Big Data: Wie dieser Datenanalyst für Trump die Wahl gewinnen will

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Alexander Nix will mit Big Data die US-Wahl für Trump gewinnen.

von Katharina Matheis

Alexander Nix hat knapp 5000 Informationen über jeden Amerikaner. Mit diesen Daten erklärt er Donald Trump, welche Botschaften er den Wählern übermitteln muss - vom Traditionalisten bis zum Neurotiker. Nix' Ziel: Für Trump die Wahl gewinnen.

Die Umfragen sagen derzeit einen Wahlsieg Clintons voraus. Wie aussagekräftig sind die Prognosen aus Ihrer Sicht?
Ich halte sie für nicht besonders zuverlässig. Die meisten Umfragen sagen einen Vorsprung Clintons von einigen Prozent aus und haben gleichzeitig eine Fehlervarianz von 5 Prozent. Also, was heißt das schon?

Doch es gibt uns zumindest ein Stimmungsbild.
Meinungsumfragen sind wie eine Suppe. Du kannst mit einem Teelöffel den Geschmack testen und hast dann einen Eindruck. Aber es ist sagt dir nichts über die Suppe aus. Du weißt nicht, welche Zutaten entscheidend sind und wie sie gemacht wurde. Das ist das, was Big Data kann.

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Und was sagen uns diese Daten über die Wähler im November 2016?
Es wäre ja schön, wenn wir wüssten: Republikaner sind so und Demokraten sind so. Aber so funktioniert das nicht. Es gibt eine große Sammlung an Republikanern mit ganz verschiedenen Segmenten. Die Segmente haben völlig unterschiedliche Persönlichkeiten. Der eine ist für liberale Waffengesetze, weil er Traditionalist ist, der andere will die Möglichkeit haben, sich selbst zu verteidigen. Beide wählen Trump, doch brauchen unterschiedliche Werbebotschaften.

Zur Person

  • Alexander Nix

    Alexander Nix ist CEO von Cambridge Analytica. Das Unternehmen mit Sitz in New York nutzt Datenanalysen und Psychogramme, um Werbebotschaften in politischen Kampagnen zu generieren und anzupassen.

Was  wissen Sie über den einzelnen Wähler?
Zunächst haben wir viele soziodemografischen Daten: Alter, Adresse, Geschlecht, Ethnizität. Dann ermitteln wir ihren Lebensstil: In welcher Art Haus leben sie?  Gehen sie in die Kirche? Welche Bücher lesen sie? Und zuletzt nutzen wir Transaktionsdaten: Kreditkarteninformationen, Social-Media-Angaben, Einkaufsverhalten.

Woher bekommen Sie all diese Informationen?
Das meiste kaufen wir bei den großen Daten-Anbietern des Landes. Das bereichern wir dann mit Informationen aus sozialen Netzwerken, Cookies, TV-Boxen und öffentlichen Registern. Insgesamt haben wir damit über 200 Millionen Personenprofile und rund 4000-5000 Datenpunkte über jeden Amerikaner.


Dann wissen Sie eine ganze Menge!
Allein sind diese Datenpunkte aber überhaupt nicht aussagekräftig. Es ist zunächst völlig irrelevant, ob jemand Cornflakes oder Müsli isst. Doch in Kombination mit Einkommen, Wohnort, Bildung sind manche Informationen plötzlich sehr aussagekräftig.

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