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US-Präsidentschaftswahlen: Unter der Gürtellinie: Die schmutzigsten Tricks im US-Wahlkampf

von Wilfried Eckl-Dorna

In ihrer letzten von drei Fernsehdebatten schenkten sich die beiden US-Präsidentschaftskandidaten John McCain und Barack Obama nichts. McCain attackierte Obama mehrfach scharf. Der raue Ton hat Tradition: Die Endphase des US-Wahlkampfs ist fast immer schmutzig. Ob Schnellboot-Veteranen oder verurteilte Mörder - wiwo.de führt sie durch die „dirty tricks“ der US-Wahlkämpfe.

2008: Harte Bandagen auf beiden Seiten

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Ein Unterstützer von John Quelle: rtr
Ein Unterstützer von John McCain trägt ein T-Shirt mit einer Wahlplakette für den republikanischen Kandidaten Quelle: rtr

Diffamierungen, Denunziationen, Wortverdrehungen: Die politisch unsauberen Register haben beide Seiten bislang nicht erst einmal gezogen. Jüngstes Beispiel sind die Attacken des republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain, Obama habe Kontakte zu Terroristen.

McCain wirft Obama dabei vor, über seine Beziehung zu Bill Ayers gelogen zu haben. Obama und Ayers waren vor mehreren Jahren zur gleichen Zeit in zwei wohltätigen Organisationen tätig. Ayers hat eine bewegte Vergangenheit: Er ist einer der Mitbegründer der radikalen Gruppe „Weather Underground“. Die Gruppe, das ist historisch verbürgt, hatte in den 1970er-Jahren Wohnhäuser in den USA in die Luft gejagt.

Der Republikaner McCain rückt Obama bewusst in die Nähe von Terroristen. Und das tut er mit bösen Angriffen: In einer Presseaussendung vor einer Woche veröffentlichte McCains Wahlkampfteam die Stellungnahme von John M. Murtagh, dessen Elternhaus von Weather-Underground-Mitgliedern in die Luft gesprengt wurde.

Sie gipfelt in dem Satz: „Barack Obamas Freund versuchte, meine Familie zu töten“. Freitag vergangener Woche legte McCains Lager noch einmal nach – mit einem Fernsehspot, in dem Obama wegen der angeblichen Freundschaft zu Ayers als „zu riskant für Amerika“ dargestellt wird.

Obama holt zum Gegenschlag aus

Ob Obamas tatsächlich zu Ayers Freunden zählt, wie McCain ihm unterstellte, ist jedoch mehr als fragwürdig.

Obama hatte als kleiner Junge in Ayers Nachbarschaft gewohnt.

Anfang der 1990er-Jahre saßen beide im Verwaltungsrat einer Vereinigung für Erziehungsreformen. Doch beide Männer, so schrieb die „New York Times“ vor kurzem, scheinen einander nie nahe gewesen zu sein.

Obama hat Ayers Taten, die vor 40 Jahren stattfanden, als „verabscheuungswürdige Handlungen“ bezeichnet. Zudem ist Ayers längst nicht mehr der Bürgerschreck, der er einmal war: Er ist vom Extremisten-Unterstützer zum gesetzten College-Professor in Chicago aufgestiegen, der auch von Republikanern Fördermittel erhielt.

Obamas Team ist auf solche Schläge unter der Gürtellinie aber bestens vorbereitet und holte umgehend zum Gegenangriff aus.

Auf Obamas eigens eingerichteten Website Fight The Smears (Kampf gegen die Schmierkampagnen)  veröffentlichen die Demokraten vor gut zwei Wochen eine Gegenerklärung.

Zudem erinnerten sie an McCains Rolle bei einem Wahlkampfspenden-Skandal in den 1980er Jahren. Während der damaligen Kreditkrise soll McCain gemeinsam mit vier anderen Senatoren dem Banker Charles Keating unter die Arme gegriffen haben. Keating hatte McCain zuvor mit Wahlkampfspenden unterstützt.

Obamas Wahlkämpfer beließen es aber nicht einfach bei der Erinnerung. Zu dem lange zurückliegenden Skandal veröffentlichten sie im Internet eine Mini-Dokumentation mit dem schönen Titel „Keating Economics“. So schafften sie es im Handumdrehen, McCains Vorgehen in der aktuellen Kreditkrise einen bitteren Beigeschmack zu verleihen. Denn wenn McCain schon in früheren Krisenzeiten nicht ganz astrein handelte, wie es das Video suggeriert – wie soll er dann erst die aktuelle Krise bekämpfen?

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