US-Vorwahl: Gingrich gewinnt in South Carolina

US-Vorwahl: Gingrich gewinnt in South Carolina

Newt Gingrich hat Favorit Mitt Romney in die Knie gezwungen. Die Vorwahl im konservativen Süden gilt als richtungweisend.

Mitt Romney sah sich schon an Ziel: „Wir werden das Weiße Haus verändern und Amerika wieder auf die Beine stellen“, rief er seinen Anhängern am Abend des 3. Januars zu. Romney sah sich als Favorit: sowohl im Duell der republikanischen Präsidentschaftsbewerber, als auch beim anschließenden Kampf um das Weiße Haus gegen Amtsinhaber Barack Obama.Doch in South Carolina kam alles anders. Romney liegt mehr als 13 Prozentpunkte hinter Newt Gingrich. "Ich danke jedem, der entschieden hat, mit uns gemeinsam Washington zu verändern", sagte er bei seiner anschließenden Ansprache. Außerdem rief er über Twitter seine Anhänger dazu auf, ihm bei der nächsten Vorwahl in Florida zu helfen, "den K.O.-Schlag zu landen."

FAQ US-Vorwahlen

  • Wer bestimmt den Spitzenkandidaten?

    Den Spitzenkandidaten einer Partei bestimmt deren Basis während der Parteitage. Diese "national conventions" gibt es seit 1832. Dort kommen Tausende Delegierte zusammen, die bei den Vorwahlen in den einzelnen Bundesstaaten ernannt wurden und sich verpflichtet haben, für einen bestimmten Kandidaten zu stimmen.

  • Wie viele Delegierte vertreten die US-Staaten?

    Insgesamt 2286 Delegierte vertreten 50 US-Bundesstaaten - inklusive Washington, Puerto Rico, Guam, Amerikanisch Samoa, Virgin Islands und die Nördlichen Marianen.

  • Welche Wahlverfahren gibt es?

    Es gibt zwei Wege, einen Kandidaten zu wählen: Caucus und Primary. Bei der Primary gehen die Wähler in ein Wahllokal und wählen ihren Kandidaten. Bei der offenen Primary können alle Wähler für jeden beliebigen Kandidaten stimmen. Bei der geschlossenen Vorwahl wählen die eingetragenen Parteimitglieder strikt nach Parteizugehörigkeit.

    Bei der Caucus wählen eingetragene Parteimitglieder - schriftlich oder offen - jeweils ihren Kandidaten. Dem voran gehen Debatten und Reden, das Verfahren ist recht zeitaufwändig.

  • Wie viele Vorwahlen gibt es?

    Die Präsidentschaftskandidaten können in 56 Vorwahlen um die Stimmen der Delegierten buhlen. Los geht es am 03. Januar in Iowa, der letzte Vorwahlkampf findet am 26. Juni in Utah statt.

  • Wie viel Stimmen braucht Obamas Gegenkandidat?

    Damit die Republikaner einen Gegenkandidaten für Barack Obama ins Rennen schicken können, muss er bei den Vorwahlen 1144 Delegiertenstimmen bekommen haben.

Gingrich hatte vor der Wahl in South Carolina Konkurrent Mitt Romney scharf attackiert. Die TV-Debatte mit Gingrich hatte Romney ein paar Tage vor der Wahl richtig alt aussehen lassen. Gingrich attackierte ihn, weil er sich weiterhin weigert, seine Steuererklärungen offenzulegen. Hinzu kam ein 27-minütiges Anti-Romney-Video.

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Letztlich kam Gingrich nach Auszählung der Stimmen auf rund 40 Prozent, während der vorherige Favorit Romney nur 27 erreichte. Dritter wurde der ehemalige Senator aus Pennsylvania, Rick Santorum, mit 17 Prozent. Der Kongressabgeordnete Ron Paul bekam 13 Prozent der Stimmen. Damit haben drei Vorwahlen drei Sieger hervorgebracht: Nach der endgültigen Auszählung der Stimmen von Iowa stand fest, dass nicht der Ex-Gouverneur von Massachusetts Romney, sondern der Konservative Rick Santorum die meisten Wähler auf seine Seite ziehen konnte. Romney gewann in New Hampshire und nun Gingrich in South Carolina. Damit ist alles wieder offen.

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Romney sagte kurz nach Schließung der Wahllokale, dass es ein harter Kampf für ihn gewesen sei. "Wir müssen noch einen weiten Weg gehen."

mit Material von dpa

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