US-Konjunktur: USA leidet unter dem Euro-Virus

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US-Konjunktur: USA leidet unter dem Euro-Virus

Die Vereinigten Staaten schwächeln. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, das Wirtschaftswachstum gering und der Immobilienmarkt liegt immer noch am Boden. Die Experten vom IWF sind sich sicher: Schuld ist die Krise in Europa.

Die USA muss nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) für absehbare Zeit mit einem schwachen Wirtschaftswachstum rechnen. Die weltgrößte Volkswirtschaft legt demnach in diesem Jahr lediglich um zwei Prozent zu. Im nächsten Jahr dürfte das Wachstum 2,25 Prozent betragen. Die Kernprobleme seien weiterhin schwacher Konsum, angeschlagener Immobilienmarkt sowie hohe Arbeitslosigkeit. Vor allem die Euro-Krise berge erhebliche Risiken für die US-Konjunktur, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten IWF-Jahresbericht zur Lage in den USA. Die sinkende Nachfrage in Europa könne der US-Konjunktur schaden.

US-Parteien müssen sich auf Schuldengrenze einigen

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Um einem Abwärtstrend entgegenzuwirken, empfiehlt der IWF eine Reihe von politischen Maßnahmen. Zum einen müsste Präsident Barack Obama die von ihm vorgesehene Reduzierung des Haushaltsdefizits um drei Prozentpunkte für das Steuerjahr 2013 nach unten korrigieren, heißt es in dem Bericht. Obama hatte eine Senkung von 8,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf 5,5 Prozent vorgesehen. Die IWF-Experten erwarten, dass das Defizit für das kommende Steuerjahr um einen Prozentpunkt niedriger ausfällt, also rund 7,5 Prozent. Auch in einem solchen Fall ginge die Reduzierung auf 5,5 Prozent angesichts der schwachen Wirtschaft ihrer Ansicht nach aber zu schnell. Die Schuldenlast sollte demnach lediglich auf 6,25 Prozent gesenkt werden. Außerdem mahnte der IWF in seinem Bericht eine rasche Erhöhung der Schuldenobergrenze und eine Einigung im Streit um die US-Steuer- und Ausgabenpolitik an. Sollte es keine Einigung zwischen den Parteien geben, könnte das 2013 zu weiteren Risiken für die US-Wirtschaft führen.

Frühindikator-Index ISM brach schon am Montag ein

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Bereits gestern hatte der ISM-Index einen Schatten auf die europäische Wirtschaft geworfen. Der ISM-Index gilt als zuverlässiger Frühindikator für die wirtschaftliche Aktivität in den USA. Indexstände von über 50 Punkten signalisieren eine wirtschaftliche Belebung, während Werte darunter auf einen Rückgang hinweisen. Der ISM sank im Juni kräftig von 53,5 Punkten im Vormonat auf 49,7 Zähler, wie das Institute for Supply Management (ISM) am Montag in Washington mitteilte. Damit notiert der Indikator erstmals seit fast drei Jahren wieder unter die wichtigen Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Experten hatten mit einem wesentlich geringeren Rückgang gerechnet. „Der kräftige Rückgang stellt selbst in Anbetracht der überwiegend schwachen Regionalumfragen eine Überraschung auf der negativen Seite dar“, sagte Ulrich Wortberg, Experte der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Thilo Heidrich, Ökonom der Postbank, rechnet trotz der schwachen Daten nicht damit, dass die Konjunktur in den USA völlig ausgebremst wird: „Wir halten allzu großen Pessimismus für verfrüht und erwarten, dass die US-Wirtschaft in den nächsten Quartalen weiter wächst, wenngleich nicht sonderlich dynamisch.“ Die Finanzmärkte reagierten enttäuscht auf die ISM-Zahlen: Während der Euro als riskantere Alternative zum US-Dollar am Devisenmarkt unter Druck geriet und die als besonders sicher geltenden deutschen Anleihen starken Zulauf erhielten, büßte der deutsche Leitindex Dax einen Teil seiner vorherigen Gewinne ein. Der zunächst knapp im Plus gestartete US-Leitindex Dow Jones Industrial drehte ins Minus und verlor zuletzt 0,59 Prozent auf 12.804,56 Punkte.

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