US-Außenpolitik: Mit Waffen gegen die Tristesse

KommentarUS-Außenpolitik: Mit Waffen gegen die Tristesse

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Pakistanische Demonstranten verbrennen einen US-Flagge in Multan, Pakistan am 4. Dezember 2008.

Im Nahen Osten hat es mit der Friedensvermittlung nicht geklappt, obwohl der scheidende US-Präsident George W. Bush immer wieder neue Anläufe genommen hat. Jetzt darf seine Außenministerin Condoleezza Rice in den letzten Wochen ihrer Amtszeit es nochmals mit einem anderen Krisenherd versuchen, dem mittleren Osten. Ein Gastkommentar von Friedrich Thelen.

Im Mittleren Osten stehen sich die beiden Atommächte Pakistan und Indien erneut kampfeslustig gegenüber, nachdem ein islamisches Terrorkommando in Bombay über 280 Menschen umgebracht hat.

Und Neu-Dehli hat durchaus Recht, wenn es darauf verweist, dass die Spuren der Täter nach Pakistan führen. Aber Terroristen kommen überall her und gehen überall hin. Die Absicht der Attentäter ist sonnenklar: Sie wollen gerade den Konflikt entfesseln, den Condoleezza Rice nun zu neutralisieren versucht.

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Und die indischen Politiker wissen genau, dass die pakistanische Führung auf gar keinen Fall hinter einer Al-Kaida-ähnlichen Attacke steckt. Der Vorfall beweist nur einmal mehr, dass die labile Staatsführung Pakistans das Land nicht im Griff hat.

Das reicht von den sogenannten Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan, wo die Taliban ihre Ausbildungslager und Rückzugsräume haben, bis hin zu dem seit Jahrzehnten schwelenden Kashmir-Konflikt. Auch dort operieren pakistanische Terroristen. Was die Lage für die US-Außenministerin noch komplizierter macht, ist die Tatsache, dass sich beide Staaten, Indien und Pakistan, als Alliierte Washingtons einschätzen.

Und in Indien wird im nächsten Jahr gewählt, da glauben manche indische Politiker, mit einem bewaffneten Konflikt das Volk von der sich ansonsten ausbreitenden Tristesse und der sich verschärfenden ökonomischen Krise ablenken zu können.

In dieser Atmosphäre eines „Dampfkochtopfs“ (Times of India) soll Condoleezza Rice die Kontrahenten wenigstens zu einer minimalen Vernunftlösung bringen. Druck kann sie nur begrenzt ausüben. Aber in eine Abkühlungsphase des Konfliktes muss sie die Politiker schon zwingen, sonst tritt Präsident Barack Obama mitten im Krieg zweier Atommächte sein Amt an.

Gelingt ihr aber die Rückkehr der Streitenden an den Verhandlungstisch, hat Condoleezza Rice bewiesen, dass sie zumindest handwerklich ihrer Aufgabe als Chefin der amerikanischen Außenpolitik gewachsen war.

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