US-Einkommensschere: „Das System ist manipuliert“

US-Einkommensschere: „Das System ist manipuliert“

, aktualisiert 09. Mai 2017, 20:05 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

US-Gewerkschafter beklagen die in ihrem Land immer weiter auseinandergehende Einkommensschere. Die Chefs der 500 größten Unternehmen sollen fast das dreihundertfünfzigfache des normalen Arbeitnehmers verdienen.

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Die Chefs der größten US-Unternehmen verdienen laut Gewerkschaften zu viel.

Boston/New YorkDie Chefs der 500 wichtigsten börsennotierten US-Unternehmen verdienen nach Berechnungen von Gewerkschaftern 347 mal so viel Geld wie der durchschnittliche amerikanische Arbeitnehmer. Im Schnitt hätten die im Aktienindex S&P 500 gelisteten Konzerne ihren Vorstandschefs im vergangenen Jahr 13,1 Millionen Dollar gezahlt, erklärte der Gewerkschaftsverband AFL-CIO am Dienstag. Er kritisierte zugleich eine wachsende Einkommensungleichheit. So habe der Lohnfaktor im Vorjahr noch bei 335 gelegen. Verbandschef Richard Trumka sagte im Sender CNBC: „Das System ist manipuliert.“ Aktionäre müssten die Managergehälter senken und die Beschäftigten am erarbeiteten Wohlstand stärker teilhaben lassen.

Aktionäre scheint die Entwicklung allerdings nicht zu stören: Nach Zahlen der Beratungsfirma Semler Brossy bekamen S&P-500-Firmen beim Thema Managergehälter im vergangenen Jahr Zustimmungswerte von über 90 Prozent. Das Thema sorgt aber immer wieder für Streit, weil bei vielen US-Arbeitnehmern der Aufschwung trotz niedriger Arbeitslosigkeit nicht ankommt. Dies war ein Grund für den Wahlerfolg von Donald Trump.

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In der Statistik der AFL-CIO werden die Gehälter der Manager mit dem des Durchschnittsarbeitnehmers in den USA verglichen. Eine neue Vorschrift, die noch die Regierung von Trumps Vorgänger Barack Obama beschloss, sieht die zwingende Veröffentlichung firmeninterner Vergleiche vor. Nach bisheriger Planung soll sie im kommenden Jahr in Kraft treten und für die meisten börsennotierten US-Firmen gelten. Nach Trumps Amtsantritt gibt es in der Börsenaufsicht SEC aber Überlegungen, die Einführung zu verschieben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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