US-Notenbank: Bernanke drückt weiter aufs geldpolitische Gaspedal

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US-Notenbank: Bernanke drückt weiter aufs geldpolitische Gaspedal

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Neben dem niedrigen Leitzins will die Fed auch die Aufkäufe von Staats- und Immobilienanleihen, die sie im Dezember auf eine monatliche Summe von 85 Milliarden Dollar erhöht hatte, fortsetzten.

Die US-Notenbank Federal Reserve hält am Niedrigzins-Kurs fest. Anleihenkäufe sollen fortgesetzt werden, bis sich der Arbeitsmarkt stabilisiert. Die Risiken wie Preisblasen und Inflation werden kleingeredet.

Ben Bernanke nimmt den Fuß vorerst nicht vom Gas: Trotz einer leichten Verbesserungen am Arbeitsmarkt, der Achillesferse der Wirtschaft in den Vereinigten Staaten, hält die US-Notenbank ihren Leitzins mit null bis 0,25 Prozent auf rekordniedrigem Niveau. Wie die Federal Reserve (Fed) am Mittwoch nach einer zweitägigen Sitzung ihres für die Geldpolitik entscheidenden Offenmarktausschusses in Washington mitteilte, sollen wie an den Finanzmärkten erwartet auch die Aufkäufe von Immobilien- und Staatsanleihen, die die Fed im Dezember auf 85 Milliarden Dollar pro Monat erhöht hatte, fortgesetzt werden, bis sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt substanziell gebessert hat.

Allerdings ließ sich Bernanke ein Hintertürchen offen: "Wenn wir sehen sollten, dass sich die Lage (am Arbeitsmarkt) deutlich ändert, dann könnten wir die Geschwindigkeit der Käufe ändern." Harm Bandholz, Ökonom bei der italienischen Großbank Unicredit glaubt nun, dass die Fed im Herbst damit beginnen könnte das Tempo zu drosseln, mit dem die Notenpressen rotieren. Vor dem Jahreswechsel rechnet er allerdings nicht damit, dass Bernanke stärker auf die Bremse tritt.

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Wissenswertes über die USA

  • Wenige Millionenstädte

    Obwohl die USA über 307 Millionen Einwohner haben, gibt es relativ wenige Millionenstädte. Es sind gerade einmal neun: New York (8,17 Millionen Einwohner), Los Angeles (3,79 Millionen), Chicago (2,95 Millionen), Houston (2,09 Millionen), Philadelphia (1,52 Millionen), Phoenix (1,45 Millionen), San Antonio (1,32 Millionen), San Diego (1,30 Millionen) und Dallas (1,19 Millionen).

  • 50 oder 51 Staaten?

    Wie viele Bundesstaaten haben die USA? Die richtige Antwort lautet: 50. Oftmals wird fälschlicherweise auch Washington, D.C. als Bundesstaat genannt. Die Abkürzung D.C. steht für „District of Columbia“. Der Distrikt gehört zu keinem Bundesstaat, sondern ist dem Kongress der Vereinigten Staaten direkt unterstellt.

  • Beliebte deutsche Wörter

    Es gibt eine ganze Reihe von deutschen Wörtern, die ins amerikanische Englisch eingedrungen sind. Darunter die bekannten Vokabeln Oktoberfest, Autobahn, Blitzkrieg, angst und kindergarten. Aber auch: wunderkind, waldsterben und doppelganger.

  • Deutsch als Amtssprache?

    Seit 200 Jahren hält sich hartnäckig eine Legende, die besagt, dass Deutsch um ein Haar die offizielle Landessprache der USA geworden wäre. Wahr ist, dass knapp jeder dritte Bürger im US-Ostküstenstaat Pennsylvania zu Beginn des 19. Jahrhunderts deutsche Wurzeln hatte. US-weit lag der Bevölkerungsanteil der Deutschen bei nicht einmal zehn Prozent. Und: Eine Abstimmung über die Amtssprache der USA hat niemals stattgefunden, auch nicht auf regionaler Ebene.

  • Skurrile Gesetze

    In den USA gibt es Unmengen von unsinnigen Gesetzen. Eine Auswahl gefällig? Alabama verbietet das Fahren eines Fahrzeugs mit verbundenen Augen, während man in Florida auf Parkplätzen kein Ständchen singen darf – wenn man nur Badeshorts anhat. Die Stadt Gary in Indiana stellt sich dem Mundgeruch. Nach einem ausgiebigen Knoblauchverzehr ist es vier Stunden lang untersagt, ins Kino oder Theater zu gehen, oder auch nur die Straßenbahn zu benutzen. In der Weltstadt New York ist es verboten, sich den Daumen in die Nase zu stecken und dabei mit den Fingern zu wackeln.

Den Leitzins will Bernanke und die große Mehrheit im FOMC erst dann erhöhen, wenn die Arbeitslosenquote von aktuell 7,7 auf mindestens 6,5 Prozent gefallen ist. Er machte bei seinem Auftritt vor der Presse in Washington nach dem Zinsbeschluss zudem klar, dass die Fed selbst in diesem Fall nicht automatisch auf die geldpolitische Bremse tritt und die Zinsen erhöht. Ganz im Gegenteil: "Ein zusätzliches Mittel um die Wirtschaft noch stärker anzukurbeln könnte sein, den Schwellenwert noch weiter zu senken." Die Mehrheit der führenden US-Notenbanker gehen derzeit davon aus, dass sie erst 2015 den Schlüsselzins antasten werden, da sie erst in zwei Jahren mit einer Arbeitslosenquote von unter 6,5 Prozent rechnen. Der Beschluss wurde mit einer Gegenstimme gefällt.

Bernanke verteidigte seine laxe Geldpolitik. Wie er seien die meisten maßgeblichen US-Notenbanker der Ansicht, dass der niedrige Leitzins und vor allem die Anleihenkäufe, über die die Fed Monat für Monat frisches Geld in die Wirtschaft pumpt, recht probate Mittel sind, um die Konjunktur zu beleben. Über die damit verbundenen Risiken - etwa Preisblasen auf einigen Märkten und einen Anstieg der Inflationserwartungen - sei im Ausschuss zwar diskutiert worden. Die Meinung der Mehrheit der Notenbanker sei jedoch gewesen, dass die Risiken handhabbar seien. Die Mutmaßung, dass die jüngsten enormen Kursgewinne am Aktienmarktes eine Folge des billigen Geldes der Fed seien, mochte Bernanke nicht teilen.

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Stattdessen betonte der Notenbankchef, dass letztlich neben der Krise die Politik und ihre unsolide Finanzpolitik Schuld an der aggressiven Geldpolitik der Fed sei. "Ich fordere deshalb den Kongress und die Regierung auf, zu tun was nötig ist, um uns wieder auf einen nachhaltigen finanziellen Kurs zu führen und dabei das Wachstum nicht abzuwürgen." In den USA gelten seit kurzem massive automatische Ausgabenkürzungen mit Folgen für die Verwaltung. Schon bald könnte es, wenn sich die zerstrittenen Parteien in Washington nicht doch noch einigen, zur Schließung von Behörden kommen. Ihre Prognose für die Konjunkturentwicklung in diesem Jahr änderten die Notenbanker dennoch nicht.

Das Chaos im Zypern und das damit verbundene Risiko einer erneut aufflammenden Schuldenkrise in der Euro-Zone schrecken Bernanke derzeit offenbar wenig. Das Nein des Parlaments in Nikosia am Dienstag zur Beteiligung der Sparer an der Rettung des finanziell mit dem Rücken zur Wand stehenden Landes ist für ihn zumindest aktuell kein großes Risiko für die Wirtschaft der Vereinigten Staaten. Zwar sei die Lage in dem Inselstaat recht "schwierig", räumte er ein. "Aber Zypern ist ein kleines Land und ich denke nicht, dass seine Angelegenheiten direkte Folgen in den USA haben werden." Die US-Wirtschaft wäre aber natürlich betroffen, wenn es ausgehende von Zypern zu Ansteckungseffekten kommen würde.

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