Unruhen in Tibet: China weist Boykott-Überlegungen zurück

Unruhen in Tibet: China weist Boykott-Überlegungen zurück

Die antichinesischen Proteste in Tibet werden vorerst zu keinen Änderungen des geplanten olympischen Fackellaufes durch das größte Hochland der Erde und auf den Mount Everest führen.

Die chinesischen Olympia-Organisatoren haben die Überlegungen des französischen Außenministers Bernard Kouchner, aus Protest gegen das chinesische Vorgehen in Tibet die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele zu boykottieren, zurückgewiesen. „Was einzelne Leute oder Organisationen darüber denken, ist ihre Sache“, sagte der Vizepräsident des Organisationskomitees, Jiang Xiaoyu, am Mittwoch in Peking vor der Presse.

Die Mehrheit werde aber „die richtige Entscheidung“ treffen und an der Eröffnung am 8. August teilnehmen. Die Organisation Reporter ohne Grenzen hatte am Dienstag wegen der Gewalt in Tibet einen Boykott der Eröffnungsfeier angeregt, an der rund 100 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt teilnehmen wollen. Einen Boykott der Spiele selbst lehnte die weltweit für Pressefreiheit kämpfende Journalistenorganisation aber ab. Jiang Xiaoyu sagte, die Eröffnungsfeier, die der chinesische Starregisseur Zhang Yimou inszeniert, werde unter dem Motto „Zivilisation und Harmonie“ den Fortschritt und die Offenheit des heutigen Chinas zeigen.

Anzeige

China hat den Ton gegenüber den Exiltibetern verschärft und von einem „Kampf auf Leben und Tod“ mit dem Dalai Lama und seinen Anhängern gesprochen. „Wir befinden uns in einem Kampf mit Blut und Feuer, einem Kampf auf Leben und Tod mit der Dalai-Lama- Clique“, sagte der Parteichef Tibets, Zhang Qingli, nach Angaben der Zeitung „Xizang Ribao“ vom Mittwoch während einer Telefonkonferenz mit Parteiführern in der tibetischen Hauptstadt Lhasa. Der Dalai Lama sei wie ein „Wolf in der Kleidung eines Mönches, ein Teufel mit dem Gesicht eines Menschen“. Die Führung in Peking wirft dem Dalai Lama vor, hinter den blutigen Unruhen in Tibet zu stecken.

Die antichinesischen Proteste in Tibet werden vorerst zu keinen Änderungen des geplanten olympischen Fackellaufes durch das größte Hochland der Erde und auf den Mount Everest führen. Es gebe für alle Eventualitäten aber ohnehin Ausweichpläne, sagte der Vizepräsident des chinesischen Organisationskomitees (BOCOG), Jiang Xiaoyu, am Mittwoch vor der Presse in Peking. Notfalls könne auch die Route geändert werden. Er versicherte, dass die Sicherheit der Teilnehmer am Fackellauf gewahrt werden könne. Die Behörden in Tibet seien in der Lage, einen reibungslosen Ablauf des Fackellaufes sicherzustellen. „Diese Zwischenfälle sind das letzte, was wir sehen wollten“, sagte Jiang Xiaoyu zu den schweren Ausschreitungen in Lhasa und anhaltenden Protesten an anderen Orten. „Die Situation hat sich aber stabilisiert.“ Der BOCOG- Vizechef kritisierte die geplanten Proteste von Exiltibetern und China-Kritikern weltweit gegen den Fackellauf als „völlig im Widerspruch zum Geist der Spiele und zur Olympischen Charta“.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%