Buddhisten und andere irgendwelche Probleme miteinander haben oder sich feindlich gegenüberstehen.“

Ahmadinedschad schließt mit den Worten: „Die Ankunft des wahren Heilands wird Frieden über die Welt bringen.“ Jetzt rätseln die vielen Ahmadinedschad-Experten, was der zahme
Auftritt zu bedeuten hat. Vielleicht nahm sich der iranische Präsident tatsächlich die Worte von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zu Herzen, der angesichts der angeheizten Atmosphäre im Atomstreit mit dem Iran vor den „schädlichen Folgen von Hetz-Rhetorik“ gewarnt hatte. Aber wer weiß das schon? Auf die Schnelle jedenfalls wusste keiner eine rechte Antwort.

So erwiesen sich die Vorsichtsmaßnahmen, die eine ganze Reihe von Delegationen getroffen hatten, als etwas übertrieben. Die USA und Israel tauchten zu der Rede an Jom Kippur - dem höchsten jüdischen Feiertag - gar nicht erst auf. Bundesaußenminister Guido Westerwelle ließ sich - ebenso wie viele europäische Kollegen - von einem Diplomaten vertreten, der in der Hierarchie noch nicht ganz so wichtig ist.

Vereinbart war, dass man - wie in früheren Jahren - bei bestimmten Stichworten wie einer abermaligen Holocaust-Leugnung geschlossen aus dem Saal marschiert. Für den Westerwelle-Ersatz wäre dies besonders einfach gewesen: Wegen Lospechs hat die Bundesrepublik dieses Jahr in der Vollversammlung nur einen Platz in der vorletzten Reihe. Mangels Eklat durften aber alle sitzen bleiben.

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Auch vor dem erstaunlich gemäßigten Auftritt galt in New York aber schon die Linie, mit dem Iran wenn irgend möglich im Gespräch bleiben - unabhängig von Ahmadinedschad. Ein Diplomat aus der 5+1-Gruppe (die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats und Deutschland), die mit Teheran verhandelt, sagte dazu: „Wir glauben, dass Ahmadinedschad im iranischen Machtgefüge keine entscheidende Rolle mehr spielt. Er ist heute schon eine lahme Ente.“

So hofft man weiter darauf, dass der Iran durch den Druck der Sanktionen doch noch zum Verzicht auf die Entwicklung einer eigenen Atombombe gebracht werden kann. Übernächste Woche will die EU zusätzliche Strafmaßnahmen verhängen. Darüber hinaus haben sich die Außenminister der 5+1-Staaten für diesen Donnerstag in New York zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder zum Gespräch verabredet. Bei all dem Streit über die Syrien-Politik will man ein Zeichen der Einigkeit setzen. Auch ein Unterschied zum vorigen Mal.

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