
Der Visionär ist auf den Boden der Tatsachen angekommen. Newt Gingrich, der erz-konservative republikanische Präsidentschaftsbewerber, versprach dem Kennedy Space Center, ansässig auf Merrit Island in Florida, eine Mond-Kolonie – und den US-Bürgern ein Ende der Massenarbeitslosigkeit. Dennoch verlor er die Vorwahl der Republikaner im US-Bundesstaat Florida deutlich.
Knapp 14 Prozentpunkte lag Gingrich am Ende hinter seinem Kontrahenten Mitt Romney. 46 Prozent der Wähler stimmten für den Ex-Gouverneur von Massachusetts, 32 für Gingrich. Anders als in den bisherigen Vorwahlen gilt in Florida das „Winner-take-all“-Prinzip. Romney bekommt damit alle 50 Delegiertenstimmen aus dem „Sunshine State“ – und geht als hoher Favorit in den weiteren Vorwahlkampf.
Romney selbst sprach von einem „großen Sieg“. „Ich stehe bereit, um die Partei und unsere Nation zu führen“, rief er seinen jubelnden Anhängern in Tampa zu. An die Adresse von
Präsident Barack Obama fügte er hinzu: „Jetzt ist es Zeit für Sie, zur Seite zu treten.“
Newt Gingrich, der ehemalige Sprecher des Repräsentantenhauses und Sieger der Vorwahl in South Carolina, wurde von Romney mit seinen eigenen Waffen geschlagen. Mit einer Flut an TV- und Radiospots machte der Ex-Gouverneur von Massachusetts Stimmung gegen den 64-Jährigen. Romney hämmerte den Wählern des Südstaates ins Gedächtnis, dass Gingrich einst wegen Verstößen gegen Ethikrichtlinien des Kongresses verurteilt worden war. Zum Fiasko aber wurden Gingrich seine Geschäftsbeziehungen zum Immobilienfinanzierer Freddie Mac.
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