Donald Trump: Zwei Frauen erheben Belästigungsvorwürfe

Belästigungsvorwürfe gegen Trump: "Er war wie eine Krake, seine Hände waren überall"

, aktualisiert 13. Oktober 2016, 10:51 Uhr
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Donald Trump küsst ein "Women for Trump"-Plakat

US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump steht wegen frauenfeindlicher Äußerungen unter Druck. Nun sieht er sich mit Vorwürfen sexueller Belästigung konfrontiert.

Mehrere Frauen werfen dem republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump vor, in der Vergangenheit sexuell übergriffig geworden zu sein. Drei US-Zeitungen veröffentlichten am Mittwoch Berichte von Frauen, die Trump vorwarfen, sie gegen ihren Willen geküsst, bedrängt oder unsittlich berührt zu haben. In einem vor kurzem bekanntgewordenen Video hatte Trump mit solchen Übergriffen geprahlt, später jedoch beteuert, das sei nur „Umkleidekabinengerede“ gewesen. Sein Wahlkampfteam wies die Aussagen der Frauen als Erfindungen zurück.

Rachel Crooks sagte der „New York Times“, sie habe als Empfangsdame im Trump Tower in New York gearbeitet. Dort sei ihr der Milliardär 2005 vor einem Fahrstuhl begegnet. Sie habe sich vorgestellt und ihm die Hand gegeben. Trump habe sie nicht wieder losgelassen, sondern sie gegen ihren Willen auf den Mund geküsst. Sie sei sehr bestürzt gewesen.

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Später habe Trump ihre Telefonnummer verlangt. Sowohl ihre Schwester als auch ihr damaliger Freund bestätigten, dass die damals 22-Jährige ihnen von dem Vorfall berichtet habe.

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Die größte Demokratie der Welt erlebt einen peinlichen Wahlkampf: zwei schwache Kandidaten und eine konservative Partei im Chaos.

Republican U.S. presidential nominee Donald Trump speaks at a campaign rally in Panama City, Florida, U.S., October 11, 2016. REUTERS/Mike Segar Quelle: REUTERS

Die 74-Jährige Jessica Leeds berichtete dem Blatt, sie habe vor mehr als 30 Jahren während eines Fluges nach New York neben Trump gesessen. Dieser habe die Armlehne zwischen ihnen hochgeklappt, ihre Brüste berührt und versucht, ihr an den Rock zu fassen. Sie sei in den hinteren Teil des Flugzeugs geflohen. „Das war ein Übergriff“, sagte sie. „Er war wie eine Krake, seine Hände waren überall.“

Leeds sagte, sie habe sich nicht bei der Fluggesellschaft beklagt, weil Männer sich damals oft so verhalten hätten. Einige Jahre später sei sie Trump auf einer Veranstaltung begegnet, wo er sie offenbar wiedererkannt und beleidigt habe.

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Die 36-Jährige Mindy McGillivray schilderte der Zeitung „Palm Beach Post“, Trump habe sie 2003 während eines Ray-Charles-Konzerts auf seinem Anwesen Mar-A-Lago von hinten begrapscht. Ihr damaliger Begleiter sagte, sie habe ihm von dem Vorfall erzählt.

Eine Reporterin des „People“-Magazins, Natasha Stoynoff, schrieb in ihrem Blatt, Trump habe ihr 2005 angeboten, sie durch das Mar-A-Lago zu führen. Dort habe er in einem Raum die Tür hinter beiden geschlossen, sie an die Wand gedrückt und ihr seine Zunge in den Mund geschoben.

Die Marke Donald Trump

  • Geschäftsmann

    Als Baulöwe, Casinobetreiber, Golfclubbesitzer und Ausrichter von Schönheitswettbewerben hat der New Yorker ein Vermögen von zehn Milliarden Dollar angehäuft – nach eigenen Angaben.

  • TV-Star

    Trumps Satz „You’re fired“, mit dem er in der Show „The Apprentice“ ehrgeizige Jungunternehmer feuerte, wurde zum geflügelten Wort.

  • Politiker

    Trump spendete auch an Demokraten wie die Clintons, tritt nun aber für die Republikaner an.

In einem vor knapp einer Woche veröffentlichten Video aus dem Jahr 2005 hatte Trump geprahlt, er könne sich als Star erlauben, Frauen ohne zu warten auf den Mund zu küssen und sie überall anzufassen. In der zweiten Fernsehdebatte mit seiner demokratischen Rivalin Hillary Clinton versicherte er auf die Frage von Moderator Anderson Cooper, ob er sich jemals tatsächlich so verhalten habe: „Nein, das habe ich nicht.“

Trumps Wahlkampfsprecher Jason Miller nannte die Vorwürfe komplett falsch und erfunden. Es spreche für sich, dass die Frauen erst jetzt, kurz vor der Wahl, damit an die Öffentlichkeit gegangen seien. Trump selbst sagte: „Ich habe es nicht getan, es war Umkleidekabinengerede.“ Sein Anwalt Marc Kasowitz forderte die „New York Times“ auf, den „waghalsigen, verleumderischen und beleidigenden“ Artikel zurückzuziehen.

Clintons Sprecherin Jennifer Palmieri sagte, die Berichte passten zu allem, was bisher über Trumps Verhalten gegenüber Frauen bekannt sei.

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