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US-Schuldenkrise: Amerika muss sparen - selbst beim Militär

von Angela Hennersdorf

Radikale Einschnitte im US-Haushalt zwingen das Pentagon, Amerikas Rolle als globale Militärmacht neu zu definieren.

Im Zuge von Einsparungen im US-Haushalt werden Soldaten aus Afghanistan abgezogen. Quelle: dapd
Im Zuge von Einsparungen im US-Haushalt werden Soldaten aus Afghanistan abgezogen. Quelle: dapd

Barney Frank hat schon mal eine Streichliste aufgestellt: Raus aus Afghanistan, US-Truppen massiv verkleinern, neue Nuklearwaffen und den geplanten neuen Kampfjet F35 erst gar nicht kaufen. Um ein Drittel ließe sich der US-Verteidigungshaushalt mit diesen einfachen Maßnahmen kürzen, ohne dass sich Amerika weniger sicher fühlen müsse. Kaum ein Politiker stellt die Macht des Pentagon so scharf infrage wie der prominente 71-jährige Demokrat.

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Frank war lange Jahre Vorsitzender des Finanzausschusses in Washington. Noch immer, sagt er, täten viele Konservative und Militärs in den USA so, als stünden Kommunisten und Nazis gleichzeitig vor der Tür. „Wie lange und zu welchen Kosten wollen wir noch globale Polizei spielen?“

Militärausgaben und Gesamtverschuldung in den USA Quelle: IWF
Militärausgaben und Gesamtverschuldung in den USA (in Milliarden Dollar) Quelle: IWF

Sorge um die Sicherheit

Diese Frage bewegt die Nation. Zwar sind die meisten Amerikaner froh, wenn Präsident Barack Obama die US-Truppen bis Ende des Jahres endlich aus dem Irak zurückbeordern wird, und viele zweifeln auch an Sinn und Zweck des Krieges in Afghanistan. Gleichzeitig aber fürchten vor allem Konservative um die Sicherheit – und nicht zuletzt um die Vormachtstellung Amerikas in der Welt, sollte der US-Verteidigungshaushalt drastisch gekürzt werden.

Doch danach sieht es derzeit aus. Denn Amerika muss sparen. Bis 2013 wächst der Schuldenberg des Landes auf insgesamt 16,4 Billionen Dollar. Seit zwei Monaten ringt eine Sonderkommission aus Demokraten und Republikanern um Vorschläge, wie sich im US-Haushalt mindestens 1,2 Billionen Dollar einsparen lassen. Auf diese Summe hatten sich die Parteien nach einem wochenlangen Hickhack um die Erhöhung der Schuldenobergrenze im August geeinigt.

Bis zum 23. November, dem Tag vor dem großen nationalen amerikanischen Feiertag Thanksgiving, sollen die Ergebnisse auf den Tisch. Einigt sich die Kommission nicht, greifen radikale Einschnitte: Rund 600 Milliarden Dollar weniger Geld für die Verteidigung in den nächsten zehn Jahren, rund 600 Milliarden Dollar weniger für Sozialausgaben im selben Zeitraum.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 22.11.2011, 08:37 UhrJusticeForAll

    Haha, Obama wird die Wahl haushoch verlieren. Dann kommt ein Republikaner ans Werk, der Steuererhöhungen als sozialismus geißelt und das Militär als Schutzpatron der Ölreserven (pardon: freien Welt) quasi für sakrosankt erklärt. Gekürzt werden wird im Sozialsystem, was noch mehr andersfarbige Menschen in die Armut treiben wird. Da in den USA dummerweise fast jeder eine Waffe hat, wird das womöglich nicth gut enden.

  • 21.11.2011, 14:05 UhrJoker1

    Sparen war für USA immer ein Fremdwort, wenn´s an den Verteidigungsetat ging. Reagan, Bush usw., haben die USA
    durch Kriege ruiniert.
    Die eigene Bevölkerung ( sog. Normalbürger ) und Migranten können
    ja ruhig "verrecken", es kommen ja genug nach.
    Hauptsache man kanns krachen lassen und andere Nationen über den
    Tisch ziehen. Die Moral in USA spielt seit langer Zeit keine Rolle
    mehr. Öl muss her, man hat´s halt noch nicht begriffen, dass eine
    völlig neue Zeit angebrochen ist. Bei $ 15 Bio. Schulden ist das
    Land unrettbar im Schuldensumpf verloren.
    Der Verteidigungsetat müsste um mid. 40 % sinken und die Steuern
    um mind. 25 % erhöht werden und zwar sofort.

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