US-Navy: Flugzeugträger auf Weg Richtung Jemen

US-Navy: Flugzeugträger auf Weg Richtung Jemen

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Ein US-Kriegsschiff hat nach Marineangaben Kurs auf den Jemen genommen.

Die USA schicken einen Flugzeugträger Richtung Jemen. Sein Ziel: Den Iran von Waffenlieferungen an die Rebellen abzuhalten.

Ein US-Kriegsschiff hat nach Marineangaben Kurs auf den Jemen genommen, um mögliche iranische Waffenlieferungen an die schiitischen Huthi-Rebellen zu blockieren. Der Flugzeugträger „USS Theodor Roosevelt“ werde sich anderen US-Schiffe anschließen, die vorbereitet seien, iranische Boote mit Waffen abzufangen, teilten Mitarbeiter der US-Marine am Montag mit. Der Iran wird verdächtigt, die Rebellen, die das bitterarme Land unter ihre Kontrolle bringen wollen, zu unterstützen.

Die Akteure des Konflikts im Jemen

  • Die Huthis

    Die Huthis sind ein schiitischer Volksstamm aus dem Nordjemen. Im vergangenen September eroberten rund 30.000 Anhänger die Hauptstadt Sanaa, Anfang des Jahres setzten sie dort Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und die Regierung in deren Häusern fest. Binnen weniger Wochen brachten sie die Westküste und den Süden des Landes unter Kontrolle.

  • Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi

    Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi gelang im Februar die Flucht aus Sanaa in die südjemenitische Stadt Aden, von wo aus er weiterzuregieren versuchte. Als die Huthis vorrückten, musste der von den USA und Saudi-Arabien unterstützte Staatschef auch seine dortige Residenz verlassen. Sein neuer Aufenthaltsort war zunächst unklar.

  • Saudi-Arabien

    Saudi-Arabien hat als reichster Golfstaat ein großes Interesse daran, den bettelarmen Jemen unter sunnitischer Kontrolle zu halten. Seit Donnerstag fliegt die Monarchie Luftangriffe gegen Huthi-Stellungen.

  • Der Iran

    Der Iran versucht hingegen als Rivale Saudi-Arabiens, via Sanaa einen Fuß auf die Arabische Halbinsel zu bekommen. Das schiitische Land gilt als Verbündeter der Huthi-Rebellen und forderte einen Stopp der militärischen Angriffe Saudi-Arabiens.

  • Ex-Präsident Ali Abdullah Salih

    Ex-Präsident Ali Abdullah Salih schlug einst Aufstände der Huthis nieder, heute gilt er als heimlicher Verbündeter der Rebellen. Die UN werfen ihm vor, das Chaos im Jemen geschürt zu haben und einen Weg zurück an die Macht zu suchen. Der Langzeitherrscher war nach Protesten gegen ihn Anfang 2012 zum Rücktritt gezwungen worden.

  • Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel

    Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel (AQAP) ist der mächtigste Ableger des weltweit agierenden Terrornetzwerkes. Die sunnitischen Extremisten gelten als heimliche Gewinner im Machtpoker um den Jemen. Mit ihren Anschlägen gegen die schiitischen Huthis punkten sie vor allem bei ärmeren sunnitischen Stämmen.

Die US-Marine hat ihre Präsenz im Golf von Aden und im südlichen Arabischen Meer gestärkt. Derzeit gibt es neun US-Schiffe in der Region, darunter Kreuzer und Zerstörer, die Mannschaften an Bord haben, die andere Schiffe entern können. Zuvor hatte es Berichte gegeben, nach denen ein Konvoi von acht iranischen Schiffen auf den Weg in den Jemen sei, um die Huthi-Rebellen zu bewaffnen. Der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, sagte, die USA hätten Sorge wegen der fortgesetzten Unterstützung Irans für die Huthis. Man habe Hinweise, dass die Iraner Waffen und andere Unterstützung an die Rebellen lieferten. Diese Hilfe werde nur zu noch mehr Gewalt beitragen. Dies sei genau die Art destabilisierender Aktivitäten, die man im Sinn gehabt habe, als man Bedenken erhoben habe wegen Irans destabilisierender Handlungen im Nahen Osten.

Saudi-Arabien und seine Verbündeten flogen gegen die Huthi-Rebellen die heftigsten Luftangriffe seit Beginn ihrer Offensive Ende März. Ziele waren unter anderem Waffenlager in den Bergen rund um die Hauptstadt Sanaa, wie jemenitische Beamte mitteilten. Der Huthi-Sender Al Masirah meldete zehn Tote. Die Hafenstadt Aden ist weiter umkämpft.

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Das iranische Außenministerium teilte mit, dass bei den Luftangriffen der von Saudi-Arabien geführten Koalition auf die Huthi-Rebellen die eigene Botschaft nur knapp einem Treffer entgangen sei. Das iranische Außenministerium bestellte deshalb den saudi-arabischen Botschafter ein. Vize-Außenamtschef Hossein Amir Abdollahian forderte Saudi-Arabien nach Ministeriumsangaben auf, sich an seine Verpflichtung zum Schutz diplomatischer Vertretungen zu halten. Der Iran mache Saudi-Arabien für die Sicherheit seiner Botschaft in Sanaa verantwortlich.

Das sunnitische Königreich führt eine Koalition arabischer Staaten an, die den Vormarsch der Huthi-Rebellen mit Luftangriffen zu stoppen versucht. Die Huthis haben seit vergangenem Herbst immer größere Teile Jemens unter ihre Kontrolle gebracht und im März Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi zur Flucht gezwungen.

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