US-Wahl: Manager deutscher Konzerne spenden mehr an Romney als an Obama

exklusivUS-Wahl: Manager deutscher Konzerne spenden mehr an Romney als an Obama

von Thomas Stölzel

Deutsche Konzerne haben ihre Spenden für den US-Wahlkampf kräftig aufgestockt. Davon profitiert vor allem Herausforderer Mitt Romney.

Es sind nur noch wenige Tage bis zur US-Präsidentschaftswahl am 6. November. Da zeigt sich, dass die meist leitenden Mitarbeiter deutscher Konzerne vor Ort in den letzten Wochen noch einmal kräftig für den Wahlkampf gespendet haben. Neuen Daten zufolge, die das Washingtoner Center for Responsive Politics im Auftrag der WirtschaftsWoche ausgewertet hat, spendeten allein US-Manager der Deutschen Bank seit Juli 58.000 Dollar. Davon gingen 49.000 Dollar an den republikanischen Kandidaten Mitt Romney, nur 9000 an den amtierenden Präsidenten Barack Obama. Deutlich draufgelegt haben auch die Siemens-Manager. Aus dem Technologiekonzern kamen seit Juli 37.000 zusätzliche Dollar, fast doppelt so viel wie in den Monaten zuvor. Allerdings bevorzugt man bei Siemens Obama. Allein 26.000 Dollar flossen seit Juli dem Lager des Präsidenten zu.

Das spenden deutsche Konzerne den Wahlkandidaten

  • Deutsche Bank

    Barack Obama: 25.475 $

    Mitt Romney: 135.150 $

    Alle Spenden dieser Kurztextgalerie sind Spenden Politischer Aktionskomitees

    Quelle: Center for Responsive Politics für WirtschaftsWoche

  • Siemens

    Barack Obama: 43.205 $

    Mitt Romney: 14.250 $

  • Allianz

    Barack Obama: 12.162 $

    Mitt Romney: 33.150 $

  • Fresenius Medical Care

    Barack Obama: 6650 $

    Mitt Romney: 17.900 $

  • SAP

    Barack Obama: 16.322 $

    Mitt Romney: 5250 $

  • Deutsche Telekom

    Barack Obama: 13.175 $

    Mitt Romney: 4900 $

  • EADS

    Barack Obama: 5612 $

    Mitt Romney: 10.250 $

  • Bayer

    Barack Obama: 8612 $

    Mitt Romney: 3200 $

  • Merck

    Barack Obama: 8090 $

    Mitt Romney: 2750 $

  • Munich Re

    Barack Obama: 9955 $

    Mitt Romney: -

  • Thyssen Krupp

    Barack Obama: 1200 $

    Mitt Romney: 1250 $

  • Boehringer

    Barack Obama: 6250 $

    Mitt Romney: 450 $

  • Volkswagen

    Barack Obama: 2250 $

    Mitt Romney: -

  • BMW

    Barack Obama: 750 $

    Mitt Romney: -

  • Deutsche Post

    Barack Obama: 500 $

    Mitt Romney: 250 $

Unterm Strich kassierte aber Herausforderer Romney seit Beginn der Wahlsaison 2011/12 von der deutschen Wirtschaft mit 228.750 Dollar fast doppelt so viel wie Amtsinhaber Obama. Der nahm nur rund 138.000 Dollar ein. In den USA ist es Unternehmen zwar untersagt, den Kandidaten direkt Geld zu spenden.

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Das spenden deutsche Konzerne für Repräsentantenhaus- und Senatswahlen

  • Bayer

    Demokraten: 137.000 $

    Republikaner: 293.500 $

    Alle Spenden dieser Kurztextgalerie sind Spenden Politischer Aktionskomitees

    Quelle: Center for Responsive Politics für WirtschaftsWoche

  • Deutsche Telekom

    Demokraten: 165.500 $

    Republikaner: 212.000 $

  • Siemens

    Demokraten: 113.000 $

    Republikaner: 125.000 $

  • BASF

    Demokraten: 61.000 $

    Republikaner: 147.500 $

  • Fresenius

    Demokraten: 92.000 $

    Republikaner: 82.398 $

  • EADS

    Demokraten: 65.000 $

    Republikaner: 103.600 $

  • Boehringer

    Demokraten: 76.500 $

    Republikaner: 53.500 $

  • Merck

    Demokraten: 69.000 $

    Republikaner: 51.500 $

  • SAP

    Demokraten: 30.500 $

    Republikaner: 44.500 $

  • Allianz

    Demokraten: 18.700 $

    Republikaner: 49.650 $

  • Linde

    Demokraten: 24.000 $

    Republikaner: 25.500 $

  • Deutsche Bank

    Demokraten: 10.900 $

    Republikaner: 10.000 $

  • Heidelberg Cement

    Demokraten: 500 $

    Republikaner: 12.500 $

  • Deutsche Post

    Demokraten: - $

    Republikaner: 2000 $

  • Infineon

    Demokraten: 500 $

    Republikaner: - $

Aber die Firmen dürfen sogenannte Politische Aktionskomitees (PACs) gründen, die vor allem bei Führungskräften und Anteilseignern Geld für den Wahlkampf sammeln. Zudem spenden in den USA viele Manager direkt. Dem Center for Responsive Politics zufolge decken sich die politischen Interessen der ausländischen Unternehmen sehr häufig mit denen ihrer Führungskräfte.

Weil die Amerikaner in vielen Bundesstaaten zeitgleich zur Wahl des Präsidenten auch über Senatoren und Abgeordnete des Repräsentantenhauses abstimmen, engagieren sich US-Manager deutscher Firmen auch hier. Größter Spender ist der Chemieriese Bayer. Aus dessen Zirkeln kam fast eine halbe Million Dollar. Nahezu zwei Drittel dieses Geldes floss an die konservativen republikanischen Kandidaten. Insgesamt ziehen die meisten deutschen Unternehmen bei den Wahlen zum Senat und zum Repräsentantenhaus republikanische Anwärter vor.

Nach jüngsten Umfragen gerät der fast sicher geglaubte Sieg Obamas zunehmend in Gefahr. Auch üppige Wahlkampfspenden für Romneys Lager dürften dabei eine wichtige Rolle spielen.

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