Harvard-Ökonom Feldstein: Die Vermögensblase in den USA könnte platzen

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New Yorker Börse.

von Bert Losse

Der Harvard-Ökonom Martin Feldstein hat vor einem Wirtschaftseinbruch in den Vereinigten Staaten durch sinkende Aktienkurse und Immobilienpreise gewarnt.

„Das größte ökonomische Risiko in den USA ist eine scharfe Preiskorrektur bei den Geldanlagen, die Haushalte und Unternehmen unter Druck setzen und zu einem Einbruch der Gesamtnachfrage führen könnte“, schreibt Feldstein in einem Gastbeitrag für die WirtschaftsWoche. Die Aktienbewertungen im S&P-500-Index, also der 500 größten börsennotierten US-Unternehmen, liegen laut Feldstein gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis derzeit fast 60 Prozent über dem historischen Durchschnitt. Gleichzeitig seien in den USA die Preise für Immobilien, die als Renditeobjekt gekauft wurden, in den vergangenen fünf Jahren jährlich um zehn Prozent gestiegen.

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Nach der Wahl rücken die wirtschaftlichen Probleme der USA wieder stärker in den Fokus. Martin Feldstein warnt: Das größte ökonomische Risiko in Amerika besteht in einer scharfen Korrektur bei Aktien und Immobilien.

New Yorker Börse. Quelle: AP

„Die aufgeblasenen Vermögenspreise spiegeln die extrem expansive Geldpolitik der USA wider“, so Feldstein weiter. „Die US-Haushalte besitzen Geldanlagen in Höhe von 21 Billionen Dollar. Folglich würde ein 35-prozentiger Rückgang der Anlagepreise auf ihren historischen Durchschnittswert zu einem Verlust von über 7,5 Billionen Dollar führen. Auch Pensionsfonds und andere Investoren wären betroffen.“ Bei langfristigen Staatsanleihen würde eine Rückkehr der Renditen auf ihr historisches Durchschnittsniveau laut Feldstein bei Investoren Verluste von rund 30 Prozent bewirken.

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Der Rückgang der Haushaltsvermögen hätte gravierende Folgen auf die amerikanische Realwirtschaft: Er würde zu geringeren Konsumausgaben und damit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) führen. Feldstein: „Bei einem Abschmelzen der Vermögenspreise auf ihr historisches Durchschnittsniveau droht ein Rückgang der Ausgaben um 400 Milliarden Dollar – was etwa 2,5 Prozent des BIP entspricht.“ Dies wiederum „würde einen Prozess sich gegenseitig verstärkender Rückgänge von Einkommen und Ausgaben provozieren, der einen noch größeren kumulativen Effekt auf das BIP zur Folge hätte.“

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