USA: 19 Bundesstaaten erhöhen den Mindestlohn

USA: 19 Bundesstaaten erhöhen den Mindestlohn

, aktualisiert 30. Dezember 2016, 09:12 Uhr
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Auch in den USA wird über einen gerechten Mindestlohn debattiert. In 19 US-Staaten soll der Satz zum Jahreswechsel erhöht werden. Profitieren sollen insbesondere die Beschäftigten in der Gastronomie.

Quelle:Handelsblatt Online

In 19 US-Staaten wird der Mindestlohn erhöht. Beschäftigte der Fast-Food-Branche profitieren und bekommen im neuen Jahr spürbar mehr als ihre deutschen Kollegen. Doch es gibt nicht nur Gewinner.

AlbanyIn 19 US-Staaten steigt der gesetzliche Mindestlohn mit dem Jahreswechsel auf mindestens 10 Dollar - umgerechnet 9,50 Euro - pro Stunde. Profitieren werden vor allem Beschäftigte im Gaststättengewerbe, insbesondere Fast-Food-Restaurants. Während sich die Mitarbeiter über den Kaufkraftgewinn freuen, klagen Arbeitgeber über steigende Kosten, die Preiserhöhungen und mehr Automatisierung nötig machten. Zum Vergleich: In Deutschland steigt der Mindestlohn ab 1. Januar auf 8,84 Euro.

Die Festsetzung des Mindestlohns ist in den USA meist Sache der einzelnen Staaten, teilweise wird sie auch bis in die Zuständigkeit der Kommunen delegiert. Darüber hinaus gibt es einen vom Bund festgesetzten Mindestlohn, der in allen 50 Staaten gezahlt werden muss - sozusagen das Minimum vom Mindestlohn. Er liegt bei 7,25 Dollar pro Stunde und wurde zuletzt 2009 erhöht.

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New York hat beispielsweise einen regionalisierten Weg eingeschlagen. So steigt der Mindestlohn in New York City auf 11 Dollar (10,45 Euro) für größere Betriebe und 10,50 Dollar (9,98 Dollar) für kleinere Unternehmen. In den Vororten von New York City und auf dem Land müssen ab Neujahr mindestens 9,70 Dollar (9,20 Euro) pro Stunde gezahlt werden. Für Schnellrestaurants und Kleinstbetriebe gibt es Sonderregelungen.

Mit 11 Dollar (10,45 Euro) pro Stunde gibt es in Massachusetts und Washington 2017 die höchsten Mindestlöhne. Unternehmen in Kalifornien, die mehr als 26 Mitarbeiter haben, müssen künftig 10,50 Dollar (9.98 Euro) zahlen. Ein New Yorker Fast-Food-Angestellter, Alvin Major, bezeichnete die Erhöhung des Mindestlohns um 1,50 Dollar für ihn als nahezu unfassbar. Der 51-jährige Vater von vier Kindern war einer der führenden Aktivisten für die Mindestlohnerhöhung in seinem Staat. „Lebensmittel, Mieten, alles ist teurer geworden... Das wird vielen Leuten etwas bringen.“

Die Präsidentin der New York State Restaurant Association, Melissa Fleischut, befürchtet dagegen Preiserhöhungen und Rationalisierungsmaßnahmen in vielen Betrieben. „Ich bin mir sicher, dass die Preise steigen werden, wenn dies möglich ist“, erklärt sie. „Aber die Restaurants werden einen Preisschock vermeiden wollen. Sie werden kreativ sein müssen.“ Das könnte bedeuten, dass bisher inkludierte Beilagen extra berechnet werden, die Portionen verkleinert und die Betriebsabläufe noch mehr automatisiert werden. In Arizona lehnte das höchste Gericht am Donnerstag einen Antrag der Industriekammern ab, nach dem die Mindestlohnerhöhung kurzfristig gestoppt werden sollte. Dort wird der Betrag von 8,05 auf 10 Dollar steigen.

Langfristig sind in mehreren Staaten, darunter New York und Kalifornien, weitere Erhöhungen geplant - auf 12 bis 15 Dollar die Stunde. Die steigenden Mindestlöhne vierlerorts in den USA sind auf einen steigenden Organisationsgrad vor allem von Beschäftigten in der Fast-Food-Branche zurückzuführen, sagt Tsedeye Gebreselassie von dem National Employment Law Project. In den Schnellrestaurants arbeiteten nicht mehr nur Jugendliche, die sich ihr Taschengeld aufbessern wollen, erklärt der Anwalt. „Zunehmend sind es Erwachsene, die dieses Geld für ihre Familien brauchen.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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