ThemaUSA

US-Haushaltsstreit: Sprung über Fiskalklippe wird wahrscheinlicher

21. Dezember 2012
Obamas Regierungslager und die Oppositionellen Republikaner müssen sich bis Jahresende auf einen Kompromiss im Etatstreit einigen. Sonst drohen automatische Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen in Höhe von über 600 Milliarden Dollar (465 Milliarden Euro). Experten fürchten, dies könnte die größte Volkswirtschaft der Welt in eine erneute Rezession stürzen . Quelle: dapdBild vergrößern
Obamas Regierungslager und die Oppositionellen Republikaner müssen sich bis Jahresende auf einen Kompromiss im Etatstreit einigen. Sonst drohen automatische Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen in Höhe von über 600 Milliarden Dollar (465 Milliarden Euro). Experten fürchten, dies könnte die größte Volkswirtschaft der Welt in eine erneute Rezession stürzen . Quelle: dapd
Quelle: Handelsblatt Online

Bei den US-Republikanern ist ein schwerer Streit ausgebrochen. Tea-Party-Anhänger lehnen jeden Kompromiss mit Präsident Obama im Etatstreit ab. Eine Abstimmung über Steuererhöhungen für Top-Verdiener wurde abgesagt.

Die Chancen auf eine rechtzeitige Einigung im US-Haushaltsstreit zur Umschiffung der sogenannten „Fiskalklippe“ sind abrupt gesunken. Republikanerführer John Boehner musste überraschend eine von ihm angesetzte Abstimmung über Steuererhöhungen für Superreiche mit mehr als einer Million Dollar Jahreseinkommen abgesagen. Er räumte selbst ein, dass er im Repräsentantenhaus in dieser Frage keine Mehrheit habe.

Anzeige

Damit scheinen auch die Verhandlungen mit Präsident Barack Obama erst einmal auf Eis gelegt. Die republikanische Abgeordneten gingen in die Weihnachtsferien. Sie könnten aber bereits am Mittwoch zurückkehren, hieß es – falls in letzter Minute doch noch eine Lösung gefunden werden sollte.

Konjunkturbericht US-Wirtschaft legt stark zu

Die US-Wirtschaft erreichte im abgelaufenen Quartal die bisher höchste Dynamik im Jahresverlauf. Die guten Konjunkturdaten sind ein Hoffnungsschimmer in dem seit Monaten schwelenden Haushaltsstreit.

Konjunkturbericht: US-Wirtschaft legt stark zu

Obamas Regierungslager und die Oppositionellen Republikaner müssen sich bis Jahresende auf einen Kompromiss im Etatstreit einigen. Sonst drohen automatische Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen in Höhe von über 600 Milliarden Dollar (465 Milliarden Euro). Experten fürchten, dies könnte die größte Volkswirtschaft der Welt in eine erneute Rezession stürzen – mit schweren Folgen für die globale Wirtschaft.

Das Weiße Haus erklärte am Abend, Obama habe nach wie vor Hoffnung, das man doch rechtzeitig zu einer Lösung komme. „Der Präsident wird mit dem Kongress zusammenarbeiten, um dies zu schaffen.“ Es gehe um den Schutz der Mittelschicht in den USA.

US-Medien sprachen von einer „Revolte“ radikaler Republikaner gegen ihren Mehrheitsführer Boehner, die jede Art von Steuererhöhungen kategorisch ablehnen. Obama beharrt dagegen auf höheren Abgaben für Haushalte mit mehr als 250 000 Dollar (190 000 Euro) Jahreseinkommen.

US-Aktienfonds Rosinen picken an der US-Börse

Trotz der mit Haushaltskürzungen verbundenen Unwägbarkeiten birgt die US-Börse Chancen. Wie Fondsanleger davon profitieren können und wie sie Risiken abfedern.

US-Aktienfonds: Rosinen picken an der US-Börse

Noch vor wenigen Tagen schien es, als seien sich Boehner und Obama bei mehreren Spitzengesprächen näher gekommen. Obama machte eine weitere Konzession und bot an, die Steuern nur für Haushaltseinkommen ab 400.000 Dollar zu erhöhen. Für alle mit einem geringeren Einkommen sollen bestehende Steuererleichterungen beibehalten werden, die sonst zum Jahresende auslaufen würden. Ein Kompromiss schien bereits in Reichweite, spekulierten US-Medien.

Doch dann warf Boehner dem Weißen Haus vor, sich „bizarr und irrational“ zu verhalten. Obama mache keine konkreten Sparvorschläge. Obama konterte und warf den Republikanern vor, sie seien unfähig zum Kompromiss. Es sei ihnen offenbar unmöglich, „ja zu mir zu sagen“. Er rief sie auf, persönliche Antipathien aus dem Spiel zu lassen.

Anzeige
Kommentar | 1Alle Kommentare
  • 21.12.2012, 14:34 Uhrallesverloren

    Auch wenn man sich erst im Januar einigt oder Februar, etc.. Die Amerikaner werden das schaffen. Jeden Monat wird sich der Druck erhöhen, eine Lösung zu finden.

    Zwar sind schon einige Bundes-Staaten dort pleite, aber dann schickt man eben die Mitarbeiter nach 4 Tagen nach Hause oder zahlt seine Schulden nicht mehr. Das ist nicht schön, führt aber genauso wenig in den Weltuntergang wie der Maya-Kalender.

    Interessant dabei ist, dass der amerikanisch gesteuerte IWF unbedingt eine Lösung für Zypern anstrebt, die es für die eigenen Staaten ablehnen würde, es sei denn, es gäbe einen interventionseifrigen europäischen Steuerzahler. Dann wäre die Sache natürlich anders.

Alle Kommentare lesen
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.