US-Wahlkampf: Freunde wider Willen könnten US-Demokraten einen

US-Wahlkampf: Freunde wider Willen könnten US-Demokraten einen

, aktualisiert 04. Juli 2016, 06:26 Uhr
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Ihre Wahlkampfmanager hingegen schon. Das könnte für die US-Demokraten von Vorteil sein.

Quelle:Handelsblatt Online

Robby Mook leitet den Wahlkampf von Clinton, Jeff Weaver den von Sanders. Trotz aller Rivalität verbindet sie mittlerweile eine Art von Freundschaft. Die Demokratische Partei könnte davon profitieren.

Sie sind ein ebenso ungleiches Paar wie Hillary Clinton und Bernie Sanders: ihre Wahlkampfmanager Robby Mook und Jeff Weaver. Mook, 35, ist bekannt für sein ruhiges Temperament und seine disziplinierte Art; der 50-jährige Weaver gilt vielen Beobachtern hingegen als jüngere Version von Sanders, streitbar und kompromisslos in seinen politischen Zielen.

Doch möglicherweise sind sie es, die die Demokraten geeint in die Wahl im November führen können.

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In den Monaten des oft giftig geführten Vorwahlkampf der Demokraten haben die beiden Wahlkampfmanager ein ungewöhnlich freundschaftliches Verhältnis aufgebaut. Gemeinsam rissen sie Witze, wenn sie sich vor Erschöpfung kaum noch bewegen konnten oder sprachen über ihren Heimatstaat Vermont.

Erst am Freitagabend trafen sich die beiden dort in der Stadt Burlington zu einem Abendessen. Wenige Stunden später einigte sich die Führung der Demokraten grundsätzlich auf gemeinsame Positionen für den Hauptwahlkampf.

Vorausgegangen waren eine Reihe von Treffen wie etwa kürzlich in einem Hotel in Washington, bei dem Mook und Weaver noch bis tief in die Nacht blieben, als Clinton und Sanders längst gegangen waren. Weaver gelang es dabei, eine Reihe von Forderungen von Sanders für die gemeinsame Parteilinie durchzudrücken, etwa den Ruf nach einem Mindeststundenlohn von 15 Dollar.

Clinton ist die demokratische Präsidentschaftskandidatur nicht mehr zu nehmen, doch offiziell aufgegeben hat Sanders noch nicht, auch wenn er bereits angekündigt hat, Clinton am Wahltag seine Stimme zu geben. Die frühere Außenministerin hat auch einen Großteil der Parteiführung hinter sich, doch Sanders' junge und liberale Unterstützer an der Basis hat sie bisher nicht für sich gewinnen können.


Sanders-Mitarbeiter wechseln zu Clintons Wahlkampfteam

Sanders und Clinton kennen sich, seit sie 1993 als First Lady nach Washington kam. Doch reden die beiden kaum miteinander, wie es aus ihren Wahlkampfteams heißt. Anders Mook und Weaver: sie sprechen fast täglich miteinander, schicken SMS und E-Mails hin und her. „Ich habe wirklich Respekt für ihn entwickelt“, sagt Mook über Weaver. „Es gab einige angespannte Momente, aber er war immer ehrlich, geradeheraus und die Zusammenarbeit mit ihm war immer sehr einfach.“

Dieser Respekt ist offenkundig beiderseitig. „Ich glaube, er ist die Art von Typ, der das, was er macht, aus den richtigen Gründen tut“, sagt Weaver über Mook. „Er glaubt an die Sache und er glaubt, dass er die Welt zu einem besseren Ort macht.“

Das klingt schon sehr nach Zusammenarbeit und beide Lager stimmen sich bereits zunehmend ab, wie sie am besten einen Sieg des voraussichtlichen republikanischen Kandidaten Donald Trump verhindern können. Einige Sanders-Mitarbeiter sind ins Wahlkampfteam von Clinton gewechselt und es soll bald eine Reihe von gemeinsamen Veranstaltungen geben.

Bei all diesen ernsthaften politischen Weichenstellungen verbindet Mook und Weaver auch ihr oft alberner Sinn für Humor. Mook ahmt vor seiner loyalen Truppe junger Mitarbeiter, bekannt als Mook Mafia, gerne Sanders und Bill Clinton nach. „Sein Bill Clinton ist ganz schön gut“, sagt Weaver, der früher einen Comic-Laden leitete. Zu Beginn des Vorwahlkampfs drückte er Journalisten Visitenkarten in die Hand, auf denen stand: Jeff Weaver, Comic-König.

Quelle:  Handelsblatt Online
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