US-Präsident in Bedrängnis: Geldwäsche-Jäger suchen Trumps Russland-Verbindung

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US-Präsident in Bedrängnis: Geldwäsche-Jäger suchen Trumps Russland-Verbindung

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Donald Trump.

von Tim Rahmann

Donald Trump gerät nach der Entlassung von FBI-Chef James Comey immer stärker unter Druck. Neben der Weitergabe von Geheimdienstinformationen könnten dem US-Präsidenten  vor allem mögliche Geschäftsverbindungen nach Russland zum Verhängnis werden. Spezialisten ermitteln.

Fünf Stockwerke, weiße Fassade, und ein imposanter geschwungener Eingangsbereich mit einer US-Flagge vor der Tür: In diesem futuristischen Gebäude an der Chain Bridge Road in Vienna, Virginia, 30 Autominuten vom Weißen Haus entfernt, könnte sich die Zukunft von Donald Trump entscheiden.

Hier hat das „Financial Crimes Enforcement Network“ (FinCEN), eine Untereinheit des Finanzministeriums seinen Sitz. Informatiker, Wirtschaftsprüfer und Ex-Banker versuchen dort Terror-Unterstützung, Geldwäsche und Finanzbetrug aufzudecken. Zum Schutz des Weltfinanzsystems. Und der Sicherheit der USA. Die ist auch durch den US-Präsidenten und seinen möglichen Verbindungen zur russischen Regierung gefährdet, glaubt die Opposition. Der Rausschmiss von FBI-Chef James Comey, der gegen das Weiße Haus ermittelte, bestätigt die Trump-Kritiker, dass dieser etwas zu verbergen hat. Direkte Kontakte nach Russland etwa, oder finanzielle Verflechtungen, die Trump erpressbar machen.

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„Ich vermute, dass Präsident Trump mit der Comey-Entlassung die Ermittlungen bremsen will“, sagt Mike Quigley, Abgeordneter der Demokratischen Partei und Mitglied im Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses. Das werde ihm aber nicht gelingen. „Unsere Suche nach Antworten ist lebhafter denn je.“

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Der nationale Sicherheitsberater der USA, Herbert Raymond McMaster. Quelle: dpa

Quigley reiste Ende April nach Zypern, einen Fluchtort der russischen Oligarchen. Der Jurist sprach mit Bankern und Anwälten, um verstehen zu lernen, wie Konten und Briefkastenfirmen auf der Mittelmeerinsel von Milliardären genutzt werden, um Geschäfte jenseits der Aufsichtsbehörden zu tätigen. Er habe viel über das Vorgehen der russischen Milliardäre gelernt, so Quigley. Beweise dafür, dass die Eingriffe Russlands in die US-Wahlen auch finanzielle Gründe hatten, konnte der Politiker aber nicht sammeln.

Diese Informationen erhoffen sich die Demokraten im Abgeordnetenhaus und Senat nun von dem FinCEN. Die Geldwäsche-Jäger sind die beste Wette der Opposition, Trump Fehlverhalten nachzuweisen. Über 200 Millionen Daten stehen dem Haus zur Verfügung; wenn es Zahlungen von russischer Seite an den US-Präsidenten, seinen Unternehmen oder Mitgliedern seiner Kampagne gegeben hat, wird das FinCEN sie finden. Für das FBI haben die Sonderermittler bereits erste Datensätze durchforstet. Das Ergebnis: vertraulich. Die Politik fordert schnellstens Einsicht – und eine Ausweitung der Ermittlungen. „Wir wollen wissen, ob, wann und wo Geld geflossen ist“, sagt Quigley.

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US-Präsident Donald Trump und Russlands Außenminister Sergej Lawrow im Weißen Haus Foto: Russian Foreign Ministry/AP/dpa Quelle: dpa

Der Verdacht, dass Donald Trump oder Mitglieder seiner Familie und seiner Regierungsmannschaft Kontakte nach Russland pflegen, ist so alt wie dessen Präsidentschaftskandidatur. Der Beschuldigte aber bestreitet das vehement. „Der Präsident macht keine Geschäfte in Russland, er hat keine Verbindungen zu Russland“, wiederholte Pressesprecher Sean Spicer Ende vergangener Woche.  

Zumindest in der Vergangenheit war das schon anders. So berichtet Autor und Golf-Reporter James Dodson dieser Tage landaus, landein von einem Gespräch, das er vor drei Jahren mit Eric Trump, dem Sohn des Präsidenten, führte. Der bestätigte, dass die amerikanischen Banken anno 2014 kaum noch Kredite gewähren würden. Vor allem nicht für Golfanlagen. Das aber sei kein Problem. „All die Mittel, die wir brauchen, bekommen wir aus Russland“, zitiert Dodson Trump. Die Familie würde Personen in Russland kennen, „die Golf wirklich lieben und die in unsere Anlagen investieren“.

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