US-Arbeitsminister in spe: Fastfood-Chef soll Mindestlohn bestimmen

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US-Arbeitsminister in spe: Fastfood-Chef soll Mindestlohn bestimmen

, aktualisiert 09. Dezember 2016, 00:56 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Enttäuschte weiße Arbeiter haben entscheidend zu Donald Trumps Wahlsieg beigetragen. Über ihr Wohlergehen soll bald der Fastfoodketten-CEO Andrew Puzder entscheiden. Von mehr als neun Dollar pro Stunde hält er nichts.

Andrew F. Puzder, Chef der Burgerkette CKE Restaurants, soll Arbeitsminister im Kabinett Donald Trumps werden. Der 66-Jährige sei der ideale Kandidat für den Posten, weil er als Unternehmer tausende von Arbeitsplätzen geschaffen habe, erklärte Trump in einer Mitteilung vom Donnerstag. Bestätigt der Senat die Personalie, folgt Puzder auf den Demokrat Thomas Perez.

Darum hat Trump gewonnen

  • Frauen

    Clinton schnitt trotz Trumps frauenfeindlicher Äußerungen in der Wählergruppe deutlich schwächer ab als im Vorfeld erwartet. Zwar erhielt sie von Frauen zwischen 18 und 34 Jahren deutlich mehr Unterstützung als Trump, insgesamt aber betrug ihr Vorsprung bei Frauen mit 49 Prozent nur zwei Prozentpunkte. Zum Vergleich: Der scheidende Präsident Barack Obama schnitt 2012 bei Frauen sieben Prozentpunkte besser ab als sein damaliger Herausforderer.

  • Minderheiten

    Clinton kam Umfragen zufolge deutlich besser bei Amerikanern mit spanischen Wurzeln, Afroamerikanern, und Amerikanern mit asiatischen Wurzeln an. Allerdings erhielt sie nicht so viel Rückhalt wie Obama vor vier Jahren, der seine Wiederwahl besonders den Stimmen der Minderheiten verdankte.

  • Bildung

    Trump punktete besonders bei Wählern ohne College-Ausbildung. Insgesamt betrug sein Vorsprung auf Clinton in dieser Gruppe zwölf Prozentpunkte. Bei weißen Männern ohne höheren Bildungsabschluss schnitt er sogar um 31 Prozentpunkte besser ab, bei weißen Frauen ohne Abschluss waren es 27 Prozentpunkte.

  • Weiße Evangelikale

    Streng gläubige weiße Amerikaner haben Trump die Treue gehalten - trotz der sexuellen Missbrauchsvorwürfe, die gegen den Milliardär im Wahlkampf erhoben wurden. Etwa 76 Prozent der Evangelikalen gaben an, für Trump gestimmt zu haben.

  • Stadt-/Landbevölkerung

    Clinton tat sich in Ballungsräumen schwer, obwohl dort in der Regel viele Anhänger der Demokraten leben. Ihr Vorsprung auf Trump betrug dort gerade einmal sechs Prozentpunkte. In ländlichen Regionen schnitt Trump dagegen um 27 Prozentpunkte besser ab.

Der mächtige Manager Puzder hatte Trump schon im Wahlkampf unterstützt. Er wandte sich gegen die Barack Obamas Gesundheitsversicherung Affordable Care Act („Obamacare“). Er ist auch vehement gegen einen staatlichen Mindestlohn, der höher als neun Dollar pro Stunde liegt, weil dies seiner Ansicht nach der Profitabilität schade.

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Die „New York Times“ meinte, Puzder habe mit Arbeitnehmerrechten nicht viel am Hut. Das „Wall Street Journal“ schrieb, er habe sich in seinem Unternehmen besonders als Gegner jeglicher Regulierungen seitens der Regierung hervorgetan.

CKE Restaurants ist das Dachunternehmen für die Burgerketten Carls Jr. und Hardee's. Alles in allem zählt der Konzern rund 75.000 Beschäftigte in den USA und etwa 100.000 in 40 Ländern und US-Territorien weltweit. Der Umsatz liegt laut „Wall Street Journal“ bei etwa 4,3 Milliarden US-Dollar.

Unterdessen bekommt Trump die Quittung für seine Personalentscheidungen. Laut einer Umfrage bekommt Trump für die Auswahl seines Kabinetts weniger Zustimmung als frühere Präsidenten. In der Erhebung des Pew Research Instituts gaben 51 Prozent an, sie missbilligten die bisher Nominierten. Dagegen erklärten 40 Prozent, sie seien mit der Liste des designierten Präsidenten einverstanden.

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Donald Trump auf dem Cover des "Time"-Magazin. Quelle: REUTERS

Trumps demokratischer Vorgänger Obama kam 2008 auf 71 Prozent Zustimmung. Bei dem Republikaner George W. Bush waren es 2001 50 Prozent. Die Umfrage lief vom 30. November bis zum 5. Dezember und damit vor der Benennung Puzders und John Kellys (Heimatschutzministerium).

Trump ist in der Besetzung der Kabinettsposten schneller als die meisten seiner Vorgänger. Er hinkt aber nach einem Bericht von „Politico“ bei wichtigen Posten in der Regierungsbürokratie deutlich hinterher. Unter Berufung auf eine Reihe nicht namentlich genannter Quellen im Weißen Haus, in Ministerien und Regierungsbehörden berichtete das Portal, Vertreter der Regierung Barack Obamas seien darüber sehr irritiert.

Trumps Ansehen generell stieg laut Umfrage. 35 Prozent der Befragten erklärten, der Republikaner werde ein großartiger oder guter Präsident sein. Im Oktober hatten das nur 25 Prozent gesagt. Aber 38 Prozent gehen davon aus, dass er ein schlechter Präsident sein wird.

Quelle:  Handelsblatt Online
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