US-Wahlkampf: McCain gibt den Kämpfer gegen das Establishment

US-Wahlkampf: McCain gibt den Kämpfer gegen das Establishment

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John McCain bei seiner Rede am Parteitag der Republikaner in St. Paul

Wandel, Kampf, Patriotismus: Mit diesen Zutaten will Präsidentschaftskandidat John McCain Wähler auf seine Seite locken. In seiner guten, rhetorisch aber nicht brillanten Abschlussrede am Parteitag der Republikaner versprach McCain einmal mehr einen grundlegenden Politikwandel - und sagte dem Washingtoner Establishment den Kampf an.

Mit einer Kampfansage an das Washingtoner Establishment und dem Versprechen, bis zum letzten Atemzug für sein Vaterland zu kämpfen, hat der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain die heiße Phase seines Wahlkampfes eröffnet. In seiner Antrittsrede als Spitzenbewerber präsentierte sich der 72-jährige McCain gestern den Delegierten in St. Paul als Reformer, Patriot und erfahrener Staatsmann.

Für den Fall eines Sieges bei der Präsidentschaftswahl am 4. November kündigt er einen grundlegenden Politikwechsel an und streckte seine Hand zur Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg aus. „Lasst mich schon vorab die alte Garde in Washington warnen, die für große Staatsausgaben ist, die nichts tut, die sich an die allererste Stelle und das Land an die zweite Stelle setzt: Der Wechsel kommt“, sagte McCain. Er werde die Dinge in Washington wieder in Ordnung bringen, wo die Politiker „nur für sich selbst und nicht für euch arbeiten“.

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Sein demokratischer Rivale Barack Obama hat McCain vorgeworfen, nur die Politik des derzeitigen republikanischen Amtsinhabers George W. Bush fortsetzen zu wollen. McCain bekundete in seiner Ansprach Obama seinen Respekt. Trotz aller Differenzen gebe es zwischen ihnen mehr Verbindendes als Trennendes. Vor allem seien sie beide Amerikaner, was für ihn das Wichtigste sei. McCain wollte mit seiner Rede die noch unentschlossenen Wähler für sich gewinnen und betonte seine Tendenz zu überparteilicher, pragmatischer Sachpolitik. „Ein ums andere Mal habe ich mit Mitgliedern beider Parteien zusammengearbeitet, um Probleme zu lösen, die gelöst werden mussten. So werde ich auch als Präsident regieren“, kündigte er an.

Kampfansage an Lobbyisten

McCain kündigte zugleich einen entschiedenen Kampf gegen den Einfluss der Lobbyisten, Korruption und Geldverschwendung aus politischen Eigeninteressen an. Palin werde ihm dabei erfolgreich zur Seite stehen. Er könne es kaum erwarten, seine Vizekandidatin in Washington vorzustellen, sagte McCain. Palin ist die erste republikanische Vizekandidatin in der US-Geschichte. Ihre Rede am Mittwoch war nach Angaben der Nielsen- Medienforschungsgruppe in den USA von 37,2 Millionen Fernsehzuschauern verfolgt worden - eine fast so hohe Einschaltquote wie sie Obama bei seiner Antrittsrede als Präsidentschaftskandidat vor einer Woche erreicht hatte. Obama hatte mit 38,4 Millionen TV- Zuschauern in den USA die bisher höchste Zahl bei einer Parteitagsrede erreicht.

Im innenpolitischen Bereich versprach McCain im Fall seines Wahlsiegs Ausgabendisziplin, ein Beibehalten niedriger Steuersätze und weitere Kürzungen wo sie möglich seien. Außerdem wolle er neue Märkte öffnen, die Schulbildung verbessern und auf dem Energiesektor die Abhängigkeit von ausländischem Öl verringern. Um dieses Ziel zu erreichen, will er 45 neue Kernkraftwerke bauen, im Fall seines Wahlsieges sofort mit Ölbohrungen in bisherigen Tabuzonen vor den US- Küsten beginnen und alternative Energien fördern.

Patriot und Irakkrieg-Befürworter

Auf die schwächelnde US-Konjunktur und die Wirtschaftspolitik insgesamt ging McCain nicht ein. In der Außen- und Sicherheitspolitik versprach er, alle diplomatischen und notfalls auch militärischen Mittel einzusetzen, um Amerika zu schützen. „Ich weiß, wie die Welt funktioniert, ich kenne mich mit gut und Böse aus“, sagte McCain, dessen Vater und Großvater Admiräle waren. Details nannte er aber auch hier nicht.

In weiten Teilen seiner Rede ging McCain auf seine Kriegsgefangenschaft in Vietnam ein, die ihn zu einem wahren Patrioten gemacht habe. Er gehöre seitdem nicht mehr sich selbst, sondern seinem Land, sagte McCain. Erneut verteidigte er den Irakkrieg und die von Präsident George W. Bush verfügte Truppenaufstockung im vergangenen Jahr. Er habe sie unterstützt, obwohl das unpopulär gewesen sei, sagte McCain. Aber für ihn sei es wichtiger gewesen, einen Krieg zu gewinnen als eine Wahl.

McCain wäre im Fall seines Sieges bei den Präsidentschaftswahlen am 4. November der älteste Politiker, der jemals neu ins Weiße Haus eingezogen ist. In seiner Ansprache genau eine Woche nach der Antrittsrede des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama (47) machte McCain klar, dass er sich trotz seines Alters als der wahre Reformer versteht.

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