US-Präsident Donald Trump: Trump im Urlaub? Nein, im Arbeitsurlaub!

US-Präsident Donald Trump: Trump im Urlaub? Nein, im Arbeitsurlaub!

, aktualisiert 08. August 2017, 15:11 Uhr
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Der US-Präsident hat 13 der 28 Wochenenden seit seinem Amtsantritt nicht im Weißen Haus verbracht.

Quelle:Handelsblatt Online

US-Präsident Donald Trump will nicht als Faulenzer dastehen, nachdem er seien Vorgänger Obama für dessen Ferien kritisierte. Die Hinweise auf sein Schaffen sind bislang aber rar.

BridgewaterUS-Präsident Donald Trump hat Washington den Rücken gekehrt und ist in seinem privaten Golfclub in New Jersey gereist. Aber er hat wiederholt die Vorstellung zurückgewiesen, dass es sich dabei um entspannte Augustferien handele. Auf Twitter versicherte er am vergangenen Wochenende: „Dies ist kein Urlaub – Treffen und Telefongespräche!“

Trumps Mitarbeiter haben die Reise als Arbeitsurlaub bezeichnet. Berater sagen, der Präsident treffe sich mit Beratern und Kabinettsmitgliedern, um über Politik zu sprechen und es wird erwartet, dass er nächste Woche nach New York reist. Wiederholte Fragen, ob der Chef Golf spiele, beantworteten die Mitarbeiter nicht.

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Seit Trumps Ankunft in New Jersey gab es gleichwohl nur eine Gelegenheit, etwas von dem Präsidenten zu sehen: Am Samstag tauchte ein Video auf und zeigte Trump, wie er in seinem Club Hochzeitsgäste begrüßt. Er trug ein Golfhemd sowie eine rote Kappe mit der Aufschrift „Make America Great Again“ und stieg aus einem Golfwagen aus, um mit den Gästen zu plaudern.

Dass Trump nicht außer Dienst ist, zeigt der stetige Strom seiner Kommentare auf Twitter – insbesondere am Montag, als er vermutlich wegen Regens drinnen blieb. Den ganzen Tag veröffentlichte er Äußerungen, in denen er seine Unterstützer lobte, den demokratischen Senator Richard Blumenthal angriff und auf die Entscheidung des UN-Sicherheitsrats für Sanktionen gegen Nordkorea aufmerksam machte.

„Arbeite hart von New Jersey aus, während das Weiße Haus lange geplanten Renovierungsarbeiten unterzogen wird“, berichtete Trump. Der Tweet bezog sich auf Reparaturen am Weißen Haus, wo im Westflügel eine neue Heizungs- und Klimaanlage eingebaut wird.

Washington in den heißen Sommertagen den Rücken zu kehren ist bei Präsidenten eine etablierte Tradition. George W. Bush genoss seine Ranch in Texas und Barack Obama besuchte Martha's Vineyard in Massachusetts. Ronald Reagan ging nach Santa Barbara in Kalifornien.

Trump ist also nicht der erste Präsident, der verreist. Der Grund für seine Wut darüber, dass seine Reise als Urlaub bezeichnet ist, dürfte sein, dass er seinen Amtsvorgänger Obama wiederholt dafür kritisiert hatte, dass dieser der Stadt entfloh und Golf spielte. Im August 2011 twitterte Trump: „@BarackObama spielte gestern Golf. Jetzt reist er für einen 10-Tage-Urlaub nach Martha's Vineyard. Nette Arbeitsethik.“


Ein Präsident macht nie wirklich Urlaub

Der auf Präsidenten spezialisierte Historiker Douglas Brinkley vom James-Baker-Institut für öffentliche Politik sagt: „Präsident Trump ist überempfindlich gegenüber dem Wort „Urlaub“, weil er Präsident Obama so lange dafür prügelte, diesen zu nehmen.“ Präsidenten müssten jederzeit arbeiten, daher der Ausdruck Arbeitsurlaub, sagte Brinkley.

Trump hat 13 der 28 Wochenenden seit seinem Amtsantritt nicht im Weißen Haus verbracht, die meisten davon in seinem Anwesen in Palm Beach in Florida oder in Bedminster in New Jersey. Ein Wochenende war er im Ausland und eines verbrachte er in Camp David, der staatlichen Erholungsanlage für Präsidenten in Maryland.

Natürlich verabschiedet sich der Präsident nie wirklich von der Arbeit. Er reist mit einem Mini-Weißen-Haus aus Beratern und hält weiterhin Besprechungen ab, wohin auch immer er geht. Doch Anita McBride, einst Stabschefin von First Lady Laura Bush, sagt, es habe Vorteile, aus Washington herauszukommen. George W. Bush habe im Urlaub auf seiner Ranch in Texas seiner Leidenschaft fürs Radfahren und andere Aktivitäten gefrönt. „Dort hat er seine Batterien wieder aufgeladen“, sagte sie. „Jeder von uns, die im Weißen Haus gearbeitet haben, versteht wirklich das Bedürfnis, fort zu kommen.“

Die Sommerreisen der Präsidenten werden ohnehin oft vom Weltgeschehen gestört. 1998 kehrte Bill Clinton kurzzeitig von Martha's Vineyard zum Weißen Haus zurück, um sich um Bombenangriffe im Sudan und in Afghanistan zu kümmern. Reagan brach 1983 einen Kalifornien-Urlaub ab, nachdem ein Flugzeug von Korean Airlines von einem sowjetischen Kampfjet abgeschossen worden war. 2005 wurde George W. Bush dafür kritisiert, dass er seinen Urlaub nicht abbrach, als der Hurrikan Katrina New Orleans heimsuchte.

Brinkley erinnert an mehrere wichtige Ereignisse, die Obamas Sommerferien unterbrachen, darunter die Enthauptung des Journalisten James Foley durch Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat 2014 und Syriens Chemiewaffeneinsatz 2013. „Wenn Präsidenten fort sind, passiert etwas“, sagt Brinkley. „Jeden August hat man etwas Schreckliches, das passieren wird.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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