US-Wahlkampf: Trump flüchtet nach Schottland

US-Wahlkampf: Trump flüchtet nach Schottland

, aktualisiert 23. Juni 2016, 18:55 Uhr
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Hier spricht Trump noch bei einer Wahlkampfveranstaltung, jetzt ist er aus den USA geflüchtet.

Quelle:Handelsblatt Online

Trump will auf der britischen Insel zwei seiner Golfanlagen inspizieren. Die Republikaner sind in Sorge, dass Trump im Wahlkampf zu viel Aufmerksamkeit auf seine Unternehmen richtet.

New YorkDonald Trump will sich in den kommenden Tagen mal wieder um seine eigenen Geschäfte kümmern. Er unternimmt seine erste Auslandsreise, seit er voraussichtlicher US-Präsidentschaftskandidat der Republikanischen Partei wurde. In Schottland will er zwei seiner Golfanlagen inspizieren. In der Heimat ist der Milliardär derweil mit Fragen über eine dürftige Wahlkampffinanzierung und sinkenden Umfragewerten konfrontiert.

Einige Republikaner sorgen sich, dass Trump inmitten des Wahlkampfs zu viel Aufmerksamkeit auf seine Unternehmen richte. „Ich bin mir nicht sicher, was das Ziel der Reise ist“, sagte der Senator John Thune. Er hoffe, dass Trump zügig in die USA zurückkehre. Trumps Sohn Eric wies die Befürchtungen zurück. Er sagte, „die Augen der Welt“ würden auch während des zweitägigen Aufenthalts in Schottland auf seinen Vater gerichtet sein. Dieser beginnt am (morgigen) Freitag.

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Der Trump-Sohn hatte einen zwei Jahre dauernden, über 300 Millionen Dollar (etwa 266 Millionen Euro) teuren Umbau des Golfplatzes Trump Turnberry überwacht. Dieser sei „einer der Kronjuwelen der Golfwelt und ist nun einer der Kronjuwelen des Eigentums unserer Familie“, sagte Eric Trump in einem Interview der Nachrichtenagentur AP. Sein Vater reise nach Schottland, „um den Platz zu inspizieren und um seinen Sohn zu unterstützen, der eine gewaltige Menge Zeit und Energie in das Projekt gesteckt hat“.

Trumps erster Stopp am Freitagmorgen wird Turnberry sein. Der Golfplatz liegt an der felsigen Westküste Schottlands und wird seit mehr als einem Jahrhundert genutzt. Die Anlage wurde 2014 von Trump erworben und war Veranstaltungsort für vier British-Open-Meisterschaften. In den beiden Weltkriegen wurde sie als Landebahn für Flugzeuge verwendet.

Der Präsidentschaftsbewerber wird am Samstag einen weiteren seiner Golfplätze in Aberdeen besuchen. Nach seinem nur 36-stündigen Aufenthalt in Schottland wird Trump in die USA zurückkehren. „Es ist ein kurzer, aber wichtiger Besuch“, sagte Eric Trump. „Und dann wird er zurück auf dem Wahlkampfpfad sein.“

Die Trump-Reise kommt für das Vereinigte Königreich zu einer prekären Zeit: Der Amerikaner wird einen Tag nach dem Referendum über einen Verbleib Großbritanniens in der EU eintreffen. Trump hat während seines Aufenthalts nach Angaben seines Wahlkampfs keine Treffen mit politischen Entscheidungsträgern Schottlands geplant. Doch ist eine Pressekonferenz vorgesehen, bei der er sich zur Brexit-Abstimmung äußern könnte.

Der prominente Geschäftsmann hatte diese Woche gesagt, dass er einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union unterstütze. „Ich glaube nicht, dass irgendjemand auf mich hören sollte, weil ich mich nicht wirklich sehr stark darauf konzentriert habe“, sagte Trump dem Sender Fox Business Network . Doch würde er dazu tendieren, die EU zu verlassen, fügte er hinzu.

Trump, dessen Mutter in Schottland geboren wurde, betont seit langem seine Beziehungen zu dem Land. Doch hat er sich auch mit Schotten angelegt. So stritt er mit Bewohnern über die Erschließung der berühmten Dünen von Aberdeen und über einen Windpark, der – so Trumps Sorge – die Aussicht von seinem Golfplatz blockieren könnte. Die Robert Gordon University in Aberdeen entzog Trump in diesem Jahr einen Ehrendoktortitel.

Auch im Wahlkampf läuft derzeit nicht alles rosig für Trump. Vor wenigen Tagen entließ er seinen Wahlkampfmanager Corey Lewandowski. Zudem wurde berichtet, dass er Anfang Juni nur 1,3 Millionen Dollar Geld für seinen Wahlkampf parat hatte - mehr als 40 Millionen Dollar weniger als die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton. Doch bestanden Trump-Verbündete darauf, dass die Schottland-Reise keine Ablenkung sein werde. „Ein Präsidentschaftskandidat hat jedes Recht, sich ein paar Tage frei zu nehmen und bei seiner Familie zu sein“, sagte der Vorsitzende der Republikanischen Partei im US-Staat New York, Ed Cox. Im Übrigen beginne der Hauptwahlkampf erst mit dem Parteitag im Juli. „Er hat reichlich Zeit“, sagte Cox.

Quelle:  Handelsblatt Online
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