Donald Trump: „Amerikanismus, nicht Globalismus, wird unser Credo sein“

Donald Trump: „Amerikanismus, nicht Globalismus, wird unser Credo sein“

, aktualisiert 22. Juli 2016, 09:55 Uhr
Bild vergrößern

Donald Trump führt die Republikaner in die US-Wahl.

Für viele war es bis zuletzt unglaublich: Trump ist der Kandidat der Republikaner. Zum Ende des Konvents schlug er einen weiten Bogen, wie er sich seine Präsidentschaft vorstellt.

Amerika zuerst, ein anderes Land sofort: Unter diese Überschrift will Donald Trump seine Präsidentschaft stellen, sollte er am 8. November zum US-Präsidenten gewählt werden. Der Immobilienmilliardär, der noch nie ein politisches Amt bekleidet hat, nahm in der Nacht zum Freitag in Cleveland unter riesigem Jubel zum Ende des viertägigen Konvents die Nominierung seiner Partei an. „Amerikanismus, nicht Globalismus, wird unser Credo sein“, rief er.

Im Ringen um das mächtigste Amt der Welt wird Trump (70) gegen die Demokratin Hillary Clinton (68) antreten, die nach aller Voraussicht in der kommenden Woche in Philadelphia von den Demokraten als Kandidatin nominiert werden wird.

Anzeige

„Meine Botschaft lautet, dass sie die Dinge ändern müssen, und zwar genau jetzt“, sagte Trump. „Es ist an der Zeit, der Welt zu zeigen, dass Amerika zurück ist, besser und stärker als jemals zuvor.“

„Alle die, die Euch sagen, Ihr könnt nicht das Land haben, das Ihr möchtet, sind die gleichen, die Euch gesagt haben, dass ich heute Nacht unmöglich würde hier stehen können“, sagte Trump.

Donald Trump Trump jetzt offiziell Präsidentschaftskandidat

Am Ende wirkte alles wie eine Formsache. Und trotzdem wird in Cleveland Geschichte geschrieben: Die US-Republikaner machen den Geschäftsmann Donald Trump zu ihrem Präsidentschaftskandidaten.

epa05432669 Donald Trump delivers an address via video to delegates on the second day of the 2016 Republican National Convention at Quicken Loans Arena in Cleveland, Ohio, USA, 19 July 2016. The four-day convention is expected to end with Donald Trump formally accepting the nomination of the Republican Party as their presidential candidate in the 2016 election. EPA/MICHAEL REYNOLDS +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Die voraussichtliche Präsidentschaftskandidatin der US-Demokraten, Hillary Clinton, hat auf ihrem spanischen Twitter-Profil die Rede von Donald Trump gekontert. Zu seiner auf dem Republikaner-Parteitag wiederholten Aussage, eine Mauer an der US-Grenze zu Mexiko errichten zu wollen, schrieb sie am Donnerstag (Ortszeit): „Ja, wir werden eine Mauer bauen - zwischen dich und die Präsidentschaft, Donald Trump.“

Nie mehr dürfe man sich verlassen auf die Eliten in Medien und Politik, die alles sagen würden, um ein zurechtgebogenes System am Leben zu erhalten. „Stattdessen müssen wir uns entscheiden, an Amerika zu glauben. Jetzt sieht uns die Geschichte zu.“

Trumps Rede war deutlich substanzieller und um Längen besser gearbeitet als bisherige Auftritte. Sie kombinierte alle von Anhängern umjubelten Elemente seiner bisherigen Kampagne mit Ernsthaftigkeit und Emotionalisierung. Sie kam im Saal ausgezeichnet an. Trump versuchte, sich präsidentiell zu geben.

Konkrete Vorschläge ließ die etwa 75-minütige Rede gleichwohl vermissen, das Programm ist gleichsam Trump selbst.

„Ich habe die politische Arena betreten, damit die Mächtigen nicht länger auf Menschen einschlagen können, die sich nicht verteidigen können. Niemand kennt das System besser als ich, deswegen bin ich der Einzige, der es reparieren kann“, sagte Trump.

Die Marke Donald Trump

  • Geschäftsmann

    Als Baulöwe, Casinobetreiber, Golfclubbesitzer und Ausrichter von Schönheitswettbewerben hat der New Yorker ein Vermögen von zehn Milliarden Dollar angehäuft – nach eigenen Angaben.

  • TV-Star

    Trumps Satz „You’re fired“, mit dem er in der Show „The Apprentice“ ehrgeizige Jungunternehmer feuerte, wurde zum geflügelten Wort.

  • Politiker

    Trump spendete auch an Demokraten wie die Clintons, tritt nun aber für die Republikaner an.

Die Themen Handelsverträge und Arbeitsplätze sowie Recht und Ordnung nahmen in der Rede bei weitem den größten Raum ein.

Trump sagte, er werde Millionen Jobs zurück in die USA bringen. Er wiederholte unter riesigen Jubel, dass er an der Grenze zu Mexiko eine Mauer bauen werde. „Es kann ohne Gesetz und Ordnung kein Wachstum geben.“

Seine Gegnerin Clinton überzog er mit schweren Vorwürfen und Angriffen. Sie sei eine Marionette von Medien und Spendern.

„Ich bin Eure Stimme“, rief Trump seinen Unterstützern zu. Der Milliardär will sich als Anwalt all derer in Amerika sehen, die lange ignoriert oder vernachlässigt worden seien.

Entschieden will sich Trump gegen internationale Handelsabkommen wenden. Diese von Clinton maßgeblich unterstützten Verträge hätten in Amerika Hunderttausende Arbeitsplätze gekostet und Städte zerstört: „Menschen, die hart gearbeitet haben, aber keine Stimme mehr haben.“

Er könne nicht wegsehen, wenn unschuldige Menschen litten, sagte Trump. „Ich habe Milliarden von Dollar mit Geschäftsdeals gemacht - jetzt will ich unser Land wieder reich machen.“ Eine neue Wirtschaftspolitik werde Billionen zurück in die USA fließen lassen.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%