Donald Trump und die Erderwärmung: Welcher Klimawandel?

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Der Klimawandel bedroht die Menschheit

von Cordula Tutt

Für Donald Trump ist der Klimawandel bloß eine Erfindung aus China. Was sein Wahlsieg für die Uno-Konferenz zur Erderwärmung in Marrakesch bedeutet.

Donald Trump hat keine Zweifel aufkommen lassen. Der Klimawandel, das sei Schwindelei, twitterte er schon früh: „Dieses Konzept der Erderwärmung haben sich die Chinesen ausgedacht, um die US-Industrie als Konkurrenz abzuhängen.“

Der nächste amerikanische Präsident wiederholt seine Botschaft immer wieder: US-Vorschriften zur Verminderung des klimaschädlichen Gases CO2 will er kippen. Die nationale Umweltbehörde sei eine Schande. Subventionen für erneuerbare Energie sollten gestrichen werden.

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Und das Pariser Abkommen, in dem sich vor einem Jahr die Staaten weltweit verpflichteten, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen? Hier will der Republikaner am liebsten aussteigen. Trump wird Präsident des Landes, das nach China immerhin weltweit zweitgrößter Produzent von CO2 ist.

Noch ist offen, ob eine neue amerikanische Regierung den Klimaschutz abwickelt. Sicher ist allerdings, dass Trump auf Öl, Gas und Kohle setzt - Energieträger, die beim Verbrennen viel Klimagase produzieren.

Leichter wird das Verhandeln zwischen den Regierungsvertretern aus 197 Ländern im marokkanischen Marrakesch da nicht. Dort treffen sich zurzeit die Umweltpolitiker, um auszuhandeln, wie viel jedes Land tatsächlich beiträgt, um die Erdtemperatur einigermaßen konstant zu halten. Unter Teilnehmern der zwei Wochen dauernden Mammut-Konferenz sollen sogar Tränen geflossen sein, als die Nachricht von Trumps Sieg in dieser ersten Woche nach Marokko gelangte. Manche fürchten einen Domino-Effekt - dass sich nun womöglich andere Staaten nicht mehr an gemeinsame Vereinbarungen halten wollen. Große Staaten wie Indien könnten ihren Klima-Ehrgeiz einschränken.

Das alles werden die Minister und Regierungschefs kommende Woche im zweiten Teil der Uno-Konferenz in Marrakesch ausloten können, wenn sie zu ihren bereits verhandelnden Fachleuten stoßen. Deutschlands führender Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung sagt nun voraus: „Die Welt muss sich nun ohne die USA vorwärts bewegen auf dem Weg zur Begrenzung von Klimarisiken und zu sauberen Technologie-Innovationen."

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Barack Obama trifft Donald Trump im Oval Office Quelle: AP

Die Deutschen, die international gerne als Vorreiter im Klimaschutz auftreten, haben es aber auch noch nicht geschafft, ihre Ziele zum Klimaschutz bis 2050 festzuzurren und zu erklären, wie genau sie liefern wollen. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) fliegt ohne einen verbindlichen Plan nach Marokko. Mit dem Klimaschutzplan 2050 kam sie trotz etlicher Abstimmungen in der Bundesregierung noch nicht durch. Erst waren sich SPD und Union dort nicht einig, wieviel zum klimakorrekten Wirtschaften etwa der Verkehrssektor oder die Landwirtschaft beitragen müssen. Zuletzt stoppte aber Sigmar Gabriel, Bundeswirtschaftsminister und Parteichef von Hendricks, die geplanten verbindlichen Vorgaben. Die Regeln zum Ausstieg aus der Kohle hält er für zu strikt und wirtschaftsfeindlich.

Bisher zeigt sich Hendricks aber wacker optimistisch. Im Bundestag hat sie zuletzt betont, dass die deutsche Regierung sich noch auf gemeinsame Ziele und Beschränkungen von CO2 einigen kann. "Ich bin zuversichtlich, dass es gelingen kann, die offenen Fragen in diesen Tagen zu klären, so dass ich mit dem Klimaschutzplan zur Klimakonferenz nach Marrakesch reisen kann", sagte sie noch am Donnerstag. Eine verbindliche Festlegung wäre das aber noch nicht. Ähnlich hatte sie zudem schon vor einigen Tagen geklungen und wurde dann zurückgepfiffen.

Schon bisher ist Klimaschutz ein zähes Unterfangen. So haben sich China und die USA dabei immer belauert. Keine Seite wollte zu sehr vorpreschen, um nicht gegenüber der anderen Industriemacht Wettbewerbsnachteile zu bekommen. China ist noch vor den USA der weltgrößte Produzent von Treibhausgasen. Doch beide Regierungen hatten seit einigen Jahren anerkannt, dass gegen den Klimawandel vorgegangen werden müsse.

Darum hat Trump gewonnen

  • Frauen

    Clinton schnitt trotz Trumps frauenfeindlicher Äußerungen in der Wählergruppe deutlich schwächer ab als im Vorfeld erwartet. Zwar erhielt sie von Frauen zwischen 18 und 34 Jahren deutlich mehr Unterstützung als Trump, insgesamt aber betrug ihr Vorsprung bei Frauen mit 49 Prozent nur zwei Prozentpunkte. Zum Vergleich: Der scheidende Präsident Barack Obama schnitt 2012 bei Frauen sieben Prozentpunkte besser ab als sein damaliger Herausforderer.

  • Minderheiten

    Clinton kam Umfragen zufolge deutlich besser bei Amerikanern mit spanischen Wurzeln, Afroamerikanern, und Amerikanern mit asiatischen Wurzeln an. Allerdings erhielt sie nicht so viel Rückhalt wie Obama vor vier Jahren, der seine Wiederwahl besonders den Stimmen der Minderheiten verdankte.

  • Bildung

    Trump punktete besonders bei Wählern ohne College-Ausbildung. Insgesamt betrug sein Vorsprung auf Clinton in dieser Gruppe zwölf Prozentpunkte. Bei weißen Männern ohne höheren Bildungsabschluss schnitt er sogar um 31 Prozentpunkte besser ab, bei weißen Frauen ohne Abschluss waren es 27 Prozentpunkte.

  • Weiße Evangelikale

    Streng gläubige weiße Amerikaner haben Trump die Treue gehalten - trotz der sexuellen Missbrauchsvorwürfe, die gegen den Milliardär im Wahlkampf erhoben wurden. Etwa 76 Prozent der Evangelikalen gaben an, für Trump gestimmt zu haben.

  • Stadt-/Landbevölkerung

    Clinton tat sich in Ballungsräumen schwer, obwohl dort in der Regel viele Anhänger der Demokraten leben. Ihr Vorsprung auf Trump betrug dort gerade einmal sechs Prozentpunkte. In ländlichen Regionen schnitt Trump dagegen um 27 Prozentpunkte besser ab.

Noch-US-Präsident Barack Obama hatte vor Paris 2015 Auflagen gegen die Kohlebranche verfügt, China zog damals mit eigenen Ankündigungen nach. Beim G20-Treffen diesen September traten beide Staaten auch formal dem Pariser Abkommen bei, das damit noch kurz vor der US-Wahl in Kraft treten konnte. Nach den Regeln der Weltorganisation Uno kann ein Staat erst nach vier Jahren wieder austreten.

Die Börsen setzen zumindest wieder mehr auf  Öl, Gas oder Kohle. Aktien von Öl- und Gasproduzenten legten nach Trumps Wahl weltweit zu, solche von  Ökostrom-Firmen brachen ein.

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