US-Wirtschaft noch zu schwach: Janet Yellen will Bernankes Kurs fortsetzen

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US-Wirtschaft noch zu schwach: Janet Yellen will Bernankes Kurs fortsetzen

, aktualisiert 14. November 2013, 08:20 Uhr
von Angela Hennersdorf

Die designierte Fed-Chefin Janet Yellen sieht die US-Konjunktur trotz Anzeichen einer Erholung noch lange nicht über den Berg. Sie deutet an, die vom scheidenden Fed-Chef Ben Bernanke verfolgte Politik des billigen Geldes weiterzuführen. Die Tokioter Börse schoss prompt auf ein Drei-Wochen-Hoch.

Weitermachen wie bisher, so lautet die erste Botschaft von Janet Yellen, designierte neue Chefin der US-Notenbank. In einem vorbereiteten Text, den die Federal Reserve vorab auf ihrer Internetseite veröffentlichte, stellte die 67-jährige Yellen klar: Bevor die Fed damit beginnen könne, die monatlichen Anleihenkäufe in Milliardenhöhe zurückzufahren, müsse sich die konjunkturelle Lage in den USA erheblich verbessern.  Die US-Wirtschaft und auch der Arbeitsmarkt entwickelten sich noch deutlich unterhalb ihres Potenzials.

Seit einem halben Jahr schweigt Yellen. Vor ihrem großen Tag am heutigen Donnerstag in Washington, wo sie dem US-Bankenausschuss im Senat Rede und Antwort stehen muss, stellt die 67-jährige ihre erste Rede schon einen Tag vorher ins Internet -  wohl damit sich schon mal alle einlesen können  und auch die Medien frühzeitig erstes Futter bekommen.

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Biografische Daten der Fed-Chefin

  • Name

    Janet L. Yellen

  • Alter und Geburtsort

    67 Jahre; Brooklyn, New York

  • Ihre Vision

    „Ich hoffe und vertraue darauf, dass die Tage des 'Niemals-Erklärens, Niemals-Entschuldigens' für immer vorbei sind und dass die Federal Reserve es fortsetzt, die Früchte des deutlichen Erklärens ihrer Handlungen gegenüber der Öffentlichkeit zu ernten.“ (Janet Yellen bei einer Rede vor der Gesellschaft amerikanischer Wirtschaftsredakteure und Autoren am 4. April 2013)

  • Ausbildung

    Bachelor-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften von der Brown University (US-Staat Rhode Island, 1967); Doktor in Wirtschaftswissenschaften von der Yale University (US-Staat Connecticut, 1971)

  • Berufserfahrung

    Seit 2010 stellvertretende Präsident der Fed; von 2004 bis 2010 Präsidentin der Federal Reserve Bank of San Francisco; von 1997 bis 1999 Vorsitzende des Rats der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses (Council of Economic Advisers); von 1994 bis 1997 Mitglied des Federal Reserve Board of Governors; von 1980 bis 1994 Lehrkraft an der University of California, Berkeley; von 1978 bis 1980 Dozentin an der London School of Economics and Political Science; von 1977 bis 1978 Ökonomin bei der Federal Reserve; von 1971 bis 1976 Assistenzprofessorin an der Harvard University.

  • Familie

    Verheiratet mit George A. Akerlof, Wirtschaftsnobelpreisträger und Professor an der kalifornischen Berkeley-Universität; ein Sohn: Robert Akerlof

Der neue, alte Kurs der US-Notenbank freut die Börsen: Die Spekulation auf eine Fortsetzung der ultralockeren Geldpolitik und ein unerwartet kräftiges Wirtschaftswachstum in Japan haben der Tokioter Börse am Donnerstag den höchsten Stand seit drei Wochen beschert. "Wir befinden uns in der bestmöglichen Situation. Es wird wieder auf Risiko gespielt", erklärte Mitsushige Akino von Ichiyhoshi Asset Management. "Es scheint, als ob 'Tapering' bei der Fed keine Priorität hat." Mit 'Tapering' bezeichnen Finanzprofis die Drosselung der milliardenschweren Anleihekäufe durch die Fed. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index kletterte im Vormittagshandel um 1,4 Prozent auf 14.771 Punkte. Der breiter gefasste Topix notierte mit 1213 Stellen 0,8 Prozent fester.

Die Ölpreise sind am Donnerstag leicht gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent zur Auslieferung im Dezember 107,28 US-Dollar. Das waren 16 Cent mehr als am Vorabend. Der Preis für US-Öl der Sorte WTI stieg um 11 Cent auf 93,99 Dollar.

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Spannend wird Yellens Auftritt vor dem US-Bankenausschuss trotz der Vorabveröffentlichung ihrer Rede, weil sie sich den bohrenden Fragender Demokraten und Republikaner stellen muss. Für Yellen kommt es darauf an, dass sie sich vor allem nicht als allzu extreme „Taube“, die für eine extrem lockere Geldpolitik steht, präsentiert. Löchern werden sie dahingehend vor allem die Republikaner, die die milliardenschweren Staatsanleihenkäufe der Fed zur Ankurbelung der Konjunktur lieber heute als morgen zurückfahren wollen.

Wird Yellen, die US-Präsident Barack Obama im Oktober als neue Vorsitzende der Federal Reserve nominiert hat, vom Kongress bestätigt, wird sie die erste Frau an der Spitze der mächtigsten Notenbank der Welt sein. Die Amtszeit des aktuellen Fed-Vorsitzenden Ben Bernanke endet am 31. Januar.

Mit Material von Reuters und dpa

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