US-Notenbank: Obama belohnt Bernanke fürs Krisenmanagement

KommentarUS-Notenbank: Obama belohnt Bernanke fürs Krisenmanagement

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US-Notenbankchef Ben Bernanke (l.) und US-Präsident Barack Obama

Der US-Präsident hat wegen der hitzigen Debatte um Gesundheitsreform und Folterprotokolle alles andere als einen ruhigen Urlaub. Mit der Nominierung von Ben Bernanke für eine weitere Amtszeit als Notenbankchef kann er zumindest an einen Punkt auf seiner To-Do-Liste schon einmal einen Haken machen. Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Korrespondent Andreas Henry.

Larry Summers ist wohl einer der wenigen Menschen, der insgeheim unglücklich sein dürften über die von Obama in seinem Urlaubsdomizil auf der Insel Martha´s Vineyard verkündete Nominierung von Bernanke für eine zweite Amtszeit.

Nach dem Wahlsieg von Obama im vergangenen November hatte sich der engste Wirtschaftsberater des Präsidenten noch beste Chancen ausgerechnet, Bernankes Nachfolger zu werden. Damals prasselte während der heftigsten Turbulenzen an den Finanzmärkten von vielen Seiten massive Kritik auf Bernanke ein – vor allem wegen seiner für den Steuerzahler potenziell teuren Rettungsmaßnahmen für die Banken.

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Doch zwischenzeitlich hat sich das Blatt gewendet. Summers kann seinen Traumjob vergessen. Bernanke konnte den befürchteten  Kollaps der Finanzmärkte durch eine aggressive Zins- und Geldpolitik verhindern. Durch die massive Zufuhr von Kapital an die Banken hat er maßgeblich dazu beigetragen, dass sich die Kreditmärkte wieder beruhigten.

Bernanke ist Garant für unabhängige Position

Die Gefahr, dass die US-Wirtschaft noch in einen Abwärtsstrudel gezogen wird, der in einer erneuten Großen Depression münden könnte, scheint gebannt. Auf vielen Märkten zeichnen sich erste Signale für eine Stabilisierung ab. Einige der Banken, die im Herbst viele Milliarden Dollar Staatshilfe bekommen hatten, zahlten das Geld sogar wieder  zurück – mit hohen Renditen für den Steuerzahler. Deshalb blieb Präsident Obama wohl auch keine andere Wahl, als Bernanke eine zweite Amtszeit anzubieten. In den vergangenen Wochen wurde Bernanke selbst von ehemaligen Kritikern als derjenige gelobt, der das Schlimmste verhindert hätte.

Die Nominierung für eine zweite Amtszeit ist eine logische Belohnung für gelungenes Krisenmanagement. Sie ist auch keine Überraschung, die Wahrscheinlichkeit dafür wurde zuletzt bei rund 80 Prozent gehandelt. Ein Zögern in der für die Finanzmärkte wichtigen Personalfrage hätte zudem zu neuer Verunsicherung führen können.

Die Nachricht über Bernankes Vertragsverlängerung wurde mit breitem Wohlwollen kommentiert. Für ausländische Investoren ist Bernanke ein Garant dafür, dass die Notenbank ihre von der US-Politik unabhängige Position behaupten kann. Zuletzt hatte es in Washington immer wieder Stimmen gegeben, die das ändern wollten. Unabhängigkeit wird für die Notenbank vor allem bei den großen Aufgaben der näheren Zukunft wichtig sein. Bernanke hat bereits ein waches Auge auf mögliche Inflationsgefahren, die die Federal Reserve zu Zinserhöhungen zwingen könnte – ein kritisches Unterfangen bei weiterhin hoher Arbeitslosigkeit.

Zu Beginn seiner ersten Amtszeit vor vier Jahren hatte die US-Notenbank eine Serie von Zinserhöhungen gestartet, die unter anderem die überhitzten Kreditmärkte zäumen sollten. In der Rückschau haben sich diese vielen kleinen Tippelschritte als völlig unzureichend erwiesen. Seine verbliebenen Kritiker werfen Bernanke deshalb eine Mitverantwortung für die Kreditblase vor. Vielleicht hat ihn diese Erfahrung zupackender gemacht.

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