US-Immobilienfinanzierer: Geldsegen für Obama dank Fannie Mae und Freddie Mac

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US-Immobilienfinanzierer: Geldsegen für Obama dank Fannie Mae und Freddie Mac

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Die staatliche Rettung der US-Baufinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac zahlt sich aus.

von Angela Hennersdorf

Die staatliche Rettung der US-Baufinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac zahlt sich aus. Die Rekordsumme von 59,4 Milliarden Dollar erhält das US-Finanzministerium von Fannie Mae. Die verstaatlichten Banken könnten bald mehr Geld an den Staat zahlen, als sie vom Steuerzahler bekommen haben.

US-Präsident Barack Obama kann sich im Juni über einen wahren Geldsegen freuen. Rechtzeitig vor der Sommerpause überweist der staatlich kontrollierte Baufinanzierer Fannie Mae an das US-Finanzministerium die Rekordsumme von 59,4 Milliarden Dollar. Noch einmal sieben Milliarden Dollar gehen vom zweiten US-Baufinanzierer, Freddie Mac, ein.

Hoppla, wie kann das sein – standen doch die beiden Finanzriesen beim Platzen der Immobilienblase 2007 dank ihrer hoch spekulativen Geschäfte kurz vor der Pleite? Die US-Regierung sprang den beiden Finanzinstituten mit sage und schreibe rund 190 Milliarden Dollar zur Seite. Den Löwenanteil von knapp 118 Milliarden Dollar erhielt Fannie Mae. Der zweite Baufinanzierer, Freddie Mac, bekam eine Finanzspritze von 72 Milliarden Dollar, um vor der Pleite gerettet zu werden. Gleichzeitig verstaatlichte die US-Regierung beide Unternehmen, die zuvor private, börsennotierte Konzerne waren. Die Regierung untersagt beiden, den Staat als Anteilseigner herauszukaufen, Überschüsse wandern an den Staat, zudem müssen beide Dividenden in Höhe von 10 Prozent an die Regierung zahlen.

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Milliarden an Staatsgeldern zurückgezahlt

Knapp fünf Jahre nach der Finanzkrise scheint sich die staatliche Rettungsaktion gelohnt zu haben – zumindest für den Steuerzahler. Im ersten Quartal verbuchte Fannie Mae einen Gewinn von 58,7 Milliarden Dollar, nach 2,7 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Die Summe steht allerdings nur auf dem Papier. Der Großteil kommt durch eine Wertberichtigung im Zusammenhang mit latenten Steueransprüchen im Umfang von fast 51 Milliarden Dollar zustande. Doch auch ohne diese liefen die Geschäfte des Baufinanzierers dank des sich erholenden US-Immobilienmarktes gut: Der Gewinn vor Steuern stieg auf 8,1 Milliarden Dollar. 

US-Etatstreit Obama will Defizit auf 4,4 Prozent senken

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huGO-BildID: 30584708 President Barack Obama, accompanied by acting budget director Jeff Zients, speaks about his proposed fiscal 2014 proposed budget, Wednesday, April 10, 2013, in the Rose Garden at the White House in Washington. (AP Photo/Charles Dharapak) Quelle: AP

Der zweite staatlich kontrollierte Hypothekenversicherer Freddie Mac fuhr im ersten Quartal einen Gewinn von 4,6 Milliarden Dollar ein. Das Unternehmen zahlt bis Ende Juni sieben Milliarden Dollar an die US-Regierung. on den 72 Milliarden Dollar, die Freddie Mac vom Staat erhalten hatte, zahlte es inzwischen 36 Milliarden Dollar in Form von Ausschüttungen an die Regierung zurück. Fannie Mae wird bis Ende Juni 95 Milliarden Dollar in Form von Dividenden von  insgesamt rund 118 Milliarden Dollar an Staatsgeldern zurückgezahlt haben. Fannie Mae und Freddie Mac könnten zukünftig mehr Geld an den Staat zurückzahlen, als sie bekommen haben – nach Berechnungen des US-Finanzministeriums mehr als 51 Milliarden Dollar bis 2023.
Staatlich regulierter Immobilienmarkt  

Seit der Rettung durch den Staat in 2007 betreiben beide Finanzinstitute wieder genau das Geschäft, das sie auch vorher schon betrieben haben. Sie kaufen Hypothekenkredite von Banken auf, damit diese neue Kredite vergeben können. Die beiden staatlichen Unternehmen garantieren auch heute wieder das Gros aller Immobilienkredite in den USA. 

Die US-Regierung reguliert damit über die beiden Baufinanzierer den US-Immobilienmarkt. Dieser hat sich wiederum nur dank der Geldpolitik der US-Notenbank erholt. Die Fed hält die Zinsen auf praktisch Null und kauft selbst monatlich Hypothekenanleihen in Milliardenhöhe auf, um den Häusermarkt anzukurbeln – mit Erfolg. 

Die Zahl der verkauften Immobilien in den USA ist auf dem höchsten Stand seit vier Jahren. Die Preise sind 2012 landesweit im Schnitt um rund sieben Prozent gestiegen, nachdem sie in den Krisenjahren um rund 30 Prozent gesunken waren. 

Robert Shiller, Ökonom an der Yale-Universität, warnt schon wieder vor der nächsten Immobilienblase in den USA: Der Immobilienmarkt sei künstlich aufgebläht, angetrieben von Niedrigzinsen und dem Anleihekaufprogramm der Notenbank, so Shiller.  

Erreichen des Schuldenlimits verschiebt sich  

Für die US-Regierung verschafft der Milliarden-Scheck der beiden Baufinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac aber erst mal Luft beim Streit zwischen Demokraten und Republikanern um die Erhöhung des Schuldenlimits. Die selbst gesetzte per Gesetz festgelegte Schuldengrenze verschiebt sich damit offenbar. Statt im September wird die Schuldenobergrenze vom Thinktank Bipartisan Policy Center nun erst in diesem Oktober erwartet.

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