Wahlkampf in den USA: Waffenlobby unterstützt Trump

Wahlkampf in den USA: Waffenlobby unterstützt Trump

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Donald Trump spricht vor Mitgliedern der National Rifle Association in Louisville, Kentucky.

Trump will gesetzestreuen Bürgern das Waffentragen zum Selbstschutz erleichtern. Früher war er für strengere Vorschriften. Das Thema Waffenrechte dürfte im Präsidentschaftsrennen eine prominente Rolle spielen.

Die mächtige US-Waffenlobby NRA schlägt sich im Wahlkampf auf die Seite von Präsidentschaftsbewerber Donald Trump. Wer früher andere Kandidaten unterstützt habe, müsse das jetzt hinter sich lassen, forderte der Direktor des politischen Arms der National Rifles Association, Chris Cox. Da der nächste US-Präsident einen vakanten Richtersitz im Obersten Gericht besetzen könne, stehe bei der Wahl im November auch das in der Verfassung verbriefte Recht auf Waffenbesitz zur Abstimmung. Das ahlkampfteam der demokratischen Bewerberin Hillary Clinton nannte Trumps Haltung zu Waffen in einer Reaktion „radikal und gefährlich.“

Trump versicherte den NRA-Mitgliedern, er werde sie nicht im Stich lassen. Ihre Unterstützung sei eine große Ehre für ihn. Wer wie Clinton die Vorschriften für Waffenbesitz verschärfe, sei herzlos, denn er bringe gesetzestreue Bürger in Gefahr. Besonders Frauen könnten sich dann nicht gegen Kriminelle wehren.

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In einen wahrscheinlichen Hauptwahlkampf gegen Clinton würde Trump mit außerordentlich geringen Zustimmungswerten bei weiblichen Wählern gehen. Vor diesem Hintergrund deutete er an, dass er im Herbst mit Themen der Sicherheit bei Frauen zu punkten gedenke.

Trump argumentiert, Waffen könnten dabei helfen, Terroranschläge und Massenschießereien zu verhindern. Das existierende System von Hintergrund-Checks solle repariert, aber nicht ausgeweitet werden. Nachdem er sich früher für ein Verbot von Sturmgewehren ausgesprochen hatte, erklärt er inzwischen, so etwas funktioniere nicht.

Cox brachte einen großen Teil seiner Rede auf der NRA-Versammlung in Louisville in Kentucky am Freitag damit zu, Clinton als Gefahr für Waffenbesitzer darzustellen. Die Ex-Außenministerin ist zu einer starken Befürworterin von Einschränkungen für Waffenbesitz geworden, um die Zahl der jährlichen Todesfälle durch Schusswaffen in den USA zu reduzieren. Derzeit sind es rund 33 000.

Clinton wollte am Samstag in Florida mit der Mutter von Trayvon Martin und anderen Eltern auftreten, die Kinder durch Waffengewalt verloren haben. Der Fall um die tödlichen Schüsse auf den unbewaffneten Teenager Martin hatte 2012 für Aufregung gesorgt. Der Tod des jungen Schwarzen löste Proteste und eine landesweite Debatte aus.

Clinton hat sich für eine Ausweitung von Hintergrund-Checks auf Verkäufe bei Waffenshows und Online-Verkäufe ausgesprochen. Zudem plädiert sie für eine Wiedereinführung eines Verbots für Sturmgewehre. Ihre Beraterin Maya Harris sagte, Clinton glaube, dass „es vernünftige Schritte gibt, die wir auf Bundesebene unternehmen können, um Waffen aus den Händen von Kriminellen fernzuhalten und zugleich den Zweiten Verfassungszusatz zum Recht auf Waffenbesitz zu achten.“

Die Auftritte von Trump und Clinton unterstreichen die gegnerischen Positionen, die die beiden Kandidaten beim Thema Waffenrechte und Sicherheit vertreten. Zudem zeigen sie die prominente Rolle, die die Angelegenheit im Wahlkampf vor der Präsidentschaftswahl im November spielen könnte.

Die Waffenverkäufe sind während der Präsidentschaft von Barack Obama gestiegen. Der republikanisch dominierte Kongress hat Obamas Forderungen nach einer Ausweitung von Hintergrund-Checks blockiert. Der Demokrat Obama hat kleine Schritte durch exekutive Anordnungen ergriffen. Darauf will Clinton im Falle eines Wahlsiegs aufbauen.

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