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US-Wahlkampf: Ohne das nötige Kleingeld läuft gar nichts

von Renzo Ruf

Zu den mühseligen Ritualen des Präsidentschaftswahlkampfes gehört das Sammeln von Spendendollars – denn ohne gut gefüllte Kriegskasse ist in den USA keine Wahl zu gewinnen.

Kampagnen-Buttons für den Obama-Wahlkampf Quelle: dpa
Kampagnen-Buttons für den Obama-Wahlkampf Quelle: dpa

Es ist ein offenes Geheimnis: Ohne eine prall gefüllte Wahlkampfkasse bleibt der Traum vom Weißen Haus unterfüllt. Prall gefüllt bedeutet im Wahlkampf 2012 „eine Milliarde Dollar“. Soviel Geld will Präsident Barack Obama gemäß einer Ankündigung seines Wahlkampfstabes sammeln, um der vereinten Kraft der republikanischen Opposition widerstehen zu können. „Das ist nicht unrealistisch“, sagte ein führender Demokrat zu Beginn des Wahlkampfes, obwohl eine Milliarde Dollar selbst für einen amerikanischen Wahlkampf eine gigantische Summe darstellt.

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 Zum Vergleich: George W. Bush, republikanischer Kandidat im Jahr 2000, sammelte 192 Millionen Dollar, und Obama brachte es acht Jahre später auf insgesamt 779 Millionen Dollar. Der Demokrat schlug 2008 alle Rekorde und distanzierte seinen republikanischen Rivalen um mehr als 400 Millionen Dollar. Zwei Faktoren spielten dabei eine Rolle: Zum einen kehrte Obama als erster Präsidentschaftskandidat dem System der öffentlichen Wahlkampffinanzierung den Rücken zu, zum andern stützte er sich auf ein dichtes Netz von Kleinspendern.

Die Konkurrenten

Wer wird den Kampf um das Weiße Haus gegen den amtierenden US-Präsidenten Barack Obama aufnehmen? Die Republikaner suchen noch nach dem Kandidaten, der die Oppositionspartei in den Wahlkampf führen wird. Nach ihrem enttäuschenden sechsten Platz bei der ersten Vorwahl in Iowa hat Michele Bachman (oben rechts) bereits das Handtuch geworfen. Der frühere Gouverneur des US-Bundesstaates Utah, Jon Huntsman, (neben Bachman) zog sich nach einem enttäuschenden dritten Platz bei der Vorwahl in New Hampshire ebenso aus dem Rennen zurück wie der Gouverneur von Texas, Rick Perry (unten links). Vier Kandidaten hoffen noch auf den Sieg.

Obama erfüllt sein Soll

Bei seiner zweiten nationalen Kampagne scheint Obama bisher auf Kurs: In den ersten neun Monaten dieses Jahres sammelte er 86,2 Millionen Dollar, oder mehr als doppelt so viel wie sein schärfster republikanischer Gegner, Mitt Romney. Hinzu kommen 84,7 Millionen Dollar, die in die Kassen der nationalen Parteiorganisation Democratic National Committee (DNC) flossen und die Obama ebenfalls zur Verfügung stehen werden. Diese Zahlen sind recht beeindruckend, umso mehr als dass der amerikanische Gesetzgeber den Politikern klare Grenzen setzt. Demnach dürfen Individuen einem (offiziellen) Kandidaten maximal 5000 Dollar spenden, 2500 Dollar für die Vorwahlen und 2500 Dollar für den eigentlichen Wahlkampf.

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