US-Notenbanker: "Aus Anleihekäufen zügig aussteigen"

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InterviewUS-Notenbanker: "Aus Anleihekäufen zügig aussteigen"

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Der Präsident der Federal Reserve Bank von Richmond, Jeffrey Lacker, fordert im Interview mit WirtschaftsWoche ein baldiges Ende der milliardenschweren Anleihenkäufe durch die US-Notenbank

von Angela Hennersdorf

Jeffrey Lacker, Zentralbankchef von Richmond und Mitglied im geldpolitischen Ausschuss der US-Notenbank Fed, fordert ein Ende der lockeren Geldpolitik und der massiven Anleihenkäufe.

Präsident Lacker, die US-Notenbank kauft weiter Staats- und Hypothekenanleihen für monatlich 85 Milliarden Dollar. Es sieht nicht so aus, als würde das der Konjunktur wirklich helfen.

Lacker: Die quantitativen Lockerungsprogramme haben wenig bewirkt, um die Konjunktur anzukurbeln. In den letzten drei Jahren lag das Wachstum bei zwei Prozent. Einen großen Sprung sehe ich da auch in den nächsten Monaten nicht. Ich teile den Optimismus meiner Fed-Kollegen nicht, die im zweiten Halbjahr dieses Jahres mit einem Wachstum in den USA von 2,8 Prozent und im kommenden Jahr mit drei Prozent rechnen. Meine Prognose liegt für dieses Jahr bei zwei Prozent, für 2014 bei nicht mehr als 2,25 Prozent.

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Was macht Sie so skeptisch?

Zum einen sind die Verbraucher immer noch sehr vorsichtig. Der Konsum macht immerhin zwei Drittel unserer Wirtschaft aus. Wenn nicht mehr konsumiert wird, woher soll ein stärkeres Wachstum kommen? Es wird noch eine Weile dauern, bis die Amerikaner die vergangene Rezession verarbeitet haben.

US-Unternehmen, nicht nur die großen Finanzinstitute, haben im zweiten Halbjahr doch Milliardengewinne verbucht.

Grund für die Zurückhaltung von Unternehmen, mehr zu investieren und noch mehr Mitarbeiter einzustellen, ist zum einen die unklare fiskalische Lage in den USA – die Sparmaßnahmen, die Verschuldungsproblematik, die fehlende Steuerreform, die anstehende Gesundheitsreform. Das betrifft vor allem auch kleinere und mittlere Unternehmen, die wie in Deutschland auch in Amerika eine zunehmend wichtige Rolle für die Konjunktur spielen. Die global angespannte wirtschaftliche Lage, vor allem in Europa und auch in China, sorgt auch nicht gerade für sprühenden Optimismus.

US-Notenbank Bei der Fed soll Schluss sein mit billigem Geld

Gleich drei Präsidenten der US-Notenbank Fed plädieren dafür, das milliardenschwere Anleihenkaufprogramm beenden. Prompt schloss der US-Aktienmarkt mit Verlusten.

Nach der Ankündigung der Notenbank, die Anleihenkäufe zu beenden, stürzten die Börsenkurse ab. Quelle: REUTERS

Der Zeitpunkt, an dem die Fed aus ihrer ultralockeren Geldpolitik aussteigt, liegt also noch in weiter Ferne?

Wir müssen den Ausstieg aus dem Anleihenkaufprogramm zügig umsetzen. Die Inflation ist noch recht niedrig. Die Arbeitslosenquote in den USA ist schneller gesunken, als wir erwartet haben. Sie dürfen nicht nur die vergangenen Wochen im Blick haben, sondern den Zeitraum von September bis heute. Diese Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt reichen aus, um mit einem Ausstieg aus dem Kaufprogramm zu beginnen. Bei den jüngsten Fed-Treffen kam ein Ende dieser Anleihenkäufe in Sicht. Als Erstes sollten wir so schnell wie möglich die monatlichen Hypothekenanleihenkäufe beenden.

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