US-Wahlkampf: Harte Fragen für Trump und Carson bei dritter TV-Debatte

US-Wahlkampf: Harte Fragen für Trump und Carson bei dritter TV-Debatte

Zum dritten Mal stellen sich die republikanischen Anwärter auf das Weiße Haus einer TV-Debatte. Carson und Trump sehen sich in den Verteidigungsmodus gedrängt. Jeb Bush ist in Angriffslaune.

Zehn republikanische Präsidentschaftsbewerber haben sich erneut beim direkten Schlagabtausch voneinander abzugrenzen versucht. Im Fokus stand bei der dritten TV-Debatte vor allem der pensionierte Neurochirurg Ben Carson, der sich in Umfragen zuletzt vor den Milliardär Donald Trump schieben konnte. Ein starker Auftritt wurde aber Senator Marco Rubio bescheinigt, der sich ein Wortgefecht mit dem in der Wählergunst weit abgeschlagenen Jeb Bush lieferte. Kritik hagelte es vonseiten der Republikaner am Fragestil der Moderatoren von CNBC.

Der Sender hatte für Mittwochabend (Ortszeit) neben Carson, Trump, Rubio und Bush den Senator Ted Cruz, Arkansas' Ex-Gouverneur Mike Huckabee, New Jerseys Gouverneur Chris Christie, Ohios Gouverneur John Kasich, Senator Rand Paul und die Ex-Chefin von Hewlett-Packard, Carly Fiorina, auf die Bühne in der Stadt Boulder gebeten. Drei Monate vor Start der Vorwahlen zur republikanischen Nominierung für die Präsidentschaftskandidatur hat sich eine spannende Schlacht zwischen den Quereinsteigern und Karrierepolitikern im Bewerberfeld entwickelt. Unter vielen Konservativen machen sich Ressentiments gegen das Washingtoner Establishment breit, von denen sowohl Carson als auch Trump profitieren.

Das ist Jeb Bush

  • Florida statt Texas

    John Ellis Bush ist der jüngere Bruder von George W. Bush. Er wurde 1953 in Texas geboren. Seine politische Heimat aber ist Florida. Als einziger Republikaner schaffte er es, von 1999 bis 2007 im Staat Florida als Gouverneur zwei Amtszeiten lang zu regieren.

  • Glaubhaft in Einwanderungsfragen

    Bush hat mit seiner mexikanischen Frau Columba – die er während eines Schüleraustausches in Mexiko kennenlernte – drei Kinder. Er spricht fließend Spanisch. Aufgrund seines familiären Hintergrunds vertritt er eine liberale Haltung in der Einwanderungs-Debatte. Das könnte ihm nun helfen. Fast jeder fünfte US-Bürger ist hispanischer Abstammung.

  • The eGovernor

    Wie wichtig das Internet im amerikanischen Wahlkampf ist, hat spätestens der 2012er-Wahlkampf von Barack Obama gezeigt. Geht man nur nach den Zahlen bei Twitter hat Jeb Bush mit 168.000 Followern sicherlich noch Luft nach oben. Obama und Hillary Clinton kommen da nämlich  auf mehrere Millionen Anhänger.

    Bush veröffentlicht gerade nach und nach ein E-Book, dass Hunderttausende von E-Mails aus seiner Zeit als Gouverneur enthält, anhand dessen er seine Geschichte als Gouverneur erzählt. Im ersten Kapitel berichtet er, dass sein Nickname, nachdem er seine offizielle Mail-Adresse veröffentliche, „The eGovernor“ war. Allerdings soll er zu dieser Zeit ein privates E-Mail Konto auch für dienstliche Mails benutzt haben. Wegen ähnlichen Vorwürfen stand Hillary Clinton zuvor stark in der Kritik. Bush selbst zählte zu Clintons Kritikern.

  • Alte Sünden

    Aber auch Jeb Bush könnte in einem späteren Wahlkampf über die ein oder andere vergangene Sünde stolpern. Anlässe sind schon jetzt einige gegeben. So gab er zu, Marihuana zu Jugendzeiten geraucht zu haben. Dies ist aber auch von Obama bekannt und hinderte ihn nicht an einem Sieg. Schwerer wirkt, dass seine Tochter 10 Tage ins Gefängnis musste, da sie im Besitz von Kokain gewesen sein soll. Seiner Frau wird vorgeworfen, einen Hang zum teuren Schmuck zu haben und diesen in einem Fall nicht ordnungsgemäß verzollt zu haben.

Die beiden Kandidaten mussten sich bei der Debatte allerdings harten Fragen über die Ernsthaftigkeit ihrer Agenda fürs Weiße Haus stellen. Ein Moderator wollte etwa von Trump wissen, ob sein Vorschlag, einen Grenzwall zu Mexiko bauen und jeden illegal in die USA eingereisten Einwanderer abzuschieben, nicht eher ein Fall für eine „Comic-Heft-Kampagne“ sei. Trump reagierte gereizt. „So wie Sie gefragt haben, war das keine sehr nett gestellte Frage“, sagte er. Seine Vorschläge seien realistisch. Wenn China eine 20.900 Kilometer lange Mauer bauen könne, könne er eine 1609 Kilometer lange Mauer entlang der Grenze zu Mexiko bauen.

Carson erläuterte seine bisher vagen Steuerpläne. Ihm schwebe die Idee einer Pauschalabgabe von 15 Prozent vor, sagte er. Allerdings fragen sich Kritiker, ob der Regierung bei einem solchen System noch genügend Mittel zur Finanzierung von Bundesprogrammen zur Verfügung stünden. Der einst als Favorit gehandelte Jeb Bush musste beweisen, dass er noch da ist. Der Bruder und Sohn der früheren Präsidenten George und George W. macht derzeit eine Durststrecke durch: Wegen spärlich einlaufender Spenden musste er jüngst bei seiner Kampagne den Rotstift ansetzen und seine Wahlkampfstrategie überarbeiten.

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Während der Debatte schoss sich Bush auf Rubio ein - und legte damit nahe, dass er den Senator von Florida als größtes Hindernis für sein politisches Fortkommen betrachtet. Rubio warf er vor, im Senat Abstimmungen verpasst zu haben. Er sollte zur Arbeit gehen, forderte Bush. Rubio entgegnete brüsk: „Jemand hat Sie davon überzeugt, dass Attacken auf mich Ihnen helfen werden.“ In einem Punkt waren sich Bush und Rubio jedoch einige: Die Steuern müssten sinken. Bush sagte, höhere Abgabe für reichere Amerikaner schadeten der Wirtschaft.

Nach der Debatte äußerte der Vorsitzende des Nationalkomitees der Republikaner, Reince Priebus, scharfe Kritik an CNBC. Der Sender sollte sich darüber schämen, wie seine Moderatoren die Diskussion begleitet hätten. Während der zweistündigen Debatte hätten sich die Kontrahenten beschwert, dass die Fragen feindselig und weit hergeholt gewesen seien, sagte er.

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