US-Ökonom Feldstein: So retten wir die Rente

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US-Ökonom Feldstein: So retten wir die Rente

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Die einzige Möglichkeit, die Rente weiterhin bezahlbar zu machen, ist eine schrittweise Anhebung des Rentenalters

von Martin S. Feldstein

Staatliche Rentensysteme sind in finanziellen Schwierigkeiten, und zwar auf der ganzen Welt. Weil die Lebenserwartung überall kontinuierlich ansteigt, wächst die Zahl der anspruchsberechtigten Rentner schneller  als das für die Auszahlungen zur Verfügung stehende Geld.

Bei uns in den USA prognostiziert das Haushaltsbüro des Kongresses in Washington einen Anstieg der Leistungen für Altersrenten aus dem Sozialsystem des Bundes um mehr als ein Viertel in den kommenden 25 Jahren, wenn man die gesamte Wirtschaftsleistung zum Vergleichsmaßstab nimmt: Die Rentenzahlungen werden von 4,9 Prozent vom amerikanischen Bruttoinlandsprodukt im Jahre 2013 auf 6,2 Prozent im Jahre 2038 steigen. Finanziert wird das amerikanische Sozialsystem aus bestimmten Steuern, deren Erträge keineswegs automatisch schneller steigen als das BIP. Was folgt daraus? Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Wir müssen entweder das Wachstum der Renten begrenzen oder aber die Steuersätze erhöhen.

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Ein Grund für den rapiden Anstieg der Rentenleistung ist die Methode ihrer Anpassung an die Inflation. Nach heutigem amerikanischem Recht werden die Bezüge der Rentner automatisch an die Steigerung des herkömmlichen Verbraucherpreisindex CPI angepasst. Dabei haben Fachleute längst eingesehen, dass dieser consumer price index die wirkliche Erhöhung der Lebenshaltungskosten übertrieben und damit verzerrt abbildet, weswegen die entsprechende Überkompensation der Teuerung korrigiert werden müsste.

Steigende Preise berücksichtigen

Das Problem rührt zum Teil aus der Tatsache, dass der CPI nicht berücksichtigte, dass die Verbraucher im Laufe der Zeit ihre Einkaufsgewohnheiten ändern, wenn sich die Preiskorrelationen verschieben. Unter Barack Obama folgte die Regierung anfangs dem Vorschlag der Experten und betrieb eine Ersetzung des bisherigen CPI durch einen realistischeren Teuerungsindex, den man als „chain-weighted“ bezeichnet. Das allein würde die jährliche Steigerungsrate der Renten zwar nur um ein Viertelprozent senken, aber schon das käme einer Kostensenkung für das Sozialsystem der Bundesregierung und andere an die Inflation gekoppelte Leistungen um mehr als 200 Milliarden Dollar im Verlauf der kommenden zehn Jahre gleich. Die Anwendung des neuen, angepassten Index auf Steuervorschriften würde in derselben Zeit zusätzlich mehr als 100 Milliarden Dollar einbringen.

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Es geht aber nicht nur um diese Anpassung des Inflationsindex. Es gibt einen weiteren, bedeutenderen Grund, warum der herkömmliche CPI den wirklichen Anstieg der Lebenshaltungskosten überzeichnet: Er spiegelt die Einführung neuer Waren und Dienstleistungen oder auch die Qualitätsverbesserung bereits vorhandener Waren und Dienstleistungen nicht adäquat wieder. So ist es unglücklich, dass Präsident Obama vor kurzem seinen Vorschlag zur Änderung des bisherigen Index zurückzog: Er entschied sich damit für die von politischer Taktik bestimmte „Sicherung der Sozialleistungen“ auf Kosten einer eher verantwortungsbewussten Politik der Korrektur unserer Methode, steigende Preise bei der Berechnungen von staatlichen Leistungen und Steuern zu berücksichtigen.

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