US-Wahlen: Bernie Sanders Kampf gegen Amerikas Superreiche

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US-Wahlen: Bernie Sanders Kampf gegen Amerikas Superreiche

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Bernie Sanders bei einem Auftritt.

von Florian Willershausen

Bernie Sanders will eine „politische Revolution“ gegen ein Kartell der Superreichen anzetteln – und zieht in Umfragen an Hillary Clinton vorbei. Den Demokraten droht ein Linksschwenk.

Ziemlich rassistisch sollen sie lange Zeit gewesen sein, die Einwohner von Dubuque. So gesehen ist es kein Zufall, dass bis heute kaum Schwarze hier am nördlichen Mississippilauf in Iowa leben. Hier arbeitet der Mann, und die Frau hütet die Kinder. Homosexuelle gibt es nicht, zumindest nicht offiziell. Dubuque ist also eine Stadt, in der ein „Sozialist“ keine Chance hat. Darum stoppt Bernie Sanders, der Linkeste der Präsidentschaftskandidatenamtsanwärter seinen Tross genau hier.

Es ist Vorwahlkampf, die Zeit, in der Kandidaten mit möglichst markigen Auftritten möglichst große Massen anziehen müssen. In die Basketball-Halle sind nur ein paar Hundert Wähler zum Auftritt des Demokraten gekommen, keine 27.000 wie neulich in Los Angeles. Aber die Ersten rufen bereits „Börnie, Börnie“, als sich der Kandidatenkandidat für seine Rede bereit macht.

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Iowa ist im Vorwahl-Ritus der USA traditionell der erste Bundesstaat, in dem Delegierte über die Präsidentschaftskandidaten ihrer Parteien abstimmen. Im Februar ist es so weit. In Umfragen des Senders FOX News liegt Bernie Sanders 19 Prozentpunkte hinter Hillary Clinton zurück, doch er holt auf. In New Hampshire, wo sie ein paar Tage später abstimmen, liegt der parteilose Senator aus der Fraktion der Demokraten vor der Ex-Außenministerin und Ex-First-Lady. Das ist keine kleine Sache. Der Anspruch Hillary Clintons auf das Kandidatenamt der Demokraten, Anfang 2017 Barack Obama zu folgen, schien quasi hochamtlich besiegelt.

Kampf gegen soziale Ungleichheit

Kaum jemand glaubt denn auch ernsthaft, dass der bald 74-jährige Sanders mit dem schlohweißen Haar und Halbglatze ins Weiße Haus einziehen wird. Aber er hat in gut drei Monaten eine rasant wachsende Graswurzel-Bewegung in einen Kampf gegen soziale Ungleichheit in den USA geführt: Sie stellt sich gegen Superreiche, die kaum Steuern zahlen und die politische Klasse mit Wahlkampfspenden korrumpieren, fordert dagegen mehr Investitionen in Bildung, Gesundheit und Infrastruktur. Und sie prägt damit die Debatte in diesem aufziehenden Wahlkampf. Das ist inhaltlich mehr, als etwa alle Kandidaten der Republikaner zusammen bisher erreicht haben.

Sanders kokettiert damit, der einzige „Sozialist“ in Washington zu sein. Seit den Siebzigerjahren ist er in der Politik. Er war immer gegen Krieg, stimmte stets gegen Handelsabkommen, kämpfte für Sozialleistungen und gegen Steuersenkungen für Reiche. So jemand war bis vor ein paar Jahren unwählbar, selbst unter Demokraten. Aber mit der Finanzkrise hat sich das geändert. Und je stärker die „Berniemania“, desto größer wird der Druck von links auf Hillary Clinton.

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