Bild: REUTERSFour more years: Präsident Barack Obama bedankt sich bei seinen Wähler. Es ist die erste Ansprache nach der Wiederwahl.
Bild: REUTERSSo sieht einer Siegerfamilie aus: Ehefrau Michelle, Töchter Malia und Sasha treten in Chicago mit dem neu gewählten US-Präsidenten Obama auf die Bühne.
Bild: dapdEine Unterstützerin weint während der neugewählte US-Präsident seine Ansprache hält.
Bild: REUTERSZuvor mussten seine Unterstützer noch zittern: Noch bevor die Nachricht der Wiederwahl von Barack Obama in der Welt war, warten seine Unterstützer in Chicago ge.
Bild: dapdAuch in New York sind Menschen am Abend zusammengekommen: Ein Schwulenpaar auf dem Times Square in New York schaut gespannt auf die Bildschirme.
Bild: dpaEs ist kalt auf dem Times Square, doch die Menschen sind zahlreich erschienen - auch wenn das Transportsystem in Big Apple nach dem Hurrikan Sandy immer noch nicht hundertprozentig funktioniert.
Bild: REUTERSDann kam kurz zur Mitternacht die Nachricht: Barack Obama ist wiedergewählt...
Bild: dpaIn Chicago freuen sich die Menschen.
Bild: REUTERSBlau ist die Farbe der US-Partei der Demokraten - das Empire State Building in New York spiegelt das Wahlergebnis wieder.
Bild: dpaIm Lager der Republikaner ist die Stimmung im Laufe der Nacht derweil Nüchternheit gewichen. Die Wahlstimmen werden in zahlreichen Staaten ausgezählt...
Four more years: Präsident Barack Obama bedankt sich bei seinen Wähler. Es ist die erste Ansprache nach der Wiederwahl.
„Yes, we can“ – mit diesem Slogan siegte Barack Obama bei den US-Präsidentschaftswahlen 2008. Es war ein Schlachtruf, der Wandel signalisierte, der den Glauben an die Selbstheilungskräfte der Vereinigten Staaten widerspiegelte. Vier Jahre später ist der Traum von Wandel verpufft. Im Wahlkampf 2012 sprach der Demokrat nicht mehr vom Aufbruch, er bat vielmehr die Wähler, weitermachen zu dürfen. „Forward“ hieß das offizielle Wahlkampfmotto, frei übersetzt: Weiter so.
Das sagen die Analysten
Roger Peeter, MARKTANALYST DES BANKHAUSES CLOSE BROTHERS SEYDLER
"Anleger werden ihre Aufmerksamkeit sofort auf die anstehenden Themen wie die sogenannte 'Fiskalklippe' richten. Die Wahl-Entscheidung selbst sollte keinen allzu großen Einfluss haben. Die Differenzen zwischen den beiden Kandidaten waren gering und beide standen vor denselben Problemen wie der hohen Verschuldung."
Fred Irwin, Präsident der AMERICAN CHAMBER OF COMMERCE IN DEUTSCHLAND
"Ich hoffe sehr, dass Obama ab Anfang kommenden Jahres mit der EU über ein Freihandelsabkommen verhandelt. In seiner ersten Amtszeit hat er nur mit Panama, Kolumbien und Südkorea ein Freihandelsabkommen vereinbart. Das sind nicht gerade die führenden Wirtschaftsmächte der Welt. Kommt es zu einem Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU, würde dies das Wachstum auf beiden Seiten des Atlantiks binnen 18 Monaten um drei Prozent ankurbeln. Ich hoffe sehr, dass sich beide Seiten auf einheitliche wirtschaftliche Standards einigen werden. Sonst machen das die Chinesen."
Investement-Team der Societe Generale
"Die Auswirkungen auf die Märkte sollten gering sein. Wenigstens kann nun die Jahresendrally beginnen, vor allem angesichts der stabilen Wirtschaftsdaten. An der Politik wird sich nicht viel ändern. Obama wird in seiner zweiten Amtszeit nur wenig Bewegungsspielraum haben."
Tobias Reichert, IG MARKETS
"Die Entscheidung über das amerikanische Oberhaupt für die nächsten vier Jahre ist gefallen und die Kapitalmärkte scheinen mit dem neuen 'alten' US-Präsidenten Barack Obama zufrieden zu sein."
Folker Hellmeyer, Chefsvolkswirt BREMER LANDESBANK
"Die erste 'Kuh' ist vom Eis. Der martialische Unterton und auch der Klientelansatz Romneys wären für die Weltwirtschaft und notwendige evolutionäre Anpassungen in den globalen Machtstrukturen riskant gewesen. Es ist zwingend erforderlich, dass die USA ihre offene Flanke in den öffentlichen Haushalten angehen, um die mittel- und langfristige Bedeutung und Potenz der USA zu erhalten. Die konsumtive Verschwendung mangels Reformpolitik hat in den letzten Jahren seit 2007 die Basis der USA merklich unterhöhlt."
Christian Schmidt, Anaylste der HELABA
Iaon Smith, Anlage-Stratege be KNIGHT CAPITAL
"Die Aussichten für Investoren werden von denselben Themen bestimmt wie vor der Wahl: Die eigentliche Sorge ist, wie die Politik mit der Frage der 'Fiskalklippe' umgehen wird."
Lutz Karpowitz, Analyste der COMMERZBANK
"Größeren Rückenwind für den Euro/Dollar dürfte das Wahlergebnis nicht mit sich bringen, da Obama bereits nach den Umfragen als Favorit galt. Obama wird weiterhin mit Gegenwind aus dem Kongress rechnen müssen, da die Republikaner ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus verteidigten und in den nächsten Jahren ein politische Blockade nicht auszuschließen ist. Eine längere Hängepartie, in der ein sehr knappes Ergebnis von der unterlegenen Partei angefochten wird, ist aber zumindest vermieden worden."
Doch für die Bürger von Michigan, Pennsylvania, Wisconsin und vor allem Ohio hatte der Präsident eine ganz eigene Botschaft. „Osama Bin Laden ist tot – General Motors lebt“, rief der Präsident bei seinen 30 Wahlkampfauftritten im hart umkämpften „Swing State“ Ohio nahezu jedes Mal ins Publikum. Ein Slogan, der verfing – und Obama die Wiederwahl sicherte.

Seit 1964 hat stets derjenige Kandidat die Präsidentenwahl gewonnen, der sich in Ohio durchsetzte. Dass die umkämpften „Swing States“ Virginia und North Carolina an Romney gingen – unwichtig. Obama holte die 18 Wahlmänner-Stimmen aus Ohio, siegte in Wisconsin (10 Stimmen), Michigan (16 Stimmen) und Pennsylvania (20 Stimmen) – alles Bundesstaaten im Dunstkreis der US-Autohauptstadt Detroit – und holte mindestens 274 der 270 benötigten Wahlmänner-Stimmen.
Barack Obama siegte damit in den großen Arbeiterhochburgen, bei weißen Fabrikarbeitern, die grundsätzlich auch für republikanische Kandidaten ein offenes Ohr haben. Doch nicht dieses Mal. Weite Teile des Mittleren Westens stimmten für den Amtsinhaber, insbesondere der Erfolg im 11,5 Millionen-Einwohner-Staat Ohio fiel deutlich weniger knapp aus als erwartet.
Obamas Notenspiegel
Der Notengeber
Obama-Bilanz von Peter Hooper, USA-Chefökonom der Deutschen Bank in New York.
Auslandspolitik
Sehr gut: Irak- und Afghanistankrieg beendet; Tötung von Terroristenführer Osama Bin Laden
Finanzmarktreform
Gut: hätte schlimmer kommen können
Krisenmanagement
Gut: Stimuluspaket, Auto-Bail-out; Notenbankpolitik der Fed zeigte 2009 positive Wirkung
Arbeitsmarkt
Befriedigend: nicht genug aktive Arbeitsmarktpolitik
Immobilienmarkt
Ausreichend: zu zögerlich, mehr Umschuldungsprogramme wären nötig gewesen
Fiskal- und Haushaltspolitik
Durchgefallen: nicht genug für einen Kompromiss gekämpft; Aufgabe delegiert
Der Präsident darf weitere vier Jahre regieren, obwohl die Arbeitslosenrate bei knapp acht Prozent stagniert. Nie zuvor wurde ein Präsident seit den 1930er-Jahren wiedergewählt, wenn die Arbeitslosenquote über 7,2 Prozent lag.
Aber: In Ohio, einem der alles entscheidenden „Swing States“, liegt die Arbeitslosenquote mit rund 7,0 Prozent unter dem Landesdurchschnitt. In den Augen der Mehrheit der Bürger Ohios ist das ein Verdienst Barack Obamas, der 2009 mit Milliardenhilfen die Automobil-Industrie rettete – gegen den Widerstand aus eigenen Reihen und führender Republikaner, darunter auch Mitt Romney. Jeder achte Arbeitsplatz in Ohio hängt an der Auto-Industrie.
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