Donald Trump VS. Medien - sein zweiter Wahlkampf

Trumps Krieg gegen die Medien: Donald Trumps zweiter Wahlkampf

Medienschelte ist in Wahlkämpfen gang und gäbe. Aber Donald Trump setzt auch hier neue Maßstäbe mit einem persönlichen Feldzug gegen die „niedrigste Form des Lebens“ – gemeint sind Journalisten.

Journalisten wissen, dass sie nicht zur beliebtesten Spezies gehören. Aber es ist noch viel schlimmer. Sie sind die „niedrigste Form des Lebens“, die „niedrigste Form der Menschheit“. Müll. Schleim. Abschaum. Orginalton Donald Trump.

Schon im Vorwahlkampf hatte der Republikaner zunehmend stark gegen die Medien in den USA geschossen, einzelne Reporter bei Veranstaltungen direkt angegriffen, manche aus dem Saal verwiesen – nie zimperlich in seiner Wortwahl: Verlierer, Lügner, Betrüger.

Anzeige

Eine Reihe von Medien setzte er gar auf eine schwarze Liste, sie sind von seinen Wahlkampfauftritten verbannt, so die „Washington Post“, „Politico“ und der „National Review“.



Nun ist Medienschelte in Wahlkämpfen gang und gäbe, besonders bei den Konservativen, aber nicht nur. Die Republikaner beklagen sich stets, dass die nationalen Medien die andere Seite bevorzugten. Auch Hillary Clinton beschwert sich im laufenden Wahlkampf routinemäßig über unfaire Behandlung.

Hinter Trumps Medien-Attacken steckt mehr

Aber Trumps Attacken gehen weit über das normale Ausmaß in Präsidentschaftsrennen hinaus. Sie sind längst nicht mehr einzelne Retourkutschen eines Mannes, der bekanntlich gerne austeilt, aber selber wenig einstecken kann. Die Tiraden haben sich zu einer wütenden Kampagne ausgewachsen – oder einem zweiten Wahlkampf gegen einen zweiten Feind, wie es Trump selber jetzt formulierte.

„Ich trete nicht gegen Betrüger-Hillary an, sondern gegen die Betrüger-Medien“, sagte der Milliardär am Samstag bei einem Auftritt in Connecticut.

Clintons und Trumps Wirtschaftspläne Freihandel adé, Wachstum adé

Hillary Clinton versichert ihren Wählern, dass sie das Abkommen mit elf anderen Pazifik-Staaten ablehnen will. Das ist nicht die einzige gefährliche Parallele zum Programm von Donald Trump.

Hillary Clinton Quelle: AP

Tatsächlich widmete er sich in seiner Rede den „unehrlichen“ Medien fast genauso stark wie seiner Rivalin, insbesondere der „New York Times“ („wirklicher Müll“) und CNN („schleimig“).

Aktueller Anlass für den Zorn auf die Zeitung war ein Bericht am Samstag über die fruchtlosen Bemühungen im Trump-Lager, den Kandidaten im Zaum zu halten. Dem Sender kreidete er unfaire Berichterstattung über eine jüngste Äußerung an, der zufolge Präsident Barack Obama und Hillary Clinton „Gründer“ der Terrormiliz IS sind (was, wie Trump im nachhinein sagte, sarkastisch gemeint war).

Wahlen in den USA Clinton verspricht Millionen neuer Jobs

Hillary Clinton ist bemüht, sich bei ihren wirtschaftlichen Plänen deutlich von ihrem Rivalen Trump abzugrenzen. Sie verspricht ein großes Investitionsprogramm und will Geld in erneuerbare Energien stecken.

Democratic presidential candidate Hillary Clinton speaks at a rally at Abraham Lincoln High School, in Des Moines, Iowa, Wednesday, Aug. 10, 2016. (AP Photo/Andrew Harnik) Quelle: AP

Aber es steckt mehr dahinter. Trumps Rundumschläge haben sich vor allem in den vergangenen Wochen verstärkt – seit Umfragen ihn in möglicherweise wahlentscheidenden „Swing States“ deutlich hinter Clinton zeigen. Das legt die Vermutung nahe, dass Trump sich für den Fall einer Niederlage einen Schuldigen aufbauen will.

Und vielleicht glaubt er ja auch wirklich, dass das so ist. „Wenn verabscheuungswürdige und korrupte Medien ehrlich über mich berichten und nicht jedes Wort, das ich sage, falsch auslegen würden, würde ich Hillary mit 20 Prozent schlagen“, twitterte Trump am Sonntag.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%