US-Notenbank: Bernanke warnt vor Inflationsgefahr

US-Notenbank: Bernanke warnt vor Inflationsgefahr

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Fed-Chef Ben Bernanke

Vorsichtige Kehrtwende bei der US-Notenbank: Nun will auch Fed-Chef Bernanke gegen die hohe Teuerungsrate vorgehen. Gestern warnte Bernanke vor Inflationsgefahren durch steigende Energiepreise. Nach Einschätzung von Experten deutet das ein Ende der US-Zinssenkungen an. In Europa wird eine Leitzinserhöhung immer wahrscheinlicher.

Eine baldige Anhebung der Zinsen - wie es einige Fed-Mitglieder fordern - stehe in den USA aber wohl auch nicht bevor, sagten Volkswirte. Ein solcher Schritt sei frühestens ab Oktober wahrscheinlich.

Der jüngste Anstieg der Energiepreise habe die Aufwärtsrisiken für die Inflation und die Inflationserwartungen verstärkt, sagte Bernanke gestern Abend in Chatam im US-Bundesstaat Massachusetts. Die Fed werde aber sich aber gegen eine Erosion der langfristigen Inflationserwartungen mit Kraft zur Wehr setzen. Ansonsten würden sich das Wirtschaftswachstum und die Inflation destabilisierend entwickeln.

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US-Notenbank räumt Inflation wichtigere Rolle ein

Bernankes Worte deuten weiter darauf hin, dass die US-Notenbank inzwischen der Inflation eine wichtigere Rolle bei ihrer Zinspolitik einräumt, nachdem zuletzt der Schwerpunkt auf der Lösung der Probleme an den Finanzmärkten lag. Es waren die dritten öffentlichen Äußerungen des Fed-Chefs in diese Richtung binnen einer Woche. Die nächste Zinssitzung der Notenbank ist am 24. und 25. Juni.

Zuletzt hatte die Fed am 30. April ihren Leitzins von 2,25 auf 2,0 Prozent gesenkt, um die schwächelnde Konjunktur mit billigerem Geld zu stützen. Damit lockerte sie die Geldpolitik seit September sieben Mal. Damals hatte der Satz bei 5,25 Prozent gelegen.

Risiko einer US-Rezession gesunken

Das Risiko einer Rezession in den USA ist nach Einschätzung von Bernanke jüngst gesunken. Die Wahrscheinlichkeit eines „substanziellen Abschwungs“ habe trotz zuletzt ungünstiger Arbeitsmarktdaten abgenommen. Obgleich der Anstieg der Arbeitslosenquote im Mai von 5,0 Prozent auf 5,5 Prozent eine „unwillkommene“ Entwicklung sei, sollten andere Faktoren einen Ausgleich zum Gegenwind darstellen, dem sich die US- Konjunktur derzeit ausgesetzt sehe.

Bernanke nannte unter anderem die kräftigen Zinssenkungen der Notenbank Federal Reserve seit Sommer 2007 und das Konjunkturpaket der US-Regierung.

EZB-Zinserhöhung immer wahrscheinlicher

Unterdessen hat die EZB erneut die Möglichkeit einer Zinserhöhung im Juli angedeutet. Ein solcher Schritt sei möglich, aber nicht sicher, sagte heute das finnische Ratsmitglied Erkki Liikanen.

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte vorige Woche mit einer fast wortgleichen Formulierung die Märkte auf eine eventuelle Straffung der Geldpolitik vorbereitet. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat es derzeit mit einer erhöhten Inflationsrate zu tun, die mehrere Notenbanker bereits als nicht akzeptabel bezeichnet haben. Der Leitzins liegt derzeit bei 4,0 Prozent.

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