Unruhen in Tibet : China verstärkt Truppen in Tibet

Unruhen in Tibet : China verstärkt Truppen in Tibet

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Tibeter verbrennen Fahrräder und Motorräder in Lhasa, Tibet.

Tibet und die Nachbarprovinzen sind weiter von der Außenwelt abgeriegelt. China verstärkt Truppen in Tibet und den Nachbarprovinzen Sichuan und Gansu. Deutscher Korrespondent aus Tibet ausgewiesen.

Die chinesische Regierung hat auf die Protestbewegung in Tibet und zwei Nachbarprovinzen mit verstärkter Truppenpräsenz reagiert.

Eine Tibeterin im Nordwesten von Sichuan sagte telefonisch: „Es sind viele, viele Soldaten da. Ich habe Angst, das Haus zu verlassen.“ Sie habe von zahlreichen Verhaftungen gehört, sagte die Bewohnerin des Bezirks Aba.

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Offenbar kommt es in den tibetisch besiedelten Regionen der Nachbarprovinzen Sichuan und Gansu weiterhin zu vereinzelten Protestaktionen. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete am Donnerstag erstmals von Unruhen in diesen Provinzen.

In Aba, das auf Tibetisch Ngawa heißt, seien am Sonntag Geschäfte und Regierungsgebäude angegriffen worden, meldete Xinhua. Ähnliche Vorfälle habe es in fünf Regionen der Provinz Gansu gegeben.

Die chinesischen Behörden haben Tibet und die angrenzenden Provinzen weiter für alle Ausländer abgeriegelt. Damit wird eine Region isoliert, die vier Mal so groß wie Frankreich ist.

Das Außenministerium in Peking äußerte sich „ernsthaft besorgt“ über eine Ankündigung des britischen Premierministers Gordon Brown, im Mai mit dem Dalai Lama zusammenzutreffen. Der Sprecher des Außenministeriums, Qin Gang, forderte nach einer Meldung von Xinhua, dass kein Staat dem Dalai Lama ein politische Forum bieten dürfe. Dieser sei ein „politischer Flüchtling, der an Aktivitäten beteiligt ist, China unter dem Deckmantel der Religion zu spalten“.

Deutscher Korrespondent aus Tibet ausgewiesen

Mit der Ausweisung der letzten ausländischen Journalisten aus Tibet geht die Chance verloren, den Ursachen der schweren Ausschreitungen in Lhasa auf den Grund zu gehen. „Letztlich weiß man doch noch gar nicht, was passiert ist“, sagte der deutsche Korrespondent Georg Blume vor seiner Abschiebung aus Lhasa am Donnerstag in einem Telefongespräch mit der Deutschen Presse Agentur dpa in Peking.

„Es muss hier vor Ort mit den Augenzeugen geredet werden, um die Wahrheit herauszufinden. Denn jede Information, die aus Peking oder Dharamsala kommt, ist doch letztendlich verdächtig.“ Blume ist China-Korrespondent der Wochenzeitung „Die Zeit“ und der Berliner „taz“.

Gerade sei es in Lhasa möglich gewesen, auch ausführlicher mit Augenzeugen und Teilnehmern an den Demonstrationen zu sprechen. Auch Aussagen von chinakritischen Tibetern, die das Vorgehen der Polizei gegen den plötzlichen Gewaltausbruch auch durchaus in einem positiven Licht dargestellt hätten, habe er gehört. „Solche Berichte kommen jetzt eben auch nicht mehr an die Öffentlichkeit“, sagte Blume.

Ein Tibeter, der sich als Unterstützer des Dalai Lama und scharfer Chinakritiker erwiesen habe, habe ihm gegenüber eingeräumt: „Ehrlich gesagt, mit der Gewalt sind wir zu weit gegangen.“ Dieser Augenzeuge habe ferner berichtet, dass die Polizei nicht geschossen habe. „Aber wenn die Behörden dich dann ausweisen, bist du dir wieder nicht sicher, ob sie nicht doch etwas zu verbergen haben“, sagte Blume, der auch gesehen hat, wie bewaffnete paramilitärische Polizisten von Haus zu Haus gingen, um verdächtige Tibeter festzunehmen.

Auch die tieferen Ursachen der Gewalt wie wirtschaftliche und soziale Diskriminierung könnten nicht weiter ergründet werden, wenn China ausländische Journalisten aus Tibet ausweise. „Es geht viel verloren. Es wäre eine Chance aufzuklären“, sagte Blume, dem es mit der Journalistin Kristin Kupfer, die in Peking für das österreichische Magazin „Profil“ akkreditiert ist, gelungen war, am Tag nach Ausbruch der schweren Unruhen am Freitag ohne die sonst für Tibet erforderliche Genehmigung nach Lhasa zu reisen. „Es ist hoch interessant, was hier an Leid zu erfahren ist.“

Seit ihrer Ankunft in Lhasa habe die Ausländerpolizei sie aufgefordert, das Hochland wieder zu verlassen. „Seit Samstag sind sie jeden Tag ins Hotel gekommen“, sagte Blume. Die entsandten Beamten seien immer hochrangiger geworden. Schließlich sei ihre Weigerung auch als Verstoß gegen die Vorschriften für Journalisten in China gewertet worden, weil sie keine Genehmigung für Tibet gehabt hätten. „Man sagte uns, dass wir schon lange bevorzugt behandelt worden seien, dass wir aber Probleme bekommen, wenn wir jetzt nicht gehen“, sagte Blume, der von einem „einschüchternden“ Ton sprach. „Es wurde mit dem Entzug der Aufenthaltserlaubnis generell gedroht.“ Auch das Hotel habe ihnen am Donnerstag mitgeteilt, die Polizei habe verboten, sie weiter als Gäste zu beherbergen.

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