US-Vorwahlen: Rick Santorum gibt auf

US-Vorwahlen: Rick Santorum gibt auf

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Rick Santorum erklärte am Dienstagabend (MEZ) seinen Rückzug aus dem Rennen ums Weiße Haus.

Überraschende Wende im US-Vorwahlkampf: Der erzkonservative Rick Santorum gibt auf. Der Kampf ums Weiße Haus zwischen Barack Obama und Mitt Romney ist damit eröffnet.

Der US-Präsidentschaftsbewerber Rick Santorum hat im Vorwahlkampf der Republikaner aufgegeben. „Dieses Rennen ist für mich vorbei“, sagte der 53-Jährige am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Gettysburg (Pennsylvania). Damit ist die Nominierung des Multimillionärs Mitt Romney als Gegenkandidat zu Amtsinhaber Barack Obama für die Präsidentschaftswahl im November so gut wie sicher. Die verbliebenen Mitbewerber Ron Paul und Newt Gingrich haben wegen schwacher Wahlergebnisse kaum noch Chancen, von den Republikanern aufgestellt zu werden.

Der ultrakonservative Ex-Senator Santorum hatte sich in den drei Monaten seit Beginn der Vorwahlen zum einzig ernsthaften Widersacher von Romney entwickelt. Santorum konnte dem als moderat geltenden Favoriten Wahlsiege mit seinen radikalen Thesen in elf Bundesstaaten entgegensetzen, obwohl er als Außenseiter ins Rennen gegangenen war.

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Rätselraten um die Gründe

Die Aufgabe Santorums kommt überraschend. Zwar lag der erzkonservative Familienvater bei den Delegiertenstimmen deutlich hinter seinem Mitbewerber Mitt Romney. Doch Santorum kündigte stets an, bis zum Nominierungsparteitag weiterkämpfen und vor Ort Wahlmänner persönlich umstimmen zu wollen. Santorum akzeptiere Romney bis zuletzt nicht als geeigneten Kandidaten der Republikaner. In den Augen Santorums ist der Mulitmillionär Romney nicht konservativ genug. Pikant: Der frühere Senator von Pennsylvania nannte bei seiner Erklärung in Gettysburg keine Gründe für die Aussetzung seiners Wahlkampfs. Er nutzte die Chance auch nicht, um sich hinter Romney zu stellen.

Somit könnte Santorum aus privaten Gründen das Handtuch geworfen haben. Immer wieder machten dem Familienvater während seines Wahlkampfes private Sorgen zu schaffen. Denn: Santorums dreijährige Tochter Isabella leidet an einer schweren Behinderung und musste seit Januar mindestens zweimal mit einer lebensgefährlichen Infektion ins Krankenhaus.

Romney gratulierte seinem ehemaligen Konkurrenten für eine gelungene und erfolgreiche Kampagne. „Senator Santorum ist ein fähiger und würdiger Wettbewerber. Ich gratuliere ihm zu dem Wahlkampf, den er geführt hat“, erklärte der frühere Gouverneur von Massachusetts in Boston. „Er hat sich selbst als eine wichtige Stimme in unserer Partei und unserem Land gezeigt“, sagte Romney. Kommentatoren erwarten, dass mit Santorums Rückzug der Hauptwahlkampf ums Weiße Haus begonnen hat.

Romney nutzte die Gelegenheit umgehend für Kritik an US-Präsident Obama: „Wir (Santorum und Romney) wissen beide, wie wichtig es ist, die Fehler der letzten drei Jahre hinter uns zu lassen und Amerika wieder auf den Weg des Wachstums zu bringen.“ Der Amtsinhaber seinerseits verschärfte am gleichen Tag seine Angriffe auf die Republikaner, indem er in einer Wahlkampfrede in Florida massiv Werbung für Steuererhöhungen für Millionäre machte. Romney lehnt diese Steuerpläne deutlich ab. Nach einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage kann Obama der Präsidentenwahl derzeit aber mit Gelassenheit entgegenschauen. Einer von der „Washington Post“ und dem TV-Sender ABC in Auftrag gegeben Befragung zufolge liegt er derzeit klar vor Romney.

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