US-Notenbank: Der Fed droht ein Teufelskreis

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Der Ankauf von Staats- und Hypothekenpapieren hat der Konjunktur der USA nicht geholfen. Unter der Regierung von US-Präsident Obama wurden die Reichen noch reicher während die Staatsschulden bereits in seiner ersten Amtszeit immer mehr stiegen

von Frank Doll

Der Renditeanstieg wird zur Gefahr für die US-Notenbank. Die von ihr erzeugten Anlageblasen drohen zu platzen. Die BIZ, eine Art Zentralbank der Notenbanken, warnt, ähnlich drastisch wie vor Ausbruch der Finanzkrise.

Der Streit, ob das OMT-Programm der Europäischen Zentralbank (EZB) nun rechtmäßig ist oder nicht, ist eigentlich überflüssig. Schließlich haben die Notenbanken der USA, Großbritanniens und Japans unter dem Obergriff „Quantitative Easing” (QE) die monetäre Staatsfinanzierung durch den Ankauf von Staatsanleihen bereits in allen Varianten durchexerziert - erfolglos. Das eventuell an Auflagen gebundene OMT-Programm der EZB wäre bestenfalls eine Lightversion oder - mit Blick auf Italien - eine Palliativ-Variante von QE.

Nullzinspolitik und Anleihekäufe hätten, wenn überhaupt, nur einen geringen Einfluss auf das reale Wirtschaftswachstum. Das räumte jetzt gar die Federal Reserve Bank of San Francisco ein. Eine späte Erkenntnis. Die US-Notenbank nahm in den vergangenen vier Jahren Staats- und Hypothekenpapiere in Höhe von 16 Prozent der amerikanischen Wirtschaftsleistung auf die eigene Bilanz. Zugleich wuchs die US-Wirtschaft seit dem Amtsantritt von US-Präsident Barack Obama im Januar 2009 real nur um 1,075 Prozent pro Jahr – von einem selbst tragenden Konjunkturaufschwung keine Spur. Nur die Reichen wurden noch reicher. Während sich das Bruttoinlandsprodukt der USA seit dem Börsentief im März 2009 absolut um etwa 2,3 Billionen Dollar erholt hat, legte der Marktwert der an US-Börsen notierten Unternehmen um rund 12,3 Billionen Dollar zu. Gleichzeitig türmte Obama immer mehr Schulden auf, allein in seiner ersten Amtszeit mehr als alle seine 42 Amtsvorgänger zusammen.

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Auch in Japan scheitert gerade die im April gestartete Extremvariante von QE. Die Bank of Japan will Summen mobilisieren, die etwa 25 Prozent der japanischen Wirtschaftsleistung entsprechen. Erstes Zwischenergebnis: Das reale Wachstum im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorquartal erreichte magere 0,6 Prozent. Die japanische Industrieproduktion ging im Juni gegenüber Mai gar um 3,3 Prozent zurück. Die deflatorischen Kräfte aus der Überschuldung sind offenbar stärker.

Man muss kein Notenbanker sein, um zu erkennen, dass QE oder OMT nur neue und noch größere Probleme schaffen. Nullzinsen und Quantitative Easing haben in den USA zu keinem realen Wirtschaftswachstum geführt, dafür aber die Instabilität des Wirtschafts- und Finanzsystems weiter erhöht. Die Blase am US-Aktienmarkt wirkt inzwischen gefährlicher als jene vor dem Ausbruch der Finanzkrise 2007/2008. Und die Jahrtausendblase am Anleihemarkt könnte bereits geplatzt zu sein.

Die späte Einsicht der Fed kommt möglicherweise zu spät. Sie könnte durchaus auch im Zusammenhang stehen mit den gigantischen Verlusten, die ihrem Portfolio aus US-Staatsanleihen drohen. Scott Minerd, Chefanlagestratege des US-Vermögensmanagers Guggenheim Partners, beziffert die unrealisierten Verluste der Fed allein aus dem Renditeanstieg in den drei Monaten bis August auf 192 Milliarden Dollar. Das wiederum würde in etwa den akkumulierten unrealisierten Gewinnen seit dem Start von QE vor vier Jahren entsprechen. Ein weiterer Renditeanstieg gefährdete jetzt das Eigenkapital der Fed in Höhe von 54 Milliarden Dollar. Nur noch 1,5 Prozent Ihrer Bilanzsumme ist mit Eigenkapital unterlegt. Die EZB kommt auf etwa 3,7 Prozent, die Bank of Japan auf knapp zwei Prozent. Lehman Brothers ging 2008 mit einem Eigenkapitalanteil von drei Prozent unter.

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